RE: Weißrussland. Taiwan. Nicaragua. | 28.05.2020 | 17:52

<<Da ist nichts gebastelt. >>

Wahrscheinlich haben sie einfach nur übersehen, dass ich mich auf die, von ihnen in die Diskussion gebrachten, Verkehrsströme bezog. Ich hatte gehofft, dass ich dieses mit dem vorangestellten Zitat ausreichend kenntlich gemacht hätte.

Ich habe auch nichts gegen die erhobenen Daten als solche. Suspekt sind mir nur Leute, die glauben die Daten mal schnell nach Belieben kombinieren zu können, um natürlich dann "messerscharf" die eigenen Thesen belegt zu sehen.

Erwartet man von einem Wissenschaftler heutzutage nicht ein selbstkritisches Hinterfragen seiner Hypothesen, insbesondere wenn er öffentlich gegen andere ins Feld zieht?

RE: Weißrussland. Taiwan. Nicaragua. | 27.05.2020 | 21:48

<<praktisch die gleichen Kurvenverläufe herauskommen, finden Sie nicht?>>

Ich habe aufgehört mir Kurvenverläufe anzusehen. Dafür gibt es schon zu viele und jeder meint noch etwas korrigieren und verschieben zu müssen. Oft finde ich die Gründe für die eine oder andere Korrektur auch recht einleuchtend. Aber letztendlich habe ich zu wenig Ahnung von der Materie um mir ein Urteil anzumaßen.

<<Das können Sie sicher mit statistischen Daten belegen, also Messungen von Verkehrsströmen>>

Und wie kommen Sie zu den statistischen Daten? Wie verlässlich sind diese? Funktionieren die Modelle noch bei den aktuellen strikten Einschränkungen? Wie wollen Sie die Richtung der Verkehrsströme werten? Also z.B. als Quelle ein Gebiet mit wenig Infizierten und strengen Maßnahmen usw. Mit etwas basteln und den passend gemachten Annahmen bekommt man vielleicht hin, dass sich die Kurven von Belarus und der Ukraine gleichen, weil Belarus den meisten Personenaustausch mit Ländern hatte, die kaum Infizierte und strenge Maßnahmen haben. Vielleicht haben die strengen Maßnahmen die Ukraine vor einem Szenario wie in den USA gerettet? Es kamen ja viele Heimkehrer aus Italien in die Ukraine zurück. Man kann da also beliebig weiter spekulieren.

RE: Weißrussland. Taiwan. Nicaragua. | 27.05.2020 | 21:25

<<Sind die auch auf Deutsch oder Englisch? Links?>>

Damit kann ich leider nicht dienen. Aber die Online-Übersetzer sind doch eigentlich schon ganz gut. Ich hole mir meine tägliche Portion über Belarus auf kp.by.

<<Das nennt man jetzt "verschwörungstheoretisch" ^^>>

Eher nicht. Ich finde das behandelte Thema eigentlich viel zu komplex, um mit windigen Annahmen zu operieren, die natürlich zum gewünschten Ergebnis führen.

<<Sind das jetzt "Fakten" oder anekdotische Erzählungen?>>

Es sind schon Fakten. Allerdings kann ich nicht einschätzen, ob sie so zahlreich sind, dass sie mehr als den Stellenwert einer Anekdote haben.

<<Sind die beschriebenen Verhaltensweisen nicht eher ein Argument dafür, dass die Menschen ihr Verhalten selbst regulieren?>>

Im Prinzip ja. Aber die Strategie, des Regulieren basiert doch auf Erfahrung? Leute, die nach dem Unglück von Tschernobyl nicht auf die offiziellen Verlautbarungen der sowjetischen Obrigkeit hörten und das Weite suchten, waren doch bestimmt irgendwie im Vorteil. Oder nehmen sie die Ukraine, dass dort jährlich zum Hoch der Grippewelle Schulen geschlossen werden, ist dort ganz normal.

<<Und lassen Sie doch diese Persönlichkeiten wie "Filterblase" usw. weg, das führt doch zu nichts.>>

Ach manchmal orientiere ich mich in meiner Wortwahl einfach an der, des Vorredners, vor allem, wenn dieser sehr "bestimmt" auftritt.

RE: Weißrussland. Taiwan. Nicaragua. | 26.05.2020 | 21:44

<<Wo ist die Berichterstattung zur gegenwärtigen Lage, findet jemand etwas Aktuelles?>>

Na ganz einfach auf Seiten aus Belarus. Da wird täglich und ausführlich über die Situation berichtet.

Da merkt man auch schnell, dass die Annahmen, welche Herr Jeschke getroffen hat, sehr theoretisch sind und mit der Realität wenig zu tun haben. Die wurden wahrscheinlich von ihm extra so ausgewählt, um seine vagen Behauptungen zu unterstützen.

Ich will versuchen das mal an ein paar Beispielen zu erklären. Mag ja sein, dass in Belarus die verordneten Einschränkungen nicht ganz so strikt sind. Allerdings sagt man dort auch: "Höre auf Lukaschenko und mache es andersherum." Die Leute sind ja auch nicht blöd. Wer kann bleibt einfach zu Hause.

Das Gegenteil davon ist irgendwie die Ukraine. Dort gab es auf dem Papier strenge Gesetze. Was war aber in der Praxis? Über Ostern hat man staunend gesehen wie die Leute trotzdem in die Kirche gerannt sind. Nach kurzer Zeit fanden ein paar Bürgermeister und deren Abgeordnete die strengen Regeln sehr unpassend und schwächten diese einfach ab. Da konnte der ukrainische Präsident in Kiew noch so sehr mit dem Fuß aufstampfen. Mal sehen, ob es in der Ukraine bald eine neue Partei, die der Bürgermeister geben wird.

Keine Ahnung wie stark diese soziale Komponente den Verbreitungsgrad des Virus beeinflusst. Aber wenn diese und wahrscheinlich auch noch andere Fakten einfach weggelassen werden, habe ich den Verdacht, dass sich diese Leute ganz schön in ihrer eigenen Filterblase verfangen haben.

RE: Die Hand des Bruders | 11.05.2020 | 21:06

<<von der Zentralredaktion>>

Mein Gott, jetzt habe ich doch glatt Zentralkomitee gelesen.

Aber egal, wer immer es auch war, der muss jetzt mit meiner Kritik leben ;)

RE: Erinnerungskultur nur für große Nationen | 11.05.2020 | 20:58

<<Irgendwo gibt es immer Gedenktafeln, die vor sich hinwesen. Ich meinte die mögliche Annährung, die zum Verwesen keine Zeit hatte, weil von polnischer Seite abgebrochen wurde.>>

Verstehe, die Polen haben selber Schuld. Putin hat wie immer alles versucht. Mit den "abgefallenen" Gedenktafeln posiert ja auch nur zufällig ein "Aktivist" in russischer Militäruniform des Zweiten Weltkrieges mit einem großen Plakat. Und nein das war kein Fehlverhalten eines verwirrten, sondern geschah auf staatliche Anweisung.

RE: Erinnerungskultur nur für große Nationen | 11.05.2020 | 20:50

2010, gemeinsamer russisch/polnischer Staatsakt mit Putin und Tusk im russischen Katyn, im Gedenken an die ermordeten polnischen Offiziere.

Zumindest ich rede darüber :)

RE: Erinnerungskultur nur für große Nationen | 11.05.2020 | 20:43

@ Wilfried Jonas

Da hast du dir ja jede Menge Arbeit mit deinem interessanten Artikel gemacht.

Dabei ist mir eine kürzlich veröffentlichte Umfrage in den Sinn gekommen. Ukrainer wurden zu ihrem Verhältnis zum 8. bzw. 9. Mai gefragt. Ich fand sehr interessant, was dabei herauskommt, wenn man Leute frei denken lässt. Quelle

Eine kurze Zusammenfassung.

39% der Ukrainer finden es wichtig sowohl den 8. als auch den 9. Mai zu begehen. 32% wollen nur den 9 Mai begehen, wobei hier der Anteil älterer Leute überwiegt.

Am 9. Mai feiern 52% den Sieg der Sowjetarmee, 32% den der Anti Hitler Koalition.

52% der Ukrainer sind der Meinung das Hitlerdeutschland und die Sowjetunion für den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verantwortlich sind. 24% sehen hier keine Verantwortung der Sowjetunion.

44% der Ukrainer sind dafür die Kämpfer der UPA als Kämpfer für die Unabhängigkeit der Ukraine anzuerkennen. 22% sind dagegen.

61% der Ukrainer sind dagegen, dass ukrainische Politiker an Veranstaltungen zum 9.Mai in Russland teilnehmen.

RE: Erinnerungskultur nur für große Nationen | 11.05.2020 | 20:09

<<Trotzdem zum Nachdenken geeignet.>>

Sie haben Putin und Katyn in die Diskussion geworfen. Darauf hin habe ich Ihnen ein Beispiel aus Russland gebracht und eine Frage gestellt. Statt einer Antwort kommt ein Sprung, weg von Putin zur Ukraine und den baltischen Staaten. Viel Nachdenken über eine Antwort kann ich da nicht erkennen.

RE: Die Hand des Bruders | 11.05.2020 | 20:01

<< was sollte ich gegen Herrn Heydens Artikel einzuwenden haben?>>

Na ja, das Titelbild und den Text dazu finde ich schon recht albern. Da sind junge Kadetten zu sehen. Gerade diesen werden wohl viel mehr Leute als nur ihre Großeltern vom Krieg erzählen. Die bekommen schon in der Kindheit beigebracht wie man zukünftige Kriege führt.