Fundsache

Martin Walser Der Dichter hat sein Tagebuch verloren. Das ist ein Grund für Hoffnung.
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In der Freude über die Niederlage der Bayern in Weißrussland und unseren nationalen Feiertag droht die Nachricht unterzugehen, dass Martin Walser am 17.September auf der Bahnfahrt von Innsbruck nach Friedrichshafen sein Reise-Tagebuch verloren hat.

Nach Angaben des alten Herrn befand sich im Tagebuch u. a. der Entwurf eines Essays mit dem Arbeitstitel „Liebe ohne Sex und Sex ohne Liebe?“.

Dieser Essay muss nicht sein, denn der Dichter hat sich in seinen letzten Romanen schon ausführlich zum Thema geäußert.

Besser, er schriebe auf seine alten Tage noch mal was über die wirklich wichtigen Themen: Frau Merkel, von der er sich gut regiert fühlt, Fußball oder über seine Zeit als Kommunist.

Also, lieber Finder des Tagebuchs im Zug zwischen Innsbruck und Friedrichshafen, widerstehen Sie der Verführung des vom Verlag ausgesetzten Finderlohns und tun Sie dem Dichter und seinem Leser einen Gefallen: Behalten Sie einstweilen das Tagebuch und zwingen Sie ihn, von anderen Dingen zu fabulieren.

22:37 03.10.2012
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