krümmmel

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krümmmel
RE: Anti-AfD: Symptome, Ursachen und Blindheit | 15.03.2016 | 21:43

Sehr richtig, es gilt an die Wurzel, den unterschwellig vorhandenen Rassismus zu gehen, damit auf dieser nicht zur einfachen Lösung für gesellschaftliche Probleme anderen Ursprungs wird. Aufpassen müssen wir jedoch, dass dabei nicht hauptsächlich auf oberflächlich wirkende und wiederum abwertende political corretness abgehoben wird. Der erhobene Zeigefinger sowie das Umschreiben von Kinderbüchern etc. bewirkt ja doch nur das Gegenteil. Wer das N-Wort benutzt, ist noch lange kein böser Rassist. Ich bringe es zwar meinen Kindern nicht explizit bei, bzw. kläre sie über etwaige Bedeutungen auf, doch ich verurteile niemanden, wenn er sich beim Bäcker ein entsprechendes Brötchen bestellt. Es ist kein Drama, phänomenologische Unterschiede zwischen Menschen/Bevölkerungsgruppen zu benennen. Wichtig ist, dass ich es beim Anerkennen des Unterschiedes belasse (Hautfarbe, Religion, ethnische Abstammung, Behinderung, etc.) Doch niemals eine Wertung vornehme. Es gibt diese Unterschiede nunmal, und das ist auch gut so, und trotzdem können wir miteinander leben.

Ein Bewusstsein für Unterschiede verbunden mit entsprechender Vorsicht oder auch abwehrendem Verhalten und Vorurteilen, quasi Rassismus, scheint tief in uns verwurzelt zu sein, passt aber nicht mehr zu unserer Lebensweise und mittlerweile höher entwickelten ethischen Grundsätzen ( Mebschenrechte...) und Empfindungen. Behindert uns also, ist obsolet geworden. Kämpfen wir dagegen an, aber verleugnen nicht die vorhandene Tendenz dazu. Wahrscheinlich ist es richtig, so wie beim Lesen und Schreiben, in der Erziehung ganz natürlich da anzusetzen, mit viel Nachsicht und OHNE bemühe Korrektheit und Zerfledderung überlieferten Kulturgutes.

RE: Obszön: Ungleichheit steigt immer weiter | 11.03.2016 | 14:25

Nur zu, setzen sie Ihre Genossen mal ordentlich auf den Pott! Deren menschenfeindliches (mit)agieren ist immerhin mit Schuld daran, dass die Leute sich nur/wieder mit reaktionären, nationalistischen und rassistischen Scheinlösungen zu helfen wissen. Vielen Dank im Voraus!

(Mensch, hab ich nen Hals zur Zeit)

RE: Schuld ist der Feminismus | 09.03.2016 | 11:49

@ Uebung's und @Ruediger Heescher's Kommentare könnte ich unterschreiben. Ich habe noch nie verstanden, was der Mehrheit der Frauen das Anpreisen von Elterngeld, Krippenplätzen und Co im Dienste des Kapitalismus gebracht hätte, ausser( noch) mehr Erwartungsdruck.

Mehr Magengeschwüre und Burnouts vielleicht, ganz im Sinne Gleichberechtigung.

Am Anfang mögen immer here Absichten stehen, was am Ende dabei rauskommt, ist wohl oft neoliberal verseuchtes Zeug, das die Menschen krank macht, ihre Beziehungen vergiftet und die Gesellschaft spaltet.

RE: Backen sollst du | 07.03.2016 | 06:59

Danke für den Tipp, habe mir das Buch gleich reserviert..

"Als Leserin fragt man sich, ob... .....man wischt den Gedanken weg."

Frau muss diesen Gedanken wegwischen, mit dieser Unsicherheit müssen wir wohl leben. Es gibt ja z.B. auch Menschen, die haben für Fußball nach eigener Aussage definitiv gar nichts übrig, rasten dann aber total aus, weil es ja das eigene Land ist, dass Weltmeister geworden ist. Grundsätzliches Misstrauen und paranoider Radikalfeminismus helfen einen im Leben dann allerdings doch nicht weiter.

RE: Ethik ist wichtiger als Religionen | 24.01.2016 | 21:37

( und soll ich Dir mal was sagen, jedesmal, wenn ich diese Gedankengänge gehe, regt es mich mehr auf. Wenn ich sehe, dass die Leute, die es eigentlich in der Hand hätten, anscheinend zu blind/dumm/korrupt/sonstwas sind... ich könnte schier ausrasten, sag ich Dir. Doch keiner traut sich was. Es lebe die Zivilisation!)

RE: Ethik ist wichtiger als Religionen | 24.01.2016 | 21:31

Hallo Moorleiche,

"Was siehst Du das?" Ich vermute, das sollte "was siehst Du da?" heissen? Oder meintest Du "wie siehst Du das?" Okay, ich geh mal auf die erste Variante ein. Ich versuche es.

Ich schrieb bereits, dass ich da eine Idee hatte, von Ethik als Ausformung einer groben Struktur, die der Lebensherhaltung dient. Du sagtest, dafür bräuchte es sie eigentlich nicht, wie im Tierreich etwa. Das stimmt, das muss wohl verfeinert werden. Die Ziele scheinen Ausgleich und Harmonie zu sein. Wenn ich davon ausgehe, dass Leben sich selbst erhält und im Normalfall die Natur für ein austarieren der Verhältnisse sorgt, scheint es eine kraft zu geben, die nach Ausgleich strebt.

Dann sehe ich dass wir Menschen als eine Art Sonderfall in der Lage sind, diese Kraft ziemlich zu strapazieren, allein durch unseren Grad an Entwicklung, unsere kreativen Fähigkeiten. Extreme werden sicht- und fühlbar. Damit zur Ethik. Sehen wir sie als Ableger dieser ordnenden Naturkraft. Sie zielt Richtung Harmonie durch Ausgleich. Wir als Menschen können sie bewusst einsetzen, dafür müssen wir hinschauen und -fühlen. Leid dient dabei als Kriterium. Die Prämisse muss lauten: so wenig Leid wie möglich. (Das höchstmögliche Glück kann es nicht sein, das betreiben wir zu genüge, es führt zum Gegenteil. Hier spielt uns unser Belohnungssystem dazwischen. Wir sind zwar mehr, als nur unsere Biologie, doch sie bedingt uns und ist einfach sehr mächtig.)

Also Harmonie ist das Ziel, sowenig Leid wie möglich die Spielregel. Im Klartext kann das natürlich heissen, dass ich auch manchen etwas wegnehmen muss, damit andere überhaupt was haben. Prinzip Nierenspende. Alles nicht neu, aber anscheinend zu schwer in der Umsetzung, seufz.

RE: Ethik ist wichtiger als Religionen | 23.01.2016 | 01:55

Hallo Moorleiche,

"..Handlungsfreiheit. ." Ja, wenn mir bewusst ist, dass ich ohne Hilfsmittel nicht fliegen kann bzw. Gefesselt nicht aufstehen kann, ändert das erstmal nix. Aber es hilft, gefesselt-sein-Situationen von nicht-fliegen-können-Situationen zu unterscheiden. Es ist eine andere Qualität von Unvermögen, zwischen beiden Situationen gibt es in der hinsicht wohl viele Abstufungen. Und eine Veränderung in der jeweiligen Deutung kann viel bewirken.

Was meinst Du mit "universeller Gerechtigkeit"? Kann das universum ungerecht sein? Ich sehe Ethik als Kategorie, Gerechtigkeit gehört in einem Gewissen Sinn dazu, aber genauso wie Erhaltung und Harmonie. Oder alles zusammen gehört in die Schublade Ordnung im Sinne von Stabilisierung durch Harmonisierung. Und als Struktur kann sie durchaus sowohl das Zusammenwirken unserer Körperzellen als auch unsere (bewussten?) Sozialen Interaktionen durchdringen. Ich weiß, mit Ethik ist etwas feineres gemeint, wohl etwas höheres. Mir hilft es da jedoch tiefer zu schauen, gröber. So lässt sich auch eine schablone finden, die man anlegen kann, wenn es um die Frage nach ethischer Vertretbarkeit geht. Leider funktioniert unsere Welt nicht so einfach, wie sie evtl. könnte.

RE: Ethik ist wichtiger als Religionen | 23.01.2016 | 00:56

Ohje, sehr unsauber getippt, mobil halt... Entschuldigung dafür.

RE: Ethik ist wichtiger als Religionen | 23.01.2016 | 00:50

"Wir werden sehen." - Ja, oder auch nicht ;) Deine Wette ist nach wie bor eine Glaubensfrage. Wobei die Frage nach dem Wesen der Gottheit bzw. der Form des Fortbestehens der Akkumulation von Existenz, die wir darstellen, nachdem ( grundlegende?) Bestandteile dieser wieder in diverse Kreisläufe diffundieren -sprich: nach dem Tod- wohl tatsächlich eine Spielerei ist. Weil wir nicht glauben oder wissen müssen, um es schlussendlich zu erfahren. Falls wir, wie Du es ausdrückst, Glück haben/ gewinnen, sitzen wir im Jenseits eh mit Schamanen und Buddhisten zusammen am Tresen und stoßen mit Atheisten und Dschihadisten an. Der Gewinn, sich dieses Fortbestehen auszudenken, besteht in der Hoffnung, die uns das im Hier und Jetzt gibt. Diese wiederum wirkt auf unsere chemische Zusammensetzung und lässt uns Glück empfinden. Das allein ist es Wert. Wobei man da auf Konventionen ruhig pfeifen kann, bewiesen ist eh nix.

Das ist such ein "Schönreden der Wirklichkeit" - oder halt "im Käfig empfundene Freiheit". Halten wirs wie Pippi Langstrumpf.

Mein Tipp ist, dass zwei Ebenen nicht ausreichen, oder differenzierst Du diese noch weiter? Ich denke, wir sind auch noch vieles zwischen Geist und Biologie. Diese Sphäre, die wir mit "Ich" ettiketieren, ist ein Substrat aus Erfahrung von Möglichkeiten, hervorgebracht durch ein Zusammenwirken von Verschränkung und Erhaltung. Oder so ähnlich. Eine wandelnde Cloud mit durchaus gestalterischen Potenzen, jedoch werden wir wohl nie alle Aspekte unseres Seins erfassen können. Das vermute ich genauso wie dass mit dem sich auflösen der biologischen/materiellen Aspekten, die ja zu einem großen Teil der Erfahrung sowie der Umsetzung und kanalisation von Energie dienen, gewisse Grundlagen für die Aufrechterhaltung dieser Sphäre fehlen. Kurzum, "mich" wird es nicht mehr geben, wenn mein Körper aufhört zu leben. "Ich" will das natürlich nicht, weil es nicht der Erhaltung entspricht, aber der Wandel wird siegen;) Ich werde mich wohl damit abfinden müssen, in Fragmenten weiterzuexistieren, wie etwa Erbinformationen, Erinnerungen und anderen, evtl. irgendwann einmal zu Papier gebrachten Ideen. Das wars.

Existenz

RE: Ethik ist wichtiger als Religionen | 21.01.2016 | 15:13

Von einer Definitionwahrscheinlich Lichtjahre entfernt... Eher eine Ahnung. Lässt sich sowas überhaupt definieren?

Wollen sie Ethik berechnen ? :) Ist Ethik ein Wert ?? In Mathe war ich schon immer mies, halte es da eher mit Bildern... und sehe Ethik als lebenserhaltende Struktur, wie auch Stoffwechsel- und Energiekreisläufe welche sind. Nur auf anderer Ebene. Schwer fassbar, genauso, wie wenn man fragt was das Ich/Selbst eigentlich ist. Oder das Leben. Oder handfester: Berechnen Sie mir eine Kaffeetasse. Welche Faktoren braucht man dazu? Wobei die Kaffeetasse natürlich den Vorteil hat, dass wir Sinnesorgane haben, um gewisse ihrer Qualitäten wahrzunehmen, und wir sie täglich völlig bewusst gebrauchen, sie ist zum größten Teil wohl in unserer materiellen Alltagswelt zuhause. Lohnt sich also nicht, über sie zu philosophieren. Vielleicht gibt es Entitäten, die über Ethik so reden können, wie wir über Kaffeetassen, aber in deren Welt würde evtl. unser Bewusstsein zu Suppe gerinnen und uns aus den ohren tropfen ;)