"Welcome to Hell" an der Neuköllner Oper

Musical Die Neuköllner Oper befasst sich in ihrer Co-Produktion mit der UdK mit dem G20-Gipfel in Hamburg 2017.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

In Erinnerung bleibt vor allem der „Paso Doble“, den Andreas Auler als Polizist und Pablo Martinez als Jesus aufs Parkett zaubern. Die beiden überzeugen nicht nur tänzerisch, Peter Lund hat ihnen zu den wohlklingenden Harmonien auch einen giftigen Text zur Polizeigewalt in den Mund gelegt. Eine starke Szene ist auch die Erinnerung der Journalistin Kata (Anastasia Troska) an eine Club-Nacht, bei der sie von mehreren Männern bedrängt wurde.

„Welcome to Hell“ gelingt es, amüsantes Unterhaltungstheater mit Gesellschaftskritik zu kombinieren. Die Figuren sind charmant ge-, nur ein bisschen überzeichnet, die Melodien machen gute Laune, alles wirkt bonbonbunt. In den Texten geht es dafür oft zur Sache: Peter Lund und sein Ensemble verpacken darin deutliche Kritik an der Strategie des Ersten Bürgermeisters und der Polizei, aber auch an den Autonomen. Grundsätzlich, aber zwangsläufig etwas oberflächlich werden auch Themen wie globale Gerechtigkeit mit verhandelt.

Das herausragende Niveau und die stringente Konzeption von „Kopfkino“ im vergangenen Jahr erreicht „Welcome to Hell“ zwar nicht. Aber auch dieser Abend bietet die gewohnt gute Unterhaltung mit talentiertem Nachwuchs, die wir aus den UdK/Neuköllner Oper-Koproduktionen kennen.

Noch wenige Vorstellungen bis zum 29. April, die Produktion wird vom 22.11.2018 bis 3.1.2019 wiederaufgenommen.

Komplette Kritik mit Bildern

16:27 27.04.2018
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Kultur_Blog_

Aktuelle Rezensionen zu Kino, Theater, Oper, Kabarett, Tanz, Literatur
Kultur_Blog_

Kommentare