"Zeppelin": Herbert Fritsch an der Schaubühne

Theater-Kritik Herbert Fritschs Einstand an der Schaubühne überzeugte nicht.
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Mit einem bronzefarbenen, rostig wirkenden Metallungetüm sind sie am anderen Ende der Stadt unsanft gelandet: die Fritsch-Familie, eine in den bunten Kostümen von Victoria Behr besonders schillernde Truppe aus dem untergegangenen Volksbühnen-Kosmos, brach vom Rosa-Luxemburg-Platz auf und will am Kudamm eine neue Heimat finden.

In den ersten Minuten bleiben sie noch komplett sprachlos: eine Fußball-Slapstick-Szene wechselt sich mit unartikuliertem Kreischen ab, wozu sie mit wedelnden Armen im Kreis um das Gerippe des Flugobjekts rennen, das sie später als ihren „Zeppelin“ vorstellen.

Langsam hebt er vom Boden ab, bis das Ensemble schließlich einige Meter über der Bühne schwebt und sanft hin und her pendelt.

Stoisch lassen sich die Schauspieler minutenlang schaukeln, während im Publikum die Unruhe wächst: zaghaftes Klatschen setzt immer wieder neu an, schwillt zu Getrampel und genervten „Danke“-Zwischenrufen. Dieses Spiel mit den Publikumserwartungen ist alles andere aus taufrisch und eine müde Pointe eines insgesamt zu faden Abends. Bezeichnenderweise gab es am meisten Lacher kurz vor Schluss, als ein Spieler achselzuckend in Richtung des Publikums sagte: „Irgendwann werden Sie das Alles verstehen.“

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23:32 19.09.2017
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