RE: Sie pumpen wieder | 05.07.2020 | 13:23

Das ist anscheinend eine Schallplattenaufnahme. Bemerkenswert und angesichts des heutigen Zustands des ÖR völlig unvorstellbar ist aber, dass Floh de Colgne auch im (damals noch nur ÖR) Fernsehen auftrat, z.B. mit diesem Lied:

https://youtu.be/0iLTtVgXhbY

RE: Klasse Virus | 01.07.2020 | 06:50

Oh sorry, ist irgendwie nicht als Antwort an @Stiller vermerkt worden. Also: Diese Antwort Bezog sich auf die Frage von Stiller nach einem offiziellen Beleg für meine Ankekdote der Umbenennung "blind" -> "visueller Förderbedarf".

RE: Klasse Virus | 01.07.2020 | 06:47

Hab's aus dem Gedächtnis zitiert nach dem, was mir eine Bekannte vor etlichen Jahren erzählte, die an einer solchen Schule arbeitete. Über eine Internet-Suche finde ich das jetzt aber nicht (weiß auch nicht, ob es die Schule überhaupt noch gibt, oder ob sie der Inklusion zum Opfer fiel). Vermutlich war der "visuelle Förderbedarf" nur ein Teilaspekt verschiedener "Förderbedarfe". Aber er meint tatsächlich Blindheit (also im wörtlichen Sinne).

Was ich aber finden konnte, war eine Modulbeschreibung zum Studiengang Sonderpädagogik an Humboldt-Universität Berlin mit folgender Formulierung: "kennen spezifische rehabilitationspädagogische Grundlagen der Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen mit sozialem, emotionalem, kognitivem, sprachlichem, motorischem, auditivem und visuellem Förderbedarf."

RE: Klasse Virus | 30.06.2020 | 22:22

gelse schrieb: "Wahrscheinlich sind wir in der Einschätzung der Lage gar nicht weit auseinander."

In der Tat. Wobei ich selbst "sozial schwach" kaum benutze. Sollte ich doch einmal in die Verlegenheit kommen, dann schlagen Sie einfach einen anderen Begriff vor, der keine Herrschaftssprache ist. Nach meinem (offenbar zu naiven) Verständnis kombiniert der Begriff "sozial schwach" die ökonomiche Schwäche mit gesellschaftlicher Machtlosigkeit. Wäre das biblische "die Niedrigen" ein passender Begriff?

Ihre anderen Beispiele sind die üblichen Euphemismen des Marketingsprechs, die bei den meisten Zuhörern nur ein Schmunzeln hervorrufen. Schon Struck hat ja in einem berühmten Bonmot klargestellt, dass nicht durch die Fakten, sondern durch die Regierung definiert wird, was "Verteidigung" ist. Manchmal treibt das richtig kuriose Blüten, wie z.B. bei der Umbenennung einer Schule für Blinde in "Schule für Menschen mit visuellem Förderbedarf".

RE: Klasse Virus | 28.06.2020 | 21:33

Wieso meinen Sie, dass der Begriff "sozial schwach" automatisch negativ gemeint ist? Nach meinem Verständnis ist "stark" und "schwach" insbesondere eine Aussage über die Machtverhältnisse. Und deshalb trägt m.E. der Begriff "sozial schwach" zugleich auch die Kritik an den Verhältnissen in sich.

Negativ wird er erst durch den Kontext der Individualisierung in Medien wie der Bild-Zeitung oder RTLII (und auch vornehmeren Medien), die den Eindruck erzeugen wollen, dass die Schwachen zurecht schwach seien, weil Ihre Situation slebstverschuldet sei. Gegen dieses Brainwashing sollte man sich m.E. wenden, nicht dem Begriff "schwach" an sich.

RE: bin zurück | 28.06.2020 | 21:08

Hab's erst jetzt gesehen, deshalb meine verspäteten, aber nciht minder herzlichen Wünsche für eine baldige Genesung!

Ist der Stimmverlust eine Nebenwirkung der Beatmung, die die Stimmbänder beschädigt hat?

RE: Einfaches Modell für den Covid-19-Zeitverlauf | 08.06.2020 | 08:36

Ein Blogtext beim Freitag ist nicht so ganz das optimale Format für eine statistische Studie, weil keine Tabellen und Grafiken eingebunden werden und die Einflussmöglichkeiten auf die Formatierung sehr begrenzt sind.

Könnten Sie die Studie einmal formal als technischen Bericht (neudueutsch: "Preprint") aufschrieben und irgendwo bereitstellen (z.B. arxiv oder eine (Preprint-)Publikationsreihe Ihres Instituts)? Ist zwar mehr Arbeit, macht es dem Leser aber möglich, das nachzuvollziehen.

RE: Corona-Songs Vol. 2 | 04.04.2020 | 17:39

Das im Artikel prognostizierte Nachlassen des Interesses scheint die bisher leere Kommentarspalte schon zu belegen. Trotzdem hier noch eine Ergänzung aus dem Bereich der um Größenordnungen seltener geklickten YT-Videos: ein Lied von Lee Brickley, der am Ende darauf hinweist, dass es wohl doch nicht die Banker und Rentiers sind, die am systemrelevantesten sind:

No matter what happens (Lee Brickley)

RE: Das kommt nicht von außen | 27.03.2020 | 07:46

Stephan: "Wenn Menschen beginnen, etwas zu ahnen, bevor sie es wissen, und es nicht exakt auszudrücken in der Lage sind, sind sie für die notwendigen Veränderungen (potentielle) Verbündete, und keine Feinde"

Ich würde sogar noch weiter gehen: diejenigen, die es für ungut halten, wenn die Menschheit der restlichen Natur nicht einmal den Zehnten abtreten will, haben ein intiutiv tieferes Verständnis als die, die nur utilitaristische Überlegungen anstellen mit dem höchsten Ziel des maximalen Wohlbefindens maximal vieler Menschen. Hat nicht diese Auffassung, die das restliche Leben auf diesem Planeten nur im Hinblick auf Nutzen für den Menschen bewertet, auch zu der gegenwärtigen Überlastung der natürlichen Ressourcen beigetragen?

Um es mit Noam Chomsky zu sagen: "It’s beyond irony that the richest most powerful countries in the world are racing towards disaster while the so-called primitive societies are the ones in the forefront of trying to avert it."

RE: Trostpflaster für den Shutdown | 23.03.2020 | 13:35

In einer selbsterklärtermaßen linken Wochenzeitung sollte auch der Hinweis auf das aktuelle Lied zum Thema von David Rovics nicht fehlen:

https://youtu.be/TRVn6SYowC8

Mag Ihnen im Vergleich zu den im Artikel empfohlenen Liedern vielleicht zu pathetisch erscheinen, aber dem Refrain sollte ein "maennlicherlinker" zustimmen können: "A society is just as strong as its solidarity".