Tag der Befreiung

Der 8. Mai Wer nicht feiert hat verloren - so lautet auch in diesem Jahr das Motto der autonomen Feiern zum Jahrestag der Befreiung vom Faschismus.
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Die Rote Armee ist sicherlich kein Objekt, dem man unbedingte Hingabe entgegenbringen kann.

Sie ist die Armee, die in Ungarn, in der CSSR, in Afghanistan einmarschiert ist. Dennoch halte ich es am 8. Mai wie der Kollege meines Vaters, Tscheche und Unterstützer Dubceks, dessen Karriere nach der Niederschlagung des Prager Frühlings beendet war. Trotz des Haßes auf die Zerstörung seines sozialistischen Traums, blieb für ihn die Rote Armee, auch die Armee, die ihn und sein Land vom Faschismus befreite.

Das Museum Karlshorst feiert mit etlichen Veranstaltungen. Besonderer Fokus liegt dieses Jahr auf den USA und derem Gedenken an den Zweiten Weltkrieg.

http://www.museum-karlshorst.de/de/veranstaltungen.html

Wer es weniger offiziell mag, dem sei empfohlen am 9. Mai das Sowjetische Ehrenmal in Treptow

https://www.berlin.de/orte/sehenswuerdigkeiten/sowjetisches-ehrenmal/

zu besuchen.

Ungeachtet dessen, dass alle Despoten von Stalin bis Putin diesen Sieg ideologisch für sich nutzten, waren es diese Soldaten, deren Knochen sehr weit von ihren trauernden Familien (soweit diese das Inferno überlebten) dort zerfallen, die ihn herbeigeführt haben.

Auf dem riesigen Areal mitten im Treptower Park herrscht an dem Tag eine sehr angenehme und ergreifende Stimmung. Man läuft dann nicht mehr Gefahr, offiziellen Würdeträgern irgendwelcher Botschaften (und vor allem nicht diesen unerträglichen Kaspern in NVA- Uniformen) zu begegnen.

Stattdessen russische Reisegruppen, Musiker , viele Blumen...

Gegenüber beim Rosengarten trifft man dann auch die Antifa.

http://neuntermai.vvn-bda.de/

In diesem Sinne wünsche ich allen einen friedvollen, nachdenklichen 8. Mai.

12:54 07.05.2014
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Kulturwissenschaft

Immer wenn es regnet, freue ich mich. Aber wenn ich mich nicht freue, regnet es auch. Karl Valentin
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