Vietnam-Memorial in Washington: Die Namen der Toten auf poliertem Granit

Zeitgeschichte 1982: Ein Denkmal in Washington für die in Vietnam Gefallenen soll den USA innere Versöhnung bringen und die Veteranen ehren, doch die Regierung glänzt durch Abwesenheit und nach Verantwortung wird nicht gefragt
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 46/2022
Mehr als 58.000 Namen gegen die Amnesie: das Vietnam Memorial
Mehr als 58.000 Namen gegen die Amnesie: das Vietnam Memorial

Foto: J. Scott Applewhite/AP/DP

Bis heute kommen jedes Jahr Millionen Menschen zum Vietnam Veterans Memorial. Am 13. November 1982 wurde die Gedenkstätte eingeweiht, in deren Mauern die Namen der mehr als 58.000 Soldaten und Offiziere eingemeißelt sind, die von 1959 bis 1975 in Indochina zu Tode kamen. Der erste Gefallene war am 8. Juli 1959 Major Dale Buis, Berater der südvietnamesischen Streitkräfte. Das furchtbarste Jahr gab es 1968 mit Verlusten von beinahe 17.000 Mann.

Es war sonnig vor vier Jahrzehnten bei der Einweihung. Zehntausende von Veteranen kamen, viele Familien mit Kindern. Abordnungen der Streitkräfte präsentierten ihre Fahnen, eine Militärkapelle spielte, Jets flogen über den Gedenkort hinweg. Hohe Regierungsvertreter waren nicht in Sicht. Das offizielle Washington

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