Super, Mario!

EM Italien finde ich gut. Italienischen Fußball auch ( trotz Boninsegna ). Patriotismus nervt mich. Trotzdem erwartete ich gestern Abend den Sieg unserer Jungs mit Ungeduld.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Als Blitz, Donner und Regen mich am frühen Morgen weckten, dachte ich einen Moment, dass nach dem Untergang der schwarzrotgoldenen Träume in Warschau nun der der Ostwestfalen in BI anstehe.

Das erwies sich als Irrtum.

Ich stand auf, machte Kaffee und wartete auf den Zeitungsboten.

Als der dann, durchnässt und mit wirrem Haar, endlich kam, sagte er fröhlich: „Super, Mario!“

Zwei Kaffees später in der Küche, draußen beruhigte sich der Himmel allmählich, hatte er mich fast davon überzeugt, dass die Italiener verdient gewonnen hätten, die junge deutsche Mannschaft ihre Zukunft noch vor sich habe und der Katzenjammer unserer Fußballpatrioten in politischer Hinsicht eher erfreulich sei: „Wer heute Fähnchen für hochdotierte Unternehmer schwenkt, der schwenkt sie morgen für ein deutsches Europa.“

Er musste dann weiter. Ich ging zurück ins Bett und hörte beim Einschlafen im Radio einen Bericht des Korrespondenten aus Brüssel, der von harten Auseinandersetzungen zwischen Angela Merkel und Mario Monti sprach.

P.S.

„Das Fußballspiel ist nicht die Fortsetzung des Lebens, sondern das Leben ist die Fortsetzung des Fußballspiels", meint Ror Wolf, der den Fußball, seine Sprache und das Leben kennt und heute 80 wird.

12:11 29.06.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Kommentare 2