Berlinale 2014 Perspektive deutsches Kino

Lamento Und wieder eine starke Frauengestalt und eine starke Schauspielerin. Der Film "Lamento" besteht auf jeden Fall den Bechdel- Test und nicht nur das.
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Perspektive deutsches Kino, diesmal für mich im Cinemaxx- gefühlt ein ganz anderes Publikum als im Colosseum. Gezeigt wurde (nach einem etwas holprigen Kurzfilm "Die Unschuldigen- allerdings ebenfalls mit einer guten Hauptdarstellerin)der Film "Lamento" des Regisseurs Jöns Jönsson, der an der HFF "Konrad Wolf" studierte.

Die Geschichte: Der Film erzählt von Magdalena, einer Frau um die 60, die in einer kleinen Stadt in Schweden lebt. Magdalena wirkt nach außen ruhig. Doch sieht der Zuschauer immer wieder an kleinen Gesten, wie sie um diese Beherrschtheit in jedem Augenblick kämpfen muß. Sie hilft ihrer Familie, kümmert sich um den Hund ihrer Tochter Sara und sehr liebevoll um ihren Enkel, den Sohn ihrer anderen Tochter. Ein Freund von Sara, Johannes aus Berlin kommt zu Besuch nach Schweden. Da woanders zu wenig Platz ist, schläft er bei Magdalena, in Saras Zimmer. Im Gespräch mit Johannes, erfährt der Zuschauer, dass Sara sich umgebracht hat indem sie vom Balkon gesprungen ist. Sie war wegen psychischer Probleme beim Arzt, wollte aber keine Medikamente nehmen.

Sehr ruhig erzählt der Film vom eigentlich Unerzählbaren, der Trauer um das eigene Kind.

Magdalena fürchtet, sich ihr hinzugeben. Nur in einem ganz kurzen Moment- bei ihrer Mutter- kann sie sich einmal fallenlassen. Die Hauptdarstellerin spielt das so eindrucksvoll, dass der Zuschauer ebenfalls in diese innere Spannung gerät. Dabei begleitet der Film in schönen Bildern.

Ein Film wie ein sanftes Streicheln zum Trost.

14:04 12.02.2014
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Kulturwissenschaft

Immer wenn es regnet, freue ich mich. Aber wenn ich mich nicht freue, regnet es auch. Karl Valentin
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