Hanoi Cuisine

Familienbande Hier sieht man, dass diese Opfer fordern, aber nicht unbedingt in die Katastrophe führen müssen.
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Wir saßen auf Gartenstühlen um den provisorischen Küchentisch in seiner sonnendurchfluteten Wohnung im 6. Stock einer Apartmentanlage im Süden der Stadt. Wir waren angereist, um mit ihm seinen 26.Geburtstag zu feiern.

Bei Kaffee, Kuchen und viel Wasser berichtete er von seinem neuen Job und von den Vorzügen der neuen Wohnung.

Sein Vater berichtete von Plänen, vorzeitig in Rente zu gehen und mit seiner Lebensgefährtin aufs Land zu ziehen.

Seine Mutter erzählte davon, wie ihr Hund, ein Westy, die junge Tierärztin gebissen habe, als die ihm Insulin spritzen wollte.

B. erzählte, wie sie erfolglos versucht habe, 24 Lehrerinnen und Lehrer eines südlichen Bundeslands von den Möglichkeiten individueller Förderung im Unterricht zu überzeugen.

Hin und wieder schaute ich auf den Eingang zum Restaurant Hanoi Cuisine, unten auf der anderen Straßenseite. Die Tür war offen, gelegentlich kam ein Kellner nach draußen, um zu rauchen, Gäste waren nicht zu sehen. Mir kamen Sprechchöre in den Sinn: Ho-Ho-Ho Chi Minh. Lange her, 1967? Samstags in der Fußgängerzone, nach dem grammatischen Repetitorium.

Dann sprachen wir über das Royal Baby, Politik und die Chancen des örtlichen Fußballvereins in der neuen Saison.

Am Abend auf dem Weg zu einem Lokal mit regionaler Küche saßen wir in der U-Bahn drei jungen Männern gegenüber, die mit Whisky und Wodka auf dem Weg zu einem Feuerwerk am Fluss waren. In ihren Gesprächen ging es um Gina, mit der sie sich verabredet hatten. Sie waren aber nicht sicher, ob Gina kommen würde.

Im Lokal gab es Rheinischen Sauerbraten. Der war gut, aber gut war sicher auch das Pho Bo, das jetzt im Hanoi Cuisine den Gästen, die hoffentlich gekommen waren, serviert wurde.

Auf der Rückfahrt im vollbesetzten RE , spät in der Nacht, überlegten wir, wie wir die altersgerechte Modernisierung des Bads finanzieren könnten.

05:31 21.07.2013
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