Der englische Freund

Deutschlandbild Der Blick von außen irritiert, aber wir halten tapfer dagegen
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M., ein alter englischer Freund, Physiker, ein Labour-Mann und Liebhaber Europas, deutschen Weins und britischen Humors, der uns nach Jahren mit seiner deutschen Frau mal wieder besuchte, erklärte beim Kaffeetrinken, dass er sich für sein Land Zustände wie in Deutschland wünsche: Ausstieg aus der Atomkraft, Distanz zur Kriegspolitik der USA, einflussreiche Gewerkschaften und ein immer noch funktionierender Sozialstaat.

Wir waren kurz irritiert und versuchten dann, sein positives Deutschlandbild zu zerstören, indem wir ihm darlegten, warum die Wirklichkeit doch ziemlich mau sei: : soziale Spaltung, militante Außenpolitik, Entpolitisierung etc.

Beim Abschied sagte M.: „Ihr seid seltsame Leute. Als ihr Nationalisten wart und stolz auf eure Feindseligkeit gegen Demokratie, wolltet ihr, dass die Welt an euch genese. Jetzt seid ihr gute Demokraten und Europäer, und wenn andere euch loben, gebt ihr euch Mühe zu beweisen, dass es dafür keinen Grund gebe. Ich verstehe die Deutschen nicht.“

Zur Strafe werden wir ihm ein Abo des FREITAG schenken.

21:11 15.01.2014
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