Captain Fantastic

Kino-Kritik „Captain Fantastic“ sorgte schon bei der Premiere in Sundance für Aufsehen und wurde anschließend in Cannes in der Reihe „Un certain regard“ ausgezeichnet.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Zurecht stufte das Fachmagazin „Variety“ Matt Ross als einen der „10 directors to watch“ ein, die man im Auge behalten sollte. Als Schauspieler verlief seine Karriere bisher mittelprächtig, aber sein zweiter Film macht Lust und Hoffnung auf mehr.

Er bringt das Kunststück fertig, sehr komisch und zugleich sehr traurig von der Aussteiger-Familie zu erzählen, die nach ihren eigenen Regeln lebt. Staatliche Schulen lehnt Vater Ben ab und stößt damit in dassselbe Horn, wie viele rechte und evangelikale Familien im Mittleren Westen der USA.

Aber seine Kritik kommt von links: statt Weihnachten begeht die Familie den Noam Chomsky-Tag. Auch die jüngsten Kinder beherrschen die Grundbegriffe marxistischer Theorien und können die Charakterzüge eines „Kapitalisten“ oder „Faschisten“ definieren. Abends singt man gemeinsam am Lagerfeuer, liest Dostojewskis „Brüder Karamasow“ oder diskutiert über Quantenphysik. An den Steilwänden treibt Vater Ben (Viggo Mortensen) seine Sprößlinge zu Höchstleistungen – Lebensgefahr inklusive.

Ausführlichere Kritik ist hier zu lesen

19:41 23.08.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Kultur_Blog_

Aktuelle Rezensionen zu Kino, Theater, Oper, Kabarett, Tanz, Literatur
Kultur_Blog_
Film der Woche
Der letzte Mieter

Beklemmender Berlin-Thriller zum Thema Gentrifizierung: Das letzte unsanierte Haus in einer schicken Wohngegend wird geräumt. Die meisten verbliebenen Mieter fügen sich ihrem Schicksal, doch Dietmar (W. Packhäuser) weigert sich. Das Spielfilm-Debüt des deutschen Regisseurs Gregor Erler überzeugt seit seiner Weltpremiere auf zahlreichen Festivals

Kommentare 7

Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar