Limburg 21

Wasser und Wein Der Klerus hat von nichts gewußt. Also sprachen sie : "Wir sind hinters Licht geführt worden". Also werden sie sprechen (der weltliche Klerus), bei Stutgart 21.
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Limburg 21

Das Bistum Gaisburg, bisher international kaum bekannt, schreckt das Land mit Horrormeldungen über die Kostenexplosion beim Bau seines Vorzeigeprojektes :

31 statt 10 Milliarden Euro soll der Protzbau inzwischen kosten, ursprünglich waren einmal 4,5 Mrd. angesetzt. Oder waren es Millionen ? Sind mir wohl ein paar Daten durcheinander geraten.

Die Gaisburger (oder waren es die Limburger ? ) Exzellenzen wollen ihren Bischofssitz tiefer legen,die historische Bonatz-Kathedrale würde zwar noch viele Jahrzehnte ihren Zweck erfüllen, war ihnen aber nicht mehr gut genug, etwas viel kleineres sollte es sein, dafür aber wesentlich luxuriöser, zumindest was den Preis angeht !

Liegt der Bischofspalast doch imageträchtig direkt am Stairway to Heaven (über Paris und Bratislava).

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst,in der ver- weihräucherten Sekten-Szene besser bekannt unter seinem angenommenen NamenStefanus Mappulus Grube van Mehdorn zu Dürr, ist die treibende Kraft.

Und eine Umkehr ist nicht abzusehen. Dieser neuerliche Turmbau zu Babelist nicht mehr aufzuhalten. Ein Sodom und Gomorrha werden die eitlen Fürst-Bischöfe hinterlassen. Vielleicht kommt die (Grundwasser-)Sintflut dann gerade recht, wenigstens die Flammen zu löschen. Eine furiose Parade der dejá-vues.

Der seinerzeitige Erzbischof Günther von Oettingen mag wohl schon seine Zweifel gehabt haben. Aber im Vertrauen auf den lieben Gott und unter derAgitation seiner Betschwester Tanja Gönnteuchnix hat er dann sein Dokument des Zweifels sicher in seinem Schatzkästlein verwahrt, wo es zwei Jahre später während einer kurzen Phase der Säkularisation von staunenden Bilderstürmern tatsächlich gefunden wurde.

Und heute liest sich das dann so :

"In diesem Zusammenhang weisen wir darauf hin, dass gemäß des Statutes des Bischöflichen Stuhles zu Limburg weder Haushaltspläne für die Jahre 2012 und 2013 vorgelegt noch dass entsprechende Einzelprojekte genehmigt worden sind.“

Sagt in Limburg der Vermögensverwaltungsrat des Bischöflichen Stuhls.

Gleiches sagen die Gaisburger, nur dass es sich dort um Milliarden anstelle von Millionen Euros handelt.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/limburger-bischofsresidenz-deutlich-teurer-wir-sind-durch-den-bischof-hinters-licht-gefuehrt-worden-12608017.html

"Mit zehn Millionen werden wir nicht auskommen. Aber die 20 Millionen, von denen in Medienberichten zu lesen war, sind aus der Luft gegriffen." Das hatte der Sprecher des Bistums Limburg, Stefan Schnelle, noch vor einem knappen Monat erklärt. Recht sollte er behalten. Nur die Richtung stimmte nicht. Denn die Kosten für den Neubau des Diözesanen Zentrums St. Nikolaus sind noch viel stärker aus dem Ruder gelaufen als bisher angenommen.

http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36090&key=standard_document_49798929

Ist doch egal, das Volk bezahlt's. So steht das Volkder Gläubigen in ungläubigem Staunen, glotzt mit offenen Mäulern, bekommt schnell ein paar Hostien ins Maul gestopft, muß erst mal schlucken, kann nichts mehr sagen.

Staunte aber noch mehr, nachdem nun bekannt wurde, daß statt der versprochenen doppelten Kapazität des neuen Palastes, für die Gläubigen im neuen Kirchenschiff nur noch ca. 32 Sitzreihen Platz haben werden. Sie müssen eben nur recht glauben, an das Wunder, dass trotz der Verkleinerung viel mehr Raum da sein wird !

Der hohe Klerus gibt sich schein-heilig erstaunt. "Wir sind hinters Licht geführt worden" singt nun der Pfaffen-Chor ! Ohjemineh, Ach Gott herrjeh !

Oh,wirwussten von nichts. Wir sind die reine Unschuld. Haben nur vorsorglich schon mal das Risiko möglicher Regreßansprüche juristisch prüfen lassen. Damit sie vor dem jüngsten Gericht unbefleckt mit weißen Engelshemdchen dastehen und ihren reservierten Fensterplatz im Himmel einnehmen können.

Die hohen Würdenträger tragen ihre Würde vor sich her, die Würde des Volkes ist leider abhanden gekommen.

Weihbischof Kretschmann, Kirchenfürst von Volkes Gnaden, übt sich in dezenter Selbstbeweihräucherung. Gelobet sei der Herren Knecht und seine wundersamen unterirdischen Instrumente. Er sitzt weit abgehoben über den Wolken auf seinem Himmelsthron, eifrig die Schriften der Prophetin Hannah rezitierend, dem Himmel so nah, und doch erzürnt darob, dass trotz seiner verkündeten neuen Lehre des "Gehört werdens" Teile des Volkes nicht auf ihn hören wollen ! "Die Schwaben sind halt ein aufmüpfiges Völkchen", so tröstet er sich.

Dabei hatten die Herren extra das Große Konzil zu Stuttgart einberufen unter Vorsitz des Heiligen Heiner mit den Hohen Priestern von der Heiligen Deutschen Bahn.

Und danach für die kirchliche Laienorganisation eine Art Laienabstimmung vollführt, wobei die armen Laien ob der etwas schwer verständlichen religiösen Formel um die es ging, leicht ins Straucheln kamen und gar nicht mehr genau wussten, worüber sie da befinden sollten. Aber die wiederholte Drohung mit dem 1,5 Milliarden Grad heißen Fegefeuer half, den irritierenden Verstand auszuschalten und nur Gottgefällig, wie die Lämmlein, ihrem Hirten zu folgen und das Kreuz richtig zu setzen.

Nach wie vor schleudert Inquisitor Schmiedelböse Blicke wie tödliche Blitze wider alle Abweichler, und wo diese wirkungslos bleiben, droht er mit der Exkommunizierung, dem päpstlichen Bannstrahl durch die lokale Schmierenpresse und lässt seine Ministranten eifrig Holz sammeln für die Scheiterhaufen.

Der ökumenisch-muslimisch angehauchte Pabst-Kritiker Cem Küngdemir wagt als einziger aus der frommen Schar ein paar vorsichtige Widerworte.

Oberministrant Nils spielt seine Streiche, intrigiert aus dem Hinterhalt und wirft eifrig Weihrauch-Nebelkerzen in der Hoffnung, seine Missetaten damit unsichtbar zu machen.

Von der ganzen übrigen Ministrantenschar in ihren grünen und roten Nachthemdchen ist ohnehin nichts zu sehen oder zu hören. Außer einem gelegentlichen "Hallelujah !" oder gemeinsam mit den übrigen willfährigen Putten ein "Preiset den Herrn ! Kretschmann sein Name."

Und IhreScheinheiligkeit, Erz- Metropolit Kretschhammer, hoch droben auf dem Heiligen Stuhl, sieht sich dem Himmel so nah, einem wieder etwas barockeren Himmel, an dem selbst Engel Aloisius seinen Gefallen gefunden hat, nachdem die knorrigen alten Erzengel Claudia, Renate und Jürgen, die die Fleischeslust ganz verbannen wollten, sich mit ihrem Vorschlag eines wöchentlichen Manna-Day selbst ins endgültige Jenseits befördert hatten. Nun trinkt man ungeniert wieder Wein, nachdem man Wasser gepredigt hatte.

Dabei lässt er seinen Blick wohlgefällig auf dem jüngst herbei geflatterten Engelchen Andreae ruhen, dessen Lobgesänge er gerne vernimmt : "Gebauedeit seist Du, heilige Immobilia."Hosianna in der Tiefe. Mehret den Mammon.

So ist's recht. Gibt man sich insgesamt gern etwas undogmatisch, beglückt die Gläubigen mit der Aussicht, auch Geschiedenen bei Wiederheirattrotz dieser Sünde die Sakramente zu erteilen, was absehbare neue, unbefleckte Koalitionsbildungen doch sehr erleichtert. Der Beistand der heiligen Jungfrau Angela ist ihnen sicher.

Ach ja,Limburg.

22:14 08.10.2013
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