Kultur_Blog_

Aktuelle Rezensionen zu Kino, Theater, Oper, Kabarett, Tanz, Literatur
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RE: Kommt bald das Fake-Theater? | 16.09.2017 | 22:43

Die Diskussion bot kaum Neues: Reese sang erneut das hohe Lied auf zeitgenössische Stoffe und das „well-made play“, rühmte die Stars des Ensembles als Publikumsmagneten und schimpfte über das „postdramatische Fieber“. Dercon erzählte stolz, dass er dem Berliner Publikum in dieser Spielzeit zwölf neue Inszenierungen und irgendwann auch ein Mehrspartenhaus-Ensemble aus Schauspielern und Tänzern präsentieren werde. Sein Anwalt Raue machte gar nicht erst den Versuch, ihm mit weiteren Nachfragen konkrete Details zu entlocken. So blieb der eloquente Kulturmanager im Allgemeinen und erntete für seine wolkigen Statements mehr Applaus als sein Sitznachbar Reese.

Nach einer kurzen Runde von Publikumsfragen war die Diskussion dann auch schon beendet: nette Plauderstunde statt des angekündigten Mottos „So ein Theater!“

RE: Reibung? Nur am Beton | 13.09.2017 | 21:43

Schön geschriebene, gute Zusammenfassung des Tanz-Marathons auf dem Tempelhofer Feld. Ich habe es ähnlich erlebt: interessanter Stilmix und netter Ausflug mit buntgemischtem Publikum jenseits des üblichen Kulturbetriebs, aber kaum eine Szene, die nachhaltigen Eindruck machte.

RE: Jeder ist 1 Volk | 09.09.2017 | 17:10

In der letzten Woche von Castorfs Volksbühnen-Ära wurde der Film in zwei ausverkauften Vorstellungen mit den Zeitzeugen präsentiert. Ich fand es sehr spannend, wie pfiffig Schlingensief das Duell der beiden Alpha-Männer Kohl und Schröder 1998 unterlaufen hat.

RE: Von der Mutter verlassen | 21.02.2017 | 12:19

In diese Themenreihe passt noch ein Film aus der Perspektive Deutsches Kino: "Die beste aller Welten"

Ich habe den Film noch nicht gesehen, aber bei Ihrem Festivalbericht musste ich an diese Programmheft-Beschreibung denken:

"Der siebenjährige Adrian wächst in Salzburg auf. Seine junge Mutter Helga und ihr Freund sind heroinabhängig, der leibliche Vater starb bereits vor seiner Geburt. Helga liebt ihren Sohn über alles. Sie ist zerrissen zwischen ihrem Vorsatz, die bestmögliche Mutter für ihren Sohn zu sein, und dem Zwang, ihrer inneren Leere mit Drogenkonsum zu begegnen. In dieser Welt ist Existenznot der Normalzustand. Das wenige zur Verfügung stehende Geld wird für Heroin ausgeben, und obwohl Adrians Mutter immer wieder versucht, von den Drogen loszukommen, verliert sie den Kampf regelmäßig. Für den kleinen Adrian ist auch das alles Alltag. Seine Welt ist voller Abenteuer und Erlebnisse, er genießt eine glückliche Kindheit. Dass dieses Glück kein harmloses Idyll ist, versteht sich von selbst. Als Helga sich der Sucht stellt und eine Entziehungskur macht, bedeutet das auch, dass sie das Sorgerecht für ihren Sohn, zumindest vorläufig, an das Jugendamt abtritt. Eine große Liebe vor einer noch viel größeren Prüfung."

RE: Raus aus der Komfortzone – und zwar gemütlich | 14.02.2017 | 22:32

Die Figur, die Hader spielt, ist wieder seine Paraderolle des armen Tropfs, der sich irgendwie durchwurstelt.

An seiner Seite sind aber auch zwei Frauen, die sehr unterschiedliche Lebensentwürfe verfolgen und Rollenbilder verkörpern. Gespielt von zwei wunderbaren österreichischen Schauspielerinnen: Nora von Waldstätten und Pia Hierzegger.

RE: Raus aus der Komfortzone – und zwar gemütlich | 10.02.2017 | 17:16

Das waren schon einige gute Tipps, wie man den Festival-Trubel übersteht.

Elyas M´Barek empfahl in einem 3sat-Interview vor der Eröffnungsgala 2016, dass man Hände-Desinfektionsmittel, das Bakterien und Viren tötet, mitnehmen sollte. Das hilft tatsächlich.

RE: "Die Taschendiebin" von Park Chan-wook | 18.01.2017 | 14:17

Danke für die Hintergrund-Infos zur japanischen und koreanischen Kulturgeschichte. Ich schließe mich dem Urteil an: "Die Taschendiebin" ist ein raffiniert gebauter, sehenswerter Film. https://daskulturblog.com/2017/01/11/die-taschendiebin-park-chan-wook-bietet-ein-raffiniertes-intrigenspiel/

RE: Wissen, was sie tun | 14.01.2017 | 10:55

„La La Land“ ist der perfekte Film, um knapp zwei Stunden vor der düsteren Weltlage zu fliehen. Wer zwischen Trumps Eskapaden und Terrormeldungen Balsam für die strapazierte Seele sucht, ist beim neuen Film von Damien Chazelle richtig. Dass der Film so perfekt in die Zeit passt, war wohl auch der Grund dafür, dass er in der Nacht zum Montag mit einem neuen Rekord von gleich 7 Golden Globes überhäuft wurde.

Die Handlung von „La La Land“ ist eine recht seichte Romanze, die sich dementsprechend zäh dahinschleppt. Der Klassiker „Boy meets Girl“ wird mal wieder variiert. An das Vorgängerwerk „Whiplash“ reicht „La La Land“ nicht heran, in einer kurzen Nebenrolle darf J.K. Simmons an seinen damaligen Auftritt als sadistischer Schlagzeug-Lehrer erinnern. Ansonsten bleibt von dem Film außer der süßlich-sentimentalen Dauerschleife vor allem die gut choreographierte Eröffnungssequenz aus dem morgendlichen Berufsverkehr-Stau von L.A. in Erinnerung, auch wenn die Begeisterung der FAZ etwas übertrieben ist, die von einer „grandiosen, überbordenden Musicalnummer“ schwärmte.

Einige Rezensenten fanden den Film „herzzerreißend“ (wie Susanne Ostwald in der NZZ), ich stimme Daniel Kothenschultes Kritik in der Frankfurter Rundschau zu, der die „Vinylplatten-Retro-Sentimentalität“ und seine Rückwärtsgewandtheit bemängelte.

Komplette Kritik ist hier zu lesen

RE: Castorf forever | 16.11.2016 | 13:12

Welche rechtlichen Spielräume hat der künftige Kultursenator Klaus Lederer, die Berufung rückgängig zu machen, wie Lars Hartmann fordert?

Das wäre doch ein spannendes Recherche-Thema für Juristen in der Freitags-Redaktion oder Community, um mehr Klarheit in die monatelange Diskussion zu bekommen.