Das Beste kommt noch!

Obama In einem Wartezimmer in B. erklingt Frank Sinatra.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Im Wartezimmer des Augendiagnostischen Centrums sitze ich neben zwei Frauen in meinem Alter, die zwanglos miteinander plaudern (Grüner Star, Weihnachtsmärchen im Stadttheater) und dabei in Zeitschriften blättern. Irgendwann geht’s um Obama. Sie freuen sich. Eine hat am Morgen ferngesehen und zitiert einen Satz aus Obamas Rede nach dem Sieg: „The best is yet to come. Dieser wunderbare Optimismus! Wenn ich nur wüsste, woher ich diesen Satz kenne!“

Sie erörtern verschiedene Möglichkeiten: Vielleicht aus der Rede von Kennedy damals in Westberlin, nachdem die Mauer errichtet war? Oder aus Sex and the City? Nein. Wahrscheinlich aus einem Lied. Na klar, Frank Sinatra hat das mal gesungen.

Ich blicke auf von dem Merkblatt, das mir den Sinn einer stereometrischen Analyse erklärt. Die Frau im weinroten Kostüm summt die Melodie und singt dann den Refrain: The best is yet to come, and wont that be fine / The best is yet to come, come the day that your mine.

Spontaner Beifall des Operators, der in diesem Moment ins Wartezimmer kommt und mich in den Untersuchungsraum bittet. Während er mich auffordert, den grünen Punkt oben links zu fixieren, hören wir aus dem Wartezimmer den Gesang und das fröhliche Lachen der beiden Frauen.

Minuten später sind die Aufnahmen gemacht. „Ihr Augenarzt wird Sie über das Ergebnis informieren.“ Ich verlasse das Centrum und gehe durch den Regen zur Haltestelle der Stadtbahn.

The best is yet to come. Den beiden im Wartezimmer, Obama und mir wünsche ich viel Glück.

14:03 07.11.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Kommentare 10

Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community