Konstantin Nowotny
25.02.2016 | 17:38 53

Kein schöner Land

Clausnitz Nachdem die erste Empörungswelle abgeflaut ist, bleibt die Frage: Warum häufen sich rechte Ausschreitungen gerade in der ostdeutschen Provinz? Ein Erklärungsversuch

Kein schöner Land

Jedem seinen eigenen Chauvinismus

Bild: Imago/Paul Sander

"Ein Kommentar zur 'Schande von Clausnitz' – aus der Sicht eines Clausnitzers" heißt ein Beitrag, für den sich ein anonymer Autor aus dem Umfeld des sächsischen Dorfes extra einen Blog eingerichtet hat. Offenbar handelt es sich um Mirko Lieber, der wenige Tage später auf Spiegel Online einen ähnlich lautenden Artikel veröffentlicht hat. Dunkeldeutschland, Schandfleck – das sei nicht Clausnitz und auch nicht Sachsen, so der Autor. Er kenne mehr wunderbare Menschen in Clausnitz als solche, die man hinsichtlich einer braunen Gesinnung verurteilen wollen würde. Er betont aber auch, dass es in der Gegend ein Problem gebe, weil ein Großteil der Menschen bei fremdenfeindlichen Parolen lieber wegschaue.

In dem Text steckt viel Wahrheit, die die Divergenz zwischen ostdeutscher Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung durch Politik und Medien zu erklären vermag.

Seit Jahrzehnten trifft die Landflucht den Osten besonders hart. Nur fünf Prozent der deutschen Bevölkerung leben in Sachsen. Nach der Wende erschien alles attraktiver, als auf dem Land zu bleiben. Und der Zuzug in die Großstädte hält weiter an. Leipzig ist sogar so cool, dass schon die Berliner dort hinziehen.

Der alteingesessene Dorfbewohner denkt dagegen nicht darüber nach, in die Stadt auszuwandern. Die Älteren bleiben auf dem Land, schauen ihrer Heimat und sich gegenseitig beim Sterben zu. Es gibt kaum Jobs und wenig Unterhaltung. Beschäftigt wird sich im Ortsverein, im Jugendclub, auf dem Fußballfeld oder in der Kirche. Sonst bleibt man einfach viel zu Hause.

Routine ist der Motor des Landlebens. Alles, was aus dem Raster des Vertrauten fällt, ist potentiell gefährlich und muss kritisch bis abweisend begutachtet werden. Wer fehlt beim Vereinsfest? Wer trinkt zuviel? Wer hat Streit mit dem Partner und warum? Auch der anonyme Clausnitzer Blogger erzählt, dass die Gerüchteküche noch wie vor 100 Jahren maßgeblich zur provinziellen Unterhaltung beitrage – und dass das einen amüsieren könne.

Allerdings nur, wenn man selbst nicht drinsteckt. Nachdem sie Jahrzehnte in der Großstadt gelebt hat, fuhr meine Mutter noch zu Beerdigungen in die Heimat – nicht selten von Menschen, die sie kaum kannte. Es war trotzdem wichtig: "Wenn die sehen, wer da fehlt, dann wird schlecht geredet."

Jedem seinen eigenen Chauvinismus

Das alles ist eine Routine, die sich selbst erhält. Sie mag für den Städter abschreckend wirken, aber sie macht die Menschen auf dem Land genau so glücklich oder unglücklich wie die Menschen in der Stadt. Wer dem Tratsch auf dem Dorffest aufmerksam zuhört, der bekommt den Eindruck, dort würden gescheiterte Partnerschaften, Familienzwist und Alkoholismus kumulieren. Aber diese Dinge passieren in der Metropole genauso häufig, wenn nicht sogar häufiger. Dort interessiert sich nur keiner dafür. Es sind zwei Lebensstile, jeder mit seinem eigenen Chauvinismus gegenüber dem anderen. Aber keiner ist wirklich besser.

In der Stadt begegnet man den meisten Veränderungen mit Schulterzucken: wieder eine Baustelle, wieder ein neuer Laden, wieder ein Rettungswagen. Auf dem Land wird jede Änderung seismografisch registriert. Wenn im Supermarkt die Lieblingsbutter aus dem Sortiment gestrichen wird, ist das für die Rentner eine Zumutung. Wenn jemand hinzuzieht, wird er zunächst kritisch betrachtet. Die einzig legitime Form des Neuzugangs ist das Kinderkriegen. In so einem Umfeld trifft ein Bus mit Neuankömmlingen ein, die in der Nachbarschaft einquartiert werden sollen – und zwar natürlich "von oben". Und genau hier setzt ein sehr ostdeutsches Problem an.

"Die da oben" ist kein einfältiges Stammtischnarrativ einiger weniger, es ist common sense. Viele Ostdeutsche fühlen sich abgehängt und von oben herab regiert. Aus den Erfahrungen ihrer DDR-Vergangenheit haben sie ein tiefes Misstrauen gegenüber dem politischen System verinnerlicht. Dieses Misstrauen haben sie auf die parlamentarische Demokratie übertragen, der sie oft nur symbolischen Charakter zumessen, und in der der „kleine Mann“ nichts zu melden habe.

Aber sie haben auch gelernt, dass man etwas tun kann. „Wir sind das Volk“ ist das Substrat dieses Denkens. Während 1989 die Betonung auf dem partizipativen "Wir" lag – das Wir, das mitmachen, mitsprechen wollte –, wird im Februar 2016 das "Volk" betont. Als eine völkisch aufgeladene Abgrenzung gegenüber allem, was als fremd wahrgenommen wird. Es ist ein gelerntes Verhalten gemischt mit Abweisung, Hilflosigkeit und Überforderung angesichts der unübersichtlichen Weltenlage, kanalisiert durch Stimmungsmacher wie jenen der AfD.

Auf dem Land entwickelt dies eine eigene Dynamik. Wenn sich in der Stadt etwas ändert, wozu niemand befragt wurde, wird das oft mit Schulterzucken quittiert. Auf dem ostdeutschen Land ist das anders. Eine Veränderung wird schnell als Angriff von außen wahrgenommen. So lang alles so bleibt, wie es ist, herrscht hingegen friedliche Gleichgültigkeit gegenüber dem Rest der Welt.

Damit nichts zu tun haben wollen

Mirko Lieber beschreibt das sehr zutreffend: "Der große Teil unserer Gesellschaft sind Personen, die damit nichts zu tun haben und auch nichts damit zu tun haben wollen." Während dem Westen nach dem Krieg die politische Mitbestimmung Stück für Stück wieder anerzogen wurde, wurde sie im Osten Stück für Stück eliminiert. Die Situation kurz vor der Wende war eine, in der niemand mehr einer staatlichen Institution geschweige denn den Medien getraut hat – und in der so ziemlich alles „von oben“ bestimmt wurde. Dieses Gefühl ist noch heute im Osten stark ausgeprägt. Längst hat sich die Mehrzahl der Menschen ins Private zurückgezogen. Die fünf neuen Bundesländer markieren das untere Ende der Wahlbeteiligungstabelle. Der Anteil der Stimmberechtigten, die gewählt haben, lag bei den Kommunalwahlen in Sachsen 2014 unter 50 Prozent.

In der Regel macht sich das stille Brodeln über die fehlende Mitsprache kaum bemerkbar, solange es nur nach Feierabend auf dem Fernseher flimmert. Die meisten Menschen auf dem Land haben mit der Politik abgeschlossen. Sie wollen damit nichts zu tun haben. Wenn auf dem Dorffest jemand "Sieg Heil!" ruft – und das passiert jeden Tag auf irgendeinem Dorf –, dann hält man sich raus. "Nützt ja alles nischt", sagt der Sachse dann. Bomben in Syrien? Teurer Hauptstadtflughafen? Der Lokalverein ist abgestiegen? Nützt ja alles nischt.

"Die da oben machen sowieso, was sie wollen." Das ist ostdeutscher Dorfspirit in Reinkultur – und das nicht erst seit gestern. Ein in Jahrzehnten erworbenes Misstrauen gegenüber dem politischen System und provinzielle Sozialdynamik ergeben einen gefährlichen Cocktail, der in diesen unruhigen Zeiten allzu schnell explosiv wird.

Der Autor ist in Sachsen geboren und aufgewachsen

Kommentare (53)

Magda 25.02.2016 | 20:22

Es ist ein guter Versuch, die Verhältnisse zu erklären, die - im Osten einfach nur manifester und zugespitzter sind und sich manchmal auch viel direkter artikulieren als in anderen Gegenden.

"Die da oben machen sowieso, was sie wollen." Das ist ostdeutscher Dorfspirit in Reinkultur – und das nicht erst seit gestern.

Ich gebe zu bedenken, dass es möglicherweise eine durchaus begründete Enttäuschung ist, die die Menschen - nicht nur im Osten - zu solchen Aussagen bringen. Die Wahlabstinenz gibts doch nicht nur dort. Die Erwartungen in die Möglichkeiten demokratischer Mitgestaltung sind enttäuscht. In den alten Bundesländern entsteht auch gerade eine Art von "Westalgie" - die Erinnerung an Zeiten vor 1989 - als es noch große Protestbewegungen gab. Das habe ich - im Osten - aus der Entfernung sehr bewundert. Und heutzutage ist alles zersplittert und gelähmt und scheint unabänderbar.

Es ist manches im Osten in der Tat zugespitzter und manifester.

Heinz Lambarth 25.02.2016 | 21:01

Interessanter artikel, der vielleicht noch gewonnen hätte, wenn er die größte integrationsherausforderung der letzten 70 jahre mit einbezogen hätte - die "einwanderung" der flüchtlinge aus den ostgebieten und die umsiedlungen nach dem II. WK.

Auch damals hat das platte land einiges an toleranz und "anpassungsleistungen" erbingen müssen. Und doch gibt es einen bemerkenswerten unterschied, den der Autor leider auch nicht thematisiert: Eigentlich ist die dörfliche welt eher kleinteilig und allwissend (über die bewohner/innen); das hat der Autor sehr gut dargestellt. Deshalb ist es auch ein eherner grundsatz, das eigene verhalten gut zu bedenken. Es kommt immer darauf an, nicht "das gesicht zu verlieren", denn die dorfgemeinschaft hat ein langes gedächtnis, das über generationen reicht.

Aber warum greift dieser refelex heute nicht mehr? Warum scheuen heute immer mehr dörfler/innen nicht mehr davor zurück, sich offen feindlich und beleidigend zu verhalten, obwohl sie damit rechnen müssen, dass ihnen das noch lange nachgetragen wird?

Hannes Hansen 25.02.2016 | 21:49

Klingt alles ein wenig pauschal und auf so gut wie jede Provinz übertragbar. Bin selbst Kind dieser Region und habe schon vor 1989 den Alltagsrassismus und eine aggressiv menschenfeindliche Grundstimmung erlebt. Damals ging es vor allem gegen die Roten, die Fidschies und die Zigeuner.

Dann kam die Wende, Deindustrialisierung, Massenarbeitslosigkeit, Wendeverlierer. Wer eine Arbeit behielt oder eine neue fand mußte sich mit der Realität abfinden, beliebig austauschbar zu sein, vor der Tür warten genug Arbeitssuchende, die bereit wären, für wenig Geld viel Leistung zu bringen. Junge Leute gingen weg, weil es im Westen wesentlich bessere Möglichkeiten gab.

Heute ist es nicht viel anders, die Wendeverlierer haben erwachsene Kinder, die in ihre Fußstapfen getreten sind und die arbeitende Bevölkerung ist oftmals genervt über die Bedingungen.

Wie soll sich vor diesem Hintergrund ein Hauch von Verständnis für Flüchtlinge entstehen, wenn man sich selbst in prekären Verhältnissen befindet? Natürlich ist das kein Freibrief für Gewalt gegen Andere, nur mein Erklärungsansatz für die sächsische Frage.

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Ehemaliger Nutzer 26.02.2016 | 01:08

Ah ja, es wird also interessant, das dachte ich mir doch:

Wessen Integration meinen Sie? Die Integration der Westdeutschen in das wiedervereinigte Deutschland? Eine Wiedervereinigung ist eine Integration der DDR-Bürger in die "damalige BRD", und die Pflicht, dass diese Menschen dann auch noch eine Kenntnis dieser "damaligen BRD" mitzubringen haben?

Wer hat überzogene Erwartungen an wen?

Das müssen Sie uns hier im Forum mal so richtig erläutern. Oder denken Sie, wir ehemaligen Ossis haben uns Ihnen, Herr Duvall, anzupassen und wir haben die Pflicht zur Kenntnis Ihrer Vorgaben? Und sowas nennen Sie dann friedliche Wiedervereinigung?

McCormick 26.02.2016 | 10:47

Mir gefällt das wording in diesen Artikel nicht, das ist mir zu sehr von oben herab auf einen ostdeutschen Dorfspirit in Reinkultur, der einfach noch nicht in der Moderne angekommen ist bzw. immer noch unter den Spätfolgen der DDR leidet (das ist klassischer CDU-Sprech).

An manchen Stellen dachte ich, der Author schreibt über das Lebensgefühl hier in Berlin. Andere vermeindliche Beobachtungen hätte ich auch bei Stuttgart 21 verortet.

Wurde nicht neulich erst festgestellt, dass sich Pegida und Gegen-Pegida-Demonstranten bei ihren Misstrauen gegenüber Staat, Medien, Eliten sehr ähnlich sind?

ich wage mal zu behaupten, dass wenn in Clausnitz die Wirtschafts- und Vermögensstruktur eine andere wäre, es erstes gar kein Flüchtlingsheim geben würde (siehe Hamburg-Blankenese). Und wenn doch, dann gäbe es keinen "Mob" oder Brandanschläge. Die Kriminalitätsstatistik wäre anders gelagert: mit mehr Wirtschaftskrimminalität/ Steuerhinterziehung.

Hannes Hansen 26.02.2016 | 11:18

»... auf einen ostdeutschen Dorfspirit in Reinkultur, der einfach noch nicht in der Moderne angekommen ist bzw. immer noch unter den Spätfolgen der DDR leidet (das ist klassischer CDU-Sprech).«

Späterfolgen der DDR-Gesellschaft als Ursache für heutige Probleme zu sehen ist ein Trugschluß, der leider immer wieder zu lesen ist. Wie oben geschrieben war Rassismus schon vor 1989 verbreitet. Abgesehen davon lebten die Menschen hier relativ autonom vom DDR-Staat. Das heißt, man war auf dem Dorf unter sich, hat sein Ding gemacht, mit Selbstversorgung und so weiter.

Elfe im Turm 26.02.2016 | 14:45

"Jedem seinen eigenen Chauvinismus" -

Dünkeldeutschland gegen das vermeintliche Dunkeldeutschland. Im Westen gleich nach der Wende gab es sowohl rechte als auch linke Menschen, die sich über die 'Dunkeldeutschen' erhoben haben, ehe diese überhaupt eine Chance hatten. Ihr 'Wir sind das Volk' wurde durch die CDU schnell zu 'Wir sind ein Volk' umgedichtet, was zu einem Beitritt statt zu einer neuen Verfassung führte. Statt des emanzipatorischen Gedankens wurde auf den nationalen gesetzt, was in dem Fall auch nicht verkehrt war. Ist nun 'Wir sind das Volk' wirklich nur eine nationale Aussage? Die Fixierung auf 'rechtsradikal' liegt im Interesse derer, die soziale Ursachen nicht sehen wollen.

zelotti 27.02.2016 | 10:00

"Anlass sei die Ankunft einer Gruppe von Flüchtlingen gewesen, die dort unterkommen sollten, hieß es weiter. Die Bewohner sollen sich mit den Neuankömmlingen nicht einverstanden gezeigt haben. Im Zuge dessen sei es dann zu der Auseinandersetzung gekommen."

Wenn die Presse das über Clausnitz geschrieben hätte, ein Sturm der Entrüstung wäre da gewesen. Aber es ging um Lichtenberg und Adlershof, schwere Ausschreitungen in Flüchtlingsheimen mit bis zu 150 Beteiligten, einer Schwangeren als Opfer, Security-Leuten mit Verletzungen, Heimleiter mit Gesichtsfraktur und einem jungen Mann, der mit einem Kantholz auf die Polizei los ging.

Passt alles nur nicht in die Narration, nach der Deutsche per se rassistische Täter sind und "wir sind das Volk" Rufen Hetze und Pöbelei eines Mobs zu sein haben. Gut, dass man von den ankömmlingsfeindlichen Ausschreitungen im Flüchtlingsheim nur aus der lokalen Zeitung liest.

MaLck 28.02.2016 | 15:10

Es ist manches im Osten in der Tat zugespitzter und manifester.

Der Westen entwickelt sich in die gleiche Richtung. Die Wahlbeteiligung und der Sinkflug "bürgerlicher" Parteien, die die Republik 1933 schon einmal an eine "alternativlose" Politik verraten haben, sprechen Bände.

Nebenbei, nach den letzten Zahlen des Innenministeriums NRWs gab es in diesem Jahre bereits 17 Brandanschläge auf Asylbewerberheime in NRW. Haben die Medien darüber in der gleichen Ausführlichkeit berichtet wie über die in Sachsen?

MaLck 28.02.2016 | 15:10

Es ist manches im Osten in der Tat zugespitzter und manifester.

Der Westen entwickelt sich in die gleiche Richtung. Die Wahlbeteiligung und der Sinkflug "bürgerlicher" Parteien, die die Republik 1933 schon einmal an eine "alternativlose" Politik verraten haben, sprechen Bände.

Nebenbei, nach den letzten Zahlen des Innenministeriums NRWs gab es in diesem Jahre bereits 17 Brandanschläge auf Asylbewerberheime in NRW. Haben die Medien darüber in der gleichen Ausführlichkeit berichtet wie über die in Sachsen?

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Ehemaliger Nutzer 28.02.2016 | 20:49

Wollen Sie mich veralbern? Auf die Aussage von @Malck:

"Der Westen entwickelt sich in die gleiche Richtung. Die Wahlbeteiligung und der Sinkflug "bürgerlicher" Parteien, die die Republik 1933 schon einmal an eine "alternativlose" Politik verraten haben, sprechen Bände.

Nebenbei, nach den letzten Zahlen des Innenministeriums NRWs gab es in diesem Jahre bereits 17 Brandanschläge auf Asylbewerberheime in NRW. Haben die Medien darüber in der gleichen Ausführlichkeit berichtet wie über die in Sachsen?"

haben Sie, @Duvall und nicht nur @Iban geantwortet:

"In Anbetracht der Einwohnerzahl und der Migranten in Sachsen ist die Aussage nicht sehr stichhaltig."

Sie finden 17 Brandanaschläge nicht stichhaltig genug, gegen solche Entwicklung in NRW genauso vorzuegehen, wie gegen die Brandanschläge in Sachsen.

Versuchen Sie doch nicht, sich herauszureden, indem Sie auf einen anderen verweisen.

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Ehemaliger Nutzer 28.02.2016 | 20:59

Spinnen Sie? Jeder Brandanschlag ist eine zu viel! Ist Ihnen das nicht klar? Was genau wollen Sie uns verklickern?

Sie schreiben tatsächlich, das ist einfach UNBEGREIFLICH, Sie schreiben TATSÄCHLICH, dass Brandanschläge in NRW nicht so unmenschlich und kriminell seien wie solche in Sachsen:

"... für Sachsen viel Unmenschlicher und krimineller ...".

Sind Sie noch bei Troste?

JEDER BRANDANSCHLAG ist einer zu viel. Egal wieviel "Bevölkerungszahl" NRW mehr hat als wie Sachsen! Und 17 Brandanschläge sind ERST RECHT 17 zu viele.

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Ehemaliger Nutzer 28.02.2016 | 21:57

Sie verharmlosen die 17 Brandanschläge seit Anfang 2016 gegen Asylunterkünfte in NRW, weil Sie sich, aus welchen Gründen auch immer auf die 5 Brandanschläge in Sachsen seit Anfang 2016 konzentrieren wollen?

Behaupten Sie nicht, dass ich keine Stellung bezogen habe! Am 28.02.2016 um 20:59 Uhr schrieb ich:

"JEDER BRANDANSCHLAG ist einer zu viel. Egal wieviel "Bevölkerungszahl" NRW mehr hat als wie Sachsen! Und 17 Brandanschläge sind ERST RECHT 17 zu viele."

Von Ihnen kam bisher nur, dass Sie die 5 Brandanschläge seit Anfang 2016 in Sachsen "viel Unmenschlicher und krimineller" finden. Die 17 in NRW finden Sie hingegen einwohnerbezogener.

In Ihrem Weltbild ist irgendwas nicht in Ordnung.

Montaine Duvall 28.02.2016 | 22:09

Sorry, ich kann Sie nicht ernst nehmen. Wo steht, daß ich die 17 einwohnerbezogen sehe und die anderen nicht?

Im übrigen sind die 5 in Sachsen, einwohnerbezogen, sogar mehr als in NRW.

Schauen wir mal zurück.....ich glaube 2013 hat Sachsen die Statistik angeführt, im letzten Jahr, einwohnerbereinigt auch weit vorn.

Übrigens habe ich nie von "5" Anschlägen geschrieben. Aber das wissen Sie ja.

Enensowenig habe ich mich darauf konzentriert. Es scheint so als ob Sie mich nur provozieren wollen und ....

Übrigens, mein Weltbild können Sie gar nicht kennen.

Sie als Sachse können mir aber vielleicht das von manchen Sachsen erklären.

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Ehemaliger Nutzer 28.02.2016 | 22:23

"Bitte belassen Sie es dabei, ich diskutiere nicht gerne auf solch niederem Niveau."

Die Zahl 5 seit Anfang 2016 habe ich Ihnen mitgeteilt. Sie hatten extra nach der Zahl der Brandanschläge in Sachsen gefragt, erinnern Sie sich?

Die Zahl 17 der Brandanschläge in NRW hat sich leider in der letzten Zeit auf 22 erhöht. D.h. die Online-Ausgabe des Neue Deutschland war mit der Zahl 17 nicht mehr auf dem neuesten Stand.

Wenn konkrete Fakten für Sie ein "solch niederes Niveau" sind, was hätten Sie denn gern besseres?

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Ehemaliger Nutzer 28.02.2016 | 22:51

"Im übrigen sind die 5 in Sachsen, einwohnerbezogen, sogar mehr als in NRW."

Ich hasse es, die von Ihnen geforderten einwohnerbezogenen Zahlen zu bringen, aber damit Ihnen die Augen aufgehen, können Sie sie haben:

NRW (seit Anfang 2016)

22/17,638 = 1,25 Brandanschläge aktuell pro 1 Mio. Einwohner

Sachsen (seit Anfang 2016)

5 / 4,055 = 1,23 Brandanschläge aktuell pro 1 Mio. Einwohner

Ich sehe, dass wir uns in Sachsen im gleichen Maße um die Brandstifter kümmern müssen, wie die Bewohner von NRW.

Wenn Sachsen schlimm ist, sehen Sie doch endlich ein, dass NRW aktuelle genauso schlimm ist.

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Ehemaliger Nutzer 28.02.2016 | 23:03

Sie können natürlich nicht anders, als wie Zahlen und Fakten prekären Nonsens zu finden, weil Sie befassen sich lieber mit genetischen Argumenten, wenn es um Menschen geht. Es geht Ihnen darum, dass es Menschen gibt, die auch GENETISCH nichts wert sind!

Erinnern Sie sich?:

"Vielleicht sollte man weniger Gefühle Enttäuschung an Menschen verschwenden, die es vielleicht gar nicht wert sind.

Denn nicht überall, wo A drauf steht ist auch A drin (und das meine ich ausdrücklich nicht nur genetisch)."

Was sind Sie nur für ein Sarrazin-Fan!

Montaine Duvall 29.02.2016 | 01:12

Wie Sie schreiben AKTUELL.

Haben Sie mal die Zahlen 2 Jahre rückwärts angeschaut?

Oder die rechtsradikale Entwicklung in Sachsen der letzten 20 Jahre?

Oder die sonstigen rechtsradikalen Übergriffe?

Die Gefahr von Neo-Nazis angegriffen zu werden ist in Sachsen am höchsten. Daran habe ich nicht mitgewirkt sondern nun mal Sachsen. Man beachte die Wählerstimmen der NPD die in manchen Gebieten die höchsten in Deutschland sind.

Sachsen ist vielfach belegt die Hochburg der rechtsradikalen und Neo-Nazis. Man sollte sich dafür interessieren, weshalb.

Reinhold Schramm 29.02.2016 | 09:54

Ungeschminkte Bemerkungen und notwendige Aspekte

Rassistische Einstellungen wurden im realsozialistischen Gesellschaftssystem, Volksbildungssystem und in den Medien der antfaschistischen (staatlichen) DDR nicht gelehrt und auch nicht verbreitet. Allenfalls wurden solche Einstellungen durch (persönlichen) Opportunismus und (äußere) Anpassung verdeckt.

Auch hieraus erklärt sich der Zusammenbruch und die kampflose Selbstauflösung und Implosion der DDR, der SED, der Blockparteien und allen Massenorganisationen, einschließlich deren staatlichen Organen, Kampftruppen der Arbeiterklasse, Armee etc. So auch das gesellschaftspolitische Verschwinden ihrer 40.000 hauptamtlichen SED-MitarbeiterInnen. Gleiches gilt für den FDGB, deren rund 50.000 Hauptamtlichen und deren mehr als 11 Millionen FDGB-GewerkschaftsmitgliederInnen. Analoges bei den Blockparteien und weiteren Massenorganisationen.

Ohne die (historisch notwendige) Anwesenheit der sowjetischen Armeeverbände, nach der (äußeren) Niederringung des deutschen Kapitalfaschismus, wäre die zeitweilige (ostdeutsche) Existenz der antifaschistischen DDR, im Ursprung getragen von einer antifaschistischen (deutschen) Minderheit der Bevölkerung, nicht möglich gewesen.

Zudem wurde die antifaschistische und demokratische Hauptaufgabe der [ost-]deutschen Minderheit [aus Parteien, Massenorganisationen und staatlichen Organen, einschließlich deren staatlichen MFS-Staatssicherheit], durch das politische Versagen der sowjetischen Streitkräfte beim Besatzungsregime in Ostdeutschland erschwert (Massenvergewaltigungen und andere Verbrechen bei der Besatzung).

Die militärische Führung der sowjetischen Streitkräfte hatte vor und nach Kriegsende 1945 die traumatisierten Mannschaften nur ungenügend unter ihrer Kontrolle. Hierfür gibt es keinerlei Rechtfertigung, auch nicht mit dem Hinweis auf die Beteiligung großer Teile der (west/ost-)deutschen Bevölkerung an den terroristisch-faschistisch-staatlichen Verbrechen, -- von vor Kriegsende 1945.

Diese Verbrechen, durch das sowjetische Besatzungsregime, gegen die (ost-)deutsche Bevölkerung, führten zur nachhaltigen Untergrabung der Glaubwürdigkeit der (ostdeutschen) gesellschaftspolitischen Minderheit, der Parteiführungen und späteren Staatsführung der DDR. [Siehe in diesem Zusammenhang auch die Folgeen und Auswirkungen im Juni 1953.]

Verstärkt wurde der politische Gegensatz, zwischen Partei/Staatsführung und Bevölkerung, zusätzlich noch, durch den (allgemein gepflegten) zunehmenden Opportunismus/Anpassungsverhalten/pseudomarxistischen Dogmatismus-Antisozialismus und durch die Vermeidung von notwendig harten, aber offenen Meinungsdialog, fehlende Diskussion und inhaltliche Auseinandersetzung.

[-- unvollständig.]

R.S.: antifaschistischer und antiimperialistischer IM des MfS der DDR im Westen, Berufsverbot seit Novemer 1995.

MaLck 29.02.2016 | 15:58

Ich bin erschrocken, welcher Rassismus unter den Bevölkerungsgruppen innerhalb Deutschlands hier zu Tage tritt. Da scheint es doch tatsächlich Deutsche erster Klasse und Sachsen zu geben. Dabei ging es in meinem Beitrag nur darum, auf die nicht sehr ausgewogene, man kann auch sagen tendenziell rassistische Berichterstattung der Medien hinzuweisen. Die dürfte einen erheblichen Anteil am Glaubwürdigkeitsdefizit der Medien haben.