Shakespeare´s Last Play an der Schaubühne

Theater-Premierenkritik Ausgehend vom Alterswerk "Der Sturm" bietet die irische Gruppe "Dead Centre" launiges Metatheater.
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Bush Moukarzel, der gemeinsam mit Ben Kidd das irische „Dead Centre“ gründete, spricht mit feinem angelsächsischem Humor aus dem Off. Vorne taumeln fünf Spielerinnen und Spieler der Schaubühne: die beiden TV-Stars Mark Waschke und Nina Kunzendorf, dazu Jenny König und Moritz Gottwald, die sich in letzter Zeit dort rarer machten, sowie Thomas Bading, der bereits die gesamte Ostermeier-Ära mitbegleitet.

„Hier waren wir doch schon mal“, murmeln die menschlichen Spielfiguren. Sie werden in wechselnden Paarungen von Shakespeare/Prospero arrangiert, um zentrale Themen des Lebens und des Shakespeare-Klassikers „Der Sturm“ wie Mord, Sex und Tod nachzuspielen. Die Stimme aus dem Off funkt immer wieder dazwischen, die Schauspielerinnen und Schauspieler begleiten ihre Szenen mit trockenen Kommentaren. Sie ernten damit auch einige Lacher im Publikum, aber die Versuchsanordnung ist nur mäßig unterhaltsam.

Der zweite Teil des Abends gerät zur großen kannibalischen Leichenfledderei, nachdem alle Spielerinnen und Spieler brav gestorben sind und sich als Zombies an Shakespeares Gruft versammeln. Inspririert von Michel de Montaignes „Über die Menschenfresser“ (1580) machen sie sich über Shakespeares Leiche her und spielen sich gegenseitig die Meta-Theater-Bälle zu: Was soll eigentlich dieses ganze klassische Einfühlungstheater? Was haben uns Shakespeares Stücke überhaupt noch zu sagen? Ist es nicht zynisch, den märchenhaften Klassiker über Verliebte und Gestrandete auf einer fiktiven Mittelmeerinsel zu spielen, während in Lampedusa die Leichen der Bootsflüchtlinge an den Strand gespült werden, fragt Mark Waschke.

Komplette Kritik mit Bildern

09:16 25.04.2018
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