"Downsizing"

Filmkritik Auf einem interessanten Gedankenspiel basiert „Downsizing“, der neue Film des Hollywood-Regisseurs Alexander Payne.
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In seiner satirischen Science-Fiction-Komödie entwickelt ein norwegisches Forschungsteam eine Technologie, wie sich Menschen auf 12 cm schrumpfen lassen. Ihre Vision ist es, die überbevölkerte Erde vor dem Öko-Kollaps zu retten.

Das überschuldete Paar Safranek (Matt Damon und Kristen Wiig) lässt sich von den Phrasen der PR-Agenten ködern, die ihnen die Kolonien ihrer Miniaturwelten in den höchsten Tönen anpreisen. Ihre Augen beginnen zu glänzen, als sie erfahren, dass die Kaufkraft ihrer Dollars in der „Leisureland“-Parallelwelt der Geschrumpften so sehr steigen wird, dass sie im Luxus schwelgen können.

Natürlich kommt es anders, als Paul Safranek es sich ausgemalt hat: Er wacht ohne seine Frau auf, die sich im letzten Moment umentschieden hat. In seiner neuen Welt trifft er auf zwei windige Geschäftsleute (Christoph Waltz und Udo Kier), die dem ansonsten recht biederen Unterhaltungsfilm mit ihrem fiesen Charme und zynischen Sprüchen gut tun. Außerdem taucht eine vietnamesische Dissidentin (Hong Chau) auf, die Paul mit einer Mischung aus Helfer-Syndrom und Dominanz auf Trab hält und ihm die Slums dieser Glitzer-Miniatur-Welt näherbringt.

„Downsizing“ hat durchaus unterhaltsame Momente, vor allem der Mittelteil zieht sich aber unnötig in die Enge. Ein weiterer Minuspunkt ist, dass der Schluss trotz einiger ironischer Seitenhiebe auf die Erlösungsphantasien und apokalyptischen Szenarien von Sekten und anderen Gurus nicht nur ins Melodramatische, sondern sogar Kitschige kippt.

Kritik mit Bildern

09:10 24.01.2018
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