Berlinale 2014 Panorama "Ieji "Homeland"

Nach der Katastrophe Der Film des japanischen Regisseurs Nao Kubota spielt in und um die gesperrte Zone um Fukushima und erzählt von Verlust und Heimatlosigkeit.
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"Ieji" Homeland mehr als20 Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl und der Antwort des sowjetischen Kinos darauf, gibt es nun einen Film aus Japan. Homeland erzählt anhand einer Familiengeschichte über die Folgen der nuklearen Katastrophe in Fukushima.

Die Geschichte: Zwei Brüder. Der Jüngere, Juri, hat vor Jahren die Familie verlassen hat, um nach Tokio zu gehen. Jetzt kehrt er in sein verlassenes Elternhaus zurück, dass in der gesperrten Zone um Fukushima liegt.

Sein Bruder wurde mit der Familie evakuiert . Sie leben in einer trostlosen Containersiedlung. Die Männer, die früher meist Reisbauern waren, haben keine Arbeit. Weggehen wollen sie nicht, noch läßt ihr Land sie nicht los.

In gut komponierten Bildern fängt der Film den Kontrast zwischen der wunderschönen- unlebbaren- Natur und dem das Überleben sichernden tristen Beton der Container ein.

Nirgendwo scheint Zukunft möglich. In einer langen Einstellung fährt Juri, mit einem zufällig getroffenen Freund durch die menschenleere Stadt. Die Häuser sehen alle noch so aus als würden ihre Bewohner gleich wiederkommen, nur hier und da ist die Natur schon stärker als der Beton.

Der Film beugt einer falschen Idylle vor, indem er in Rückblenden den Familienkonflikt und das harte Leben der Reisbauern zeigt, vor dem Juri geflohen ist. Umso mehr überrascht es dann, dass er in der Zone bleiben will. Er will auch seine Mutter zu sich nehmen und er möchte Reis anpflanzen. Lächelnd betrachtet er das Rinnen des völlig versuchten Wassers.

Bei der Fahrt durch die Zone denkt man ein wenig an "Stalker". Noch mehr allerdings wurde ich an "Abschied von Matjora" erinnert. Auch dort geht der älteste zusammen mit dem jüngsten Inselbewohner in den Tod - es stirbt die Vergangenheit und die Zukunft.

19:34 13.02.2014
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Kulturwissenschaft

Immer wenn es regnet, freue ich mich. Aber wenn ich mich nicht freue, regnet es auch. Karl Valentin
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