Berlinale-Intermezzo

Sonntagmorgen In die Straßenbahn steigt ein Paar. Mit heimlicher Genugtuung stelle ich fest, daß er noch müder und blasser aussieht als ich. Sie sitzen schweigend-
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alle schweigen an einem Sonntagmorgen, das ist das Angenehme.

Als ich Hackescher Markt noch einmal hinschaue, sitzt er allein- ich sehe sie im Vorbeifahren gerade noch an der Haltestelle stehen. Eine Station später steigt er aus.

Ich hoffe auf ein Happy End- vielleicht haben sie sich hier im Monbijoupark kennengelernt- vor zehn Jahren an einem kalten BerlinaleSonntag (voller Träume und Ideen für die großartigen Filme, die sie zusammen machen würden). Und das spielen sie heute nach. Ich sehe sie vor mir- scheu lächelnd am Springbrunnen.

Später vor dem Kino sehe ich sie wieder- sie kommt von rechts. Wenig später kommt er von links, doch da ist sie bereits wieder verschwunden. Keiner von beiden lächelt.

So bewegen sie sich im kalten Februarmorgen vor dem Friedrichsstadtpalast wie kleine traurige Sateliten umeinander -

Endlich- in Reihe 12 sind sie wieder vereint!

17:41 10.02.2013
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Geschrieben von

Kulturwissenschaft

Immer wenn es regnet, freue ich mich. Aber wenn ich mich nicht freue, regnet es auch. Karl Valentin
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