"Suburbicon": böse Satire von George Clooney

Film-Kritik Mit viel Glamour hatte die Hollywood-Satire über die Abgründe der amerikanischen Vorstädte beim Festival in Venedig Premiere. Jetzt startete sie in den deutschen Kinos.
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Ganz harmlos pirscht sich diese böse Satire auf den „American way of life“ an das Publikum heran. George Clooney lullt uns erstmal mit Bildern einer beschaulichen Vorstadt-Idylle in dem fiktiven Städtchen „Suburbicon“ irgendwo mitten in den USA tief in den 1950er Jahren ein.

Während der ersten halben Stunde passiert nicht viel, bevor er die Schraube immer deutlicher anzieht und eine gallige Abrechnung mit Trumps „Make America great again“-Pathos auf die Leinwand knallt. Die Eisenhower-Jahre werden bis heute als gute, alte Zeit verklärt, in der die Welt noch heil und übersichtlich schien und das Feindbild klar war (erstens Kommunisten, zweitens schwarze Bürgerrechtler, die gegen Rassendiskriminierung kämpften). Diese Vorstellung nimmt „Suburbicon“ in einem sehenswerten Unterhaltungsfilm lustvoll aufs Korn.

Clooney und sein Hollywood-Starensemble vom linken Flügel der Traumfabrik speisen ihre schwarze Komödie aus zwei Quellen: Zum einen aus einem Drehbuch der Coen-Brüder, an dem sie vor gut dreißig Jahren schrieben. Mit ihrem typischen sarkastischen Humor erzählen sie von einem Betrüger-Paar: Matt Damon gibt den soliden Familienvater und hat sich eigens ein paar Kilo zu viel angefuttert. Julianne Moore glänzt als unscheinbare Hausfrau und skrupellose Schwägerin.

Zum anderen basiert diese grelle Farce auf einer wahren Geschichte: 1957 zogen die Meyers als erste schwarze Familie in den Suburb Levittown in Pennsylviana. Die rassistischen Vorurteile und unterschwelligen Aggressionen kulminierten schnell in einem Mob, der sich vor dem Haus austobte.

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13:14 11.11.2017
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