Vorweihnachtszeit

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Gegen 02:00 Uhr heute Morgen verspürte ich 1. starke Schmerzen am Backenzahn links unten und 2.eine Trübung meines rechten Auges, begleitet von leichten Schmerzen.

Um 07:50 Uhr, vor Beginn der eigentlichen Sprechstunde, saß ich im Wartezimmer des Zahnarztes meines Vertrauens, um 08:00 Uhr im Behandlungsstuhl, um 08:15 Uhr war nach einer Röntgenaufnahme klar, dass der Zahn extrahiert werden musste.

"Der Ausdruck „einen Zahn ziehen“ ist zwar allgemein gebräuchlich, beschreibt jedoch nur sehr unzulänglich die eigentliche Technik der Extraktion. Vielmehr kommt es darauf an, das Zahnfach mit gefühlvollen, geeigneten Hebel- und Kippbewegungen aufzuweiten und zu „erspüren“, wohin der Zahn am ehesten nachgibt. Dabei muss durch Abstützung des Knochen mit der freien Hand eine Zersplitterung der Alveolenwände vermieden werden. Durch bloßes Ziehen wäre es in den allermeisten Fällen unmöglich, einen Zahn zu entfernen, insbesondere nicht bei den (oberen) Molaren, deren Wurzeln oft stark divergieren. Nach der Extraktion werden die Alveolenwände manuell wieder zusammengedrückt.

Eine normale Begleiterscheinung jeder Extraktion ist eine Blutung aus den verletzten Gefäßen der Gingiva, des Zahnhalteapparates und im Knochen. Normalerweise reicht postoperativ die Einlage eines sterilen Tupfers als Druckverband für ca 30 min aus. Das entstehende Blutgerinnsel ist der ideale Wundverband. Um die offene Wundfläche zu verringern, können chirurgische Nähte vorgenommen werden. (...) Erforderlichenfalls kann ein Schmerzmedikament verordnet werden." ( Aus: Wikipedia )

Um 08:30 war der Zahn nach allen Regeln des zahnärztlichen Handwerks gezogen. Um 09:00 wurde ich in Gnaden nach Hause entlassen mit der Auflage, zwei Tage lang nicht zu rauchen und mich heute ruhig zu verhalten.

Um 10:00 Uhr bat ich meinen Augenarzt um einen Termin.

Um 12:00 schaute er mir in die Augen.

Um 12:02 hatte er die Diagnose:

„Eine einfache akute Bindehautentzündung kann durch mechanische Reizung entstehen, zum Beispiel physikalische Einflüsse, Rauch, Staub und trockene Luft. Auch nicht erkannte Brechungsfehler oder Trichiasis können die Ursache für eine hartnäckige Conjunktiva simplex acuta sein. Die Symptome sind Rötung, Jucken, Brennen, Schwellung der Augenlider, Verengung der Lidspalte, verklebte Augen beim Aufwachen und ein wässrig-schleimiger Ausfluss. Die Therapie besteht in der Schonung des Auges und bei schwereren Fällen der Verabreichung von adstringierenden Augentropfen oder Salben.“ ( aus: Wikipedia )

Um 13:00 Uhr war ich mit dem verordneten Medikament wieder zu Hause. Niemand da, der mich bemitleiden konnte.

Von 13:30 bis 14:30 : Vergebliche Schlummerversuche auf dem Sofa. Im Rundfunk hörte ich vorweihnachtliche Gedichte. Dieses von Rilke gefiel mir wegen des letzten Verses gut:

„Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin - bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit!“

Um 15:00 begann ich dieses Blog zu schreiben, in der Hoffnung, damit meine leichten Schmerzen im linken Kiefer zu beschwichtigen und wieder den vollen Durchblick zu gewinnen.

Für 16:00 Uhr haben sich zwei Enkelkinder zu Besuch angesagt. Sie bringen Kuchen mit, und ich werde für den Kakao sorgen.

16:01 22.12.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
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hibou | Community
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matt-dillon | Community