RE: RT Deutsch – ein Medium der Rechten? | 10.04.2016 | 14:29

Immerhin räumt Achtermann ein: Es gibt in allen Lagern staatsfinanzierte PR-Maschinerien. Ob das die USA sind, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Russland oder andere. Seine Belege für die Existenz staatsfinanzierter Medien in Deutschland (DW, ähnliche Sozialisation der Journalisten in den öffentlich-rechtlichen und privaten Medien) überzeugen mich zwar nicht, aber ich nehme ihm ab, dass er ein Interesse an Objektivität und Aufklärung hat. Du hingegen stellst RT Deutsch als Opfer einer in die Defensive geratenen westlichen Propaganda dar (darum die hasshaltung gegen rt deutsch), hältst diesen Sender der russischen Regierung offenbar entweder für ein Beispiel für jenen guten Journalismus, den du hier vermisst, oder für ein Medium, das man kennen sollte, weil es Informationen gibt, die uns unsere Medien vorenthalten. Beide Einschätzungen teile ich nicht: Regierungsmedien produzieren keinen guten Journalismus, schon gar nicht, wenn sie über ein Land berichten, dessen Politik und Lebensform die Regierung als Gegner und potentielle Gefahr für den eigenen Herrschaftsanspruch ansieht. Und wenn ich mehr über die Dinge wissen will, die hier falsch und skandalös sind, finde ich in den deutschen Medien immer irgendwo das, was ich suche. Manchmal sogar im FREITAG und, eher selten, sogar in seiner Community.

RE: Hans-Ulrich Wehler gestorben | 08.07.2014 | 15:17

Abkehr vom "deutschen Sonderweg" heißt bei Wehler nicht bedingungslose Treue zur Politik des Westens und seines US-amerikanischen Hegemons, sondern Abkehr von einer Politik, die ihren Anspruch, Weltmacht zu werden, mit moderner Wirtschaft, einem autoritären Gesellschafts-/Staatsmodell und der Absage an die "Ideen von 1789" durchsetzen wollte. Diese Abkehr, so sah er es, hat der westdeutsche Staat seit 1949 vollzogen.

RE: Poroschenko und seine Hampelmänner | 08.07.2014 | 14:45

Die Äußerungen der Kollegen dürfen Sie nicht zu ernst nehmen. Sie sind Außenseiter, die hier ihre Plattform gefunden haben und sie mit dem Fleiß und dem Selbstbewusstsein jener nutzen, die glauben, auf der richtigen Seite von Moral und Geschichte zu stehen. An Ihrer Stelle würde ich sie ignorieren und ihren Selbstgesprächen überlassen.

Anders wäre es, wenn ihre Positionen nun auch die Linie der Redaktion bestimmten. Dieser Artikel von Herden mit seinen zynischen Anspielungen auf Völkermord, Leningrad und deutscher Verantwortung für den ukrainischen Bürgerkrieg ist ein Hinweis darauf, dass es so kommen könnte. Deshalb (und aus anderen Gründen) habe ich gestern mein Abo beendet und darum gebeten, meinen Account hier zu löschen, was leider noch nicht geschehen ist.

Beste Grüße nach Stuttgart, alles Gute für Sie.

RE: Tor in Rio | 08.07.2014 | 10:30

Das war’s. Ich gehe. Mit einigen von euch würde ich gern in Kontakt bleiben. Meine Adresse: kosiek@t-online.de

RE: Hans-Ulrich Wehler gestorben | 08.07.2014 | 10:12

In seinem Nachruf in der SZ von heute beschreibt Gustav Seibt zutreffend den politischen Standpunkt Wehlers, der in seinen wissenschaftlichen und publizistischen Texten deutlich wird:

„Ihn als klassischen, zuletzt sogar altmodischen Sozialdemokraten zu charakterisieren, trifft einen wichtigen Teil der Sache, vor allem, wenn man an sein lebenslanges Interesse an der Geschichte sozialer Ungleichheit denkt… Und natürlich bekannte er sich vorbehaltlos zu der Öffnung zur politischen Kultur des Westens, die sich seine Mitstreiter Habermas und Heinrich August Winkler auf die Fahnen schrieben. Den deutschen Sonderweg des 19. Jahrhunderts zu beschreiben bedeutete zugleich, ihn hinter sich zu lassen.“

RE: Poroschenko und seine Hampelmänner | 07.07.2014 | 21:50

"Schon ist von von einem "Völkermord" gegen die russischsprachige Bevölkerung des Ostens die Rede. " - Wer redet diesen Unsinn, der die wirklichen Völkermorde der letzten Jahrzehnte relativiert? Vermutlich jene, die das Ende der Herrschaft von Janukowitsch als "faschistischen Putsch" , die Annektion der Krim als Kollateralschaden dieses Putsches und die bewaffneten Aufständischen in der Ostukraine als Wiedergänger der Pariser Commune beschreiben. Die politische Instrumentalisierung des Faschismus-Begriffs in der russischen Propaganda und in der linken Debatte um die Ukraine - das wäre mal ein Thema für einen kritischen politischen Redakteur. Aber der scheint selbst zu glauben, dass die mögliche Blockade von Lugansk und Donezk dem Vorbild der Blockade Leningrads durch die deutsche Wehrmacht folgt, billigend in Kauf genommen oder gar angeleitet durch die deutsche Bundesregierung.

RE: Tor in Rio | 07.07.2014 | 21:17

@alle

Ich bedanke mich für die freundlichen Kommentare. Beste Grüße!

RE: Traumpässe | 06.07.2014 | 12:05

Sah heute in der Zeitung ein Foto von Andrea Pirlo: Hemd mit roten Punkten, Sonnenbrille, in einem Cafe in New York. Machte einen zufriedenen Eindruck.

RE: Tatort Köln | 23.06.2014 | 15:03

»Das Wesen der Kunst…ist, etwas Totes lebendig zu machen, das Verborgene sichtbar, dem Sprachlosen eine Sprache zu geben, dem Ungehörten Gehör zu verschaffen, der Kälte Wärme zu geben, der Hitze Abkühlung zu verschaffen und den Nebel, der über der Welt liegt, zu lichten...« (Nuran David Calis, Der Mond ist meine Sonne.2011) Diese Emphase kann man naiv nennen oder anachronistisch . Aber der Künstler aus BI-Baumheide soll sie sich bewahren.