„Das grenzt an Hetze“

Interview Rafael Behr weiß, warum das Vertrauen in die Polizei schwindet
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 04/2020

Fünfzehn Jahre lang war er Polizist, nun lehrt er an der Akademie der Polizei: Im Gespräch kritisiert Rafael Behr den Leipziger Polizeipräsidenten und erklärt, warum es Beamten besser geht, als oft berichtet wird.

der Freitag: Herr Behr, warum wird man Polizist?

Rafael Behr: Wir haben diesbezüglich relativ stabile Angaben: Junge Leute melden sich zur Polizei, weil es ein abwechslungsreicher Beruf ist, weil sie mit Menschen arbeiten wollen, weil es ein solides Gehalt gibt und – nicht zu vergessen – einige kommen auch mit dem Anspruch, Menschen helfen zu wollen und sich für die Schwachen einzusetzen. Damit wären wir gleich bei einem wichtigen Punkt:Polizisten sehen sich nicht als Opfer. Das Selbstverständnis ist eher, dass sie Opfer bringen.

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