"Ein verborgenes Leben/A hidden life"

Film-Kritik Terrence Malick setzt einem Kriegsdienstverweigerer und Nazi-Widerstandskämpfer ein Denkmal.
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Fernab des Mainstreams, monolithisch und schroff ragt dieser Film aus der Kino-Landschaft heraus. In drei kontemplativen Stunden setzt Terrence Malick seiner Hauptfigur ein Denkmal: dem Bergbauern Franz Jägerstätter, der aus Gewissensgründen den Eid auf Hitler und den Dienst in der Wehrmacht verweigerte und deshalb 1943 wegen „Wehrkraftzersetzung“ in Tegel hingerichtet wurde.

Der Film ist tiefreligiös, gleicht mehr einer Meditation oder einem Gebet. Wie üblich geht es Malick weniger darum, einen Plot voranzutreiben, sondern Stimmungen einzufangen und sich Zeit für Abschweifungen zu nehmen. Das Alpenpanorama, Wasserfälle, Weidelandschaften und triste Gefängnisflure werden von Jörg Widmers meisterhaft in Szene gesetzt und zu weiteren Hauptdarstellern des Films.

Manchmal ist die Bildsprache arg plakativ geraten, z.B. wenn die ersten Anzeichen, dass sich das Bergdorf-Idyll in Radegund verdüstert und Malick dunkle Wolken über den Gipfeln aufziehen lässt. Das ist jedoch Jammern auf hohem Niveau.

Komplette Kritik mit Bild

23:56 29.01.2020
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