Città del Vaticano

Theater/Tanz Falk Richter und Nir de Volff arbeiten sich in ihrer neuen Inszenierung "Città del Vaticano" an der katholischen Amtskirche, der AfD und der "Demo für alle" ab.
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In den ersten Minuten von „Città del Vaticano“ hagelt es Kritik an der katholischen Amtskirche: an den reaktionären Thesen des abgedankten Papstes Benedikt aka Ratzinger, an den äußerst dubiosen Geschäften der Vatikanbank, an der allgemeiun bekannten Heuchelei und Doppelmoral.

So weit, so klar.

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In den restlichen knapp zwei Stunden entfernt sich das Ensemble jedoch vom Ausgangspunkt. Assoziativ reißen sie viele Themen an, die Falk Richter auch in seinen früheren Projekten umtrieben: die AfD und ihr Rezept, die Sehnsucht nach einer heilen, wohlgeordneten Welt zu bedienen; die Karikatur der homophoben „Demo für alle“, die mit Schaum vor dem Mund gegen alle und jeden wettert, was nicht in ihre engen Schubladen passt; und einiges mehr.

Falk Richter und sein Ensemble spannen einen sehr weiten Bogen. Vieles wirkt aber noch unfertig, mitten aus dem Probenmodus. Dem Abend ist deutlich anzumerken, dass es sich um ein „Work in Progress“ handelt: der Text ist nicht fixiert, die Dialoge sind an jedem Abend etwas anders.

Kurz vor Schluss kehrt der Abend wieder zu seinem Ursprung und Titel zurück: in einer witzigen Choreographie schlüpfen die fünf Jungs in die Rolle einer Boy-Band (mit ihren beiden Kolleginnen im Hintergrund), die für den Vatikan beim nächsten Eurovision Song Contest antreten möchte. Diese unterhaltsame Revue-Nummer ist ein versöhnliches Ende dieses Theater-Tanz-Stückentwicklungs-Abends.

Ausführlichere Kritik mit mehr Bildern ist hier zu lesen

11:15 20.06.2016
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