RE: Begründungen | 10.03.2018 | 16:56

Die Grundprinzipien der Kriegspropaganda sind zeitlos.

Der von Ihnen verlinkte Beitrag ist sicherlich exemplarisch, insbesondere der Trailer zu Beginn. Es gibt übrigens von Scharping ein Interview nach dem Kosovokrieg (2001, glaube ich), in dem er gefragt wurde, wie er damals behaupten konnte, die Serben würden ein"Konzentrationslager" einrichten. Seine Antwort war, dafür hätte es einen (sic!) Zeugen gegeben.

Es gibt einen österreichischen Historiker (Kurt Gritsch), der die "Inszenierung eines gerechten Kriegs" (so der Titel seiner Dissertation) aufgearbeitet und dazu mehrere Bücher verfasst hat. Kürzlich hatte ich das Glück, von ihm einen Vortrag darüber zu hören: sehr empfehlenswert.

RE: Begründungen | 10.03.2018 | 13:12

dom.event.clipboardevents.enabled = true

Ha, das war's! Keine Ahnung, warum das bei mir abgeschaltet war. Tausend Dank!

Den Thread, der durch den Tippfehler entstand, habe ich eingeklappt.

RE: Das retardierende Moment | 04.03.2018 | 22:25

Gunnar_Jeschke: "Die Vorstellungen Macrons [...] haben in Deutschland eine solide Mehrheit gegen sich."

Das wird in Frankreich wohl nicht anders sien, ist aber in einer repräsentativen Demokratie irrelevant. Kanzlerin Merkel hat das höchstselbst 2010 in einer Rede festgestellt, die man auf den Webseiten der Bundesregierung nachlesen kann (Quelle: https://www.bundesregierung.de/ContentArchiv/DE/Archiv17/Reden/2010/03/2010-03-03-merkel-allensbach.html):

"

Aber genau deshalb bin ich auch zutiefst davon überzeugt, dass es richtig ist, dass wir eine repräsentative Demokratie und keine plebiszitäre Demokratie haben und dass uns die repräsentative Demokratie für bestimmte Zeitabschnitte die Möglichkeit gibt, Entscheidungen zu fällen, dann innerhalb dieser Zeitabschnitte auch für diese Entscheidungen zu werben und damit Meinungen zu verändern. Wir können im Rückblick auf die Geschichte der Bundesrepublik sagen, dass all die großen Entscheidungen keine demoskopische Mehrheit hatten, als sie gefällt wurden. Die Einführung der Sozialen Marktwirtschaft, die Wiederbewaffnung, die Ostverträge, der Nato-Doppelbeschluss, das Festhalten an der Einheit, die Einführung des Euro und auch die zunehmende Übernahme von Verantwortung durch die Bundeswehr in der Welt – fast alle diese Entscheidungen sind gegen die Mehrheit der Deutschen erfolgt. Erst im Nachhinein hat sich in vielen Fällen die Haltung der Deutschen verändert. Ich finde es auch vernünftig, dass sich die Bevölkerung das Ergebnis einer Maßnahme erst einmal anschaut und dann ein Urteil darüber bildet. Ich glaube, das ist Ausdruck des Primats der Politik. Und an dem sollte auch festgehalten werden."

RE: Nukleare Krieger beobachten den Cyber-Space. | 04.03.2018 | 22:10

Oh sorry, der letzte Absatz war für mich beim Schreiben unsichtbar, weil der Kommentareditor des Freitag Ein "Paste" zwar ausführt, aber das Ergebnis nicht anzeigt. Das aollte eigentlich ein Zitat von miauxx sein...

Was jetzt wieder ironisch ist, denn die Skills, einen Kommentareditor für ein Webforen zu schreiben, scheinen nur bis zum Donnerstag gestreut zu sein (kleiner Scherz).

RE: Nukleare Krieger beobachten den Cyber-Space. | 04.03.2018 | 22:06

miauxx: "Demokratisierung der IT: Es gibt heute nicht mehr die Hoheit über die Zechnologie"

Auch wenn's in Eurer Diskussion primär ums Cracken geht, möchte ich kurz den Blick auf die "normalen" Anwendungen der IT lenken. Es ist zwar vielleicht so, dass IT jetzt weltweit vielen zugänglich ist und auch prinzipiell den (gestalterischen) Umgang damit fast jeder (mit hinreichender Frustrationstoleranz) lernen kann. Aber die Korrelationsplots diese Auswertung von stackoverflow zeigen, dass das zu einem noch weiteren Auseinanderdriften führt:

https://stackoverflow.blog/2017/08/29/tale-two-industries-programming-languages-differ-wealthy-developing-countries/

Die einen Benutzen die Technik für low-End Spielzeuganwednungen, die anderen zum Data Mining (das typischerweise in den Sprachen R und Python erfolgt).

. Es gibt heute nicht mehr ganz klar die Hoheit über die Technologie; die Skills sind weit gestreut, weil die Technik so allgemein verfügbar geworden

RE: Mein Freund Helder Yuren ist tot | 25.02.2018 | 19:51

Schade, dass ich nicht mehr die Gelegenheit hatte, ihn persönlich kennen zu lernen. Beim Titelsong meiner CD ("Wo kann die Nachtigall noch singen") hatte er mich darauf hingewiesen, dass der Habicht nicht kreist sondern lauert. Für die CD-AUfnahme kam der Hinweis zu spät, aber wenn ich das Lied jetzt live singe, ändere ich den "Habicht" immer in den "Bussard". Auch eine Form des Andenkens an ihn...

Er ruhe in Frieden!

RE: Eine neue linke Erzählung | 02.01.2018 | 14:39

Frank Linnhoff: "Was bitte ist unentlohnte Reproduktionsarbeit"

Dazu hat je gelse unten eine Erläuterung verlinkt. Allerdings schwingt im Beklagen "unentlohnter Reproduktionsarbeit" die Auffassung mit, es sei erstrebenswert, diesen Bereich zu "kommodifizieren", d.h. gewerblich zu organisieren. Warum?

RE: Faxen dick, Freitag! | 21.11.2017 | 18:07

Das Unterdrücken einzelner Kommentare/Artikel ist vielleicht noch verschmerzbar und angesichts der notwendigen Automatisierung sogar ein Stück weit nachvollziehbar.

Aber es hängt ja immer das Damoklesschwert der Accountlöschung über einer Veröffentlichung im Freitag: die Mehrheit meiner Schreiber und Leser ist mittlerweile zu "ehemaligen Nutzern" geworden, was dann ALLE Artikel dieser Accounts löscht. Und das waren überwiegend scharfsinnige und moderat formulierende Nutzer. Das erscheint mir ein unverhältnismäßiges Risiko angesischts des Aufwands für einen Artikel bei gleichzeitiger fast nicht mehr vorhandener Sichtbarkeit.

RE: Die Unvermittelbaren | 21.11.2017 | 17:59

weinsztein: "... sofern die SPD ihre Seeheimer kaltstellt."

Wie soll das gehen? Steht nicht das "S" in "S"PD für "Seeheimer"?

"Und die Linke macht Linke Opposition."

Sofern sie dafür neben kraftzehrenden Flügelkämpfen noch Zeit findet...

RE: Kritik der Nachhaltigkeit | 30.10.2017 | 18:21

iDog: "China ist übrigens das Land, das am meisten Geld in die hierzu notwendige Lösung steckt."

Interessanterweise geht J. Randers in seinem Buch "2062" auch darauf ein und nennt dafür zwei Gründe:

1) Als Schwellenland hat China nicht eine auf (ver)alte(te) Konzepte festgelegte Industrie, sondern baut sie gerade auf. Es kann also direkt in neueste Technologien investieren.

2) China ist keine repräsentative Demokratie und die Politik deckt sich deshalb nicht automatisch mit den Einzelinteressen der mächtigsten (= über das meiste Kapital verfügende) Interessengruppen. Auch wenn laut Randers die chinesische Führung sehr darauf achtet, im Konsens mit der Bevölkerungsmehrheit zu handeln, ist es dort möglich, das Gemeinwohl über Einzelinteressen zu stellen. Ein drastisches Beispiel ist die unpopuläre Ein-Kind Politik, deren Wohlstands-Dividende in Kürze anfällt. Es ist dort also möglich, auch in sich erst langfristig auszahlende Projekte zu investieren, was in einer repräsentativen Demokratie schwierig ist.