"Satire darf alles!"

Diskriminierung Ein Satz, den wir uns alle abgewöhnen sollten.
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Das man um die Opfer des Anschlags trauert und den Angehörigen das Beileid bekundet, ist eine menschliche Pflicht und eine Selbstverständlichkeit, die ich hier nochmal offiziell bekunden möchte.

Aber zu sagen, dass dieses Blatt jetzt automatisch für etwas "Gutes" stand, ist fatal für das Zusammenleben in einer Gesellschaft und eindeutig falsch. Es gilt kritisch zu hinterfragen, wofür dieses Blatt steht und warum sie vorher zu Recht eine Auflage in Größe einer beliebigen Kreiszeitung hatte.

So wurde eine Karikatur von Charlie Hebdo vor dem Anschlag veröffentlicht, die einen bewaffneten Terroristen abbildete, der sagte:

"Noch immer kein Attentat in Frankreich, aber man darf sich ja bis Ende Januar was wünschen."

Das zeigt den wahren Charakter dieser Zeitung. Scheinbar wollten sie einen Anschlag haben, um ihre Hetze fortsetzen zu können. Welche Ironie des Schicksals, dass die Hetze jetzt mit ihrem eigenen Blut fortgeführt wird. War es das wirklich wert? Sicher nicht!

So sagte auch ein ehemaliger Mitarbeiter von Charlie Hebdo über seinen ehemaligen Arbeitgeber:

„Das zwanghafte „Bombardieren“ der Moslems, das Ihr Wochenblatt seit mehr als 10 Jahren betreibt, hat ganz konkrete Folgen. Es hat mächtig dazu beigetragen, in der linken öffentlichen Meinung die Idee zu verbreiten, dass der Islam ein Hauptproblem der französischen Gesellschaft sei. Dass Moslems zu erniedrigen nicht mehr ein Privileg der Rechtsextreme, sondern ein durch die Laizität, die Republik und das Zusammenleben geheiligtes Recht auf Unverschämtheit sei. Und seien wir auch nicht knauserig mit Ausflüchten, – die Rechte der Frauen, da es heute weitgehend anerkannt ist, dass der Ausschluss eines verschleierten Mädchens keine blödsinnige Diskriminierung sei, sondern der Ausdruck eines sinnvollen Feminismus, der es gebietet, auf die herumzuhacken, die man angeblich befreien will.“

Wir dürfen uns doch nicht mit einem Schmierblatt solidarisieren, dass gegen verschiedene Bevölkerungsgruppen im französischen Volk hetzte, nur weil irgendwelche Psychopathen dort Amok gelaufen sind. Ihre Fehler bleiben und diese unmenschliche Ermordung löscht sie nicht automatisch aus.

Wenn man sich vorstellt, dass der Prophet Muhammad den Muslimen mehr bedeutet als eine beliebige Person, mehr als die eigene Familie, nein mehr sogar als die eigene Person, dann gilt zu hinterfragen, ob den Karikaturisten des 21. Jahrhunderts wirklich diese Tatsache entgangen ist? Wäre nicht sogar ein solcher Anschlag vermeidbar gewesen?

Die meisten, die diese Worte lesen leben in Deutschland und jeder der hier lebt, muss sich an das Grundgesetz halten. Des Weiteren sollte jeder Artikel 1 Absatz 1 des GG kennen (auch Politiker und Satiriker):

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“

Wenn also Satire diese Würde des Menschen mit Füßen tritt, die Gefühle zutiefst verletzt, in der Bevölkerung für Unruhen sorgt, dann darf sie also definitiv nicht alles. Und es ist auch in diesem System erlaubt zu klagen, wenn das der Fall ist.

Es ist doch nicht zu leugnen, dass wenn es diese Karikaturen nicht gegeben hätte, diese Psychopathen niemals in dieses Gebäude gestürmt wären. Ist es dann nicht höchst verwerflich und widersprüchlich, wenn deutsche Schmierblätter aus "Solidarität" diese Karikaturen jetzt hier absichtlich abdrucken? Was wollen sie erreichen? Noch mehr Psychopathen anlocken? Ich sehe da eindeutig eine Form von Volksverhetzung, die es hierzulande schon mal gegeben hat.


Aber nennen wir mal ein aktuelles Beispiel, wo Karikaturen bzw. Satire nicht alles darf:

Eine Karikatur über den israelischen Premier Netanjahu!

Der Chef der Zeitung entschuldigte sich aufgrund des Vorwurfs von "Antisemitismus" und es mussten Distanzierungen vorgenommen werden seitens der "Sunday Times".

Da hört plötzlich die sonst hoch gepriesene "Meinungsfreiheit" auf. Was für eine Heuchelei! Das es in Wahrheit bei der Karikatur um die Mauernpolitik des israelischen Regimes und somit das Gemetzel um diese Mauern kritisiert wird, geriet im Schatten des Antisemitismus-Vorwurfs.

Jedes einzelne Magazin, jede einzelne Sendung und jeder einzelne Sender, würde ruiniert werden, wenn man den Zionismus und die damit verbundene israelische Politik zu stark kritisieren würde. Solche Beispiele beweisen es immer wieder. Da gibt es nun mal und das muss man deutlich sagen - keine Meinungsfreiheit!

Das Satire offensichtlich nicht alles darf, beweist auch die Berliner Zeitung. So hat sie bedauerlicherweise eine anti-jüdische Karikatur, neben u.a. anti-islamischen Karikaturen auf dem Titelblatt abgebildet. Es folgte prompt eine Entschuldigung für das "Versehen" und die Entfernung der Karikatur.

Aber sobald man gegen das Christentum oder den Islam Karikaturen macht und man dafür kritisiert wird, dann schreien die angeblichen Vertreter der Meinungsfreiheit auf. Ich bin auch gegen Karikaturen über den Papst, egal ob ich ihm nicht zustimme in manchen Themen. Aber jeder weiß ganz genau, dass viele Christen in ihm ein Vorbild sehen und große Sympathien für ihn empfinden. Soll also ein Karikaturist auch diese Würde mit Füßen treten? Ich bin auch absolut gegen Karikaturen über das Judentum, dies ist jedoch nicht damit gleichzusetzen, wenn die blutige israelische Politik kritisiert wird.

"Meinungsfreiheit" ist auch ein seltsamer Begriff. Man kann keine Meinung "einschränken" oder ihr die Freiheit nehmen! Die Meinung einer Person ist immer da. Man kann nur die geäußerte oder mediale Meinung einschränken, so wie es u.a. bei der Karikatur über Netanjahu passiert ist. Und dazu ist unser Medienmonopol durchaus in der Lage.

Fazit: Satire, die gegen die Würde des Menschen geht, die Menschen wegen ihrer Herkunft, Kultur und Religion verletzt, hat weder eine rechtliche noch eine moralische Grundlage im europäischen Raum erlaubt zu sein. Der Grund warum die Verbreitung dennoch möglich ist, ist eine seit Jahrzehnten laufende Agenda gegen die muslimische Bevölkerung, die anscheinend jetzt im 21. Jahrhundert vor der Eskalation steht. Wollen wir das? Oder müssen erst noch ein paar Millionen Muslime innerhalb Europas umkommen, damit die Berliner Zeitung anti-islamische Karikaturen ebenso schnell entfernt, wie richtigerweise anti-jüdische Karikaturen? Weitere Eskalationen können und dürfen nicht in unserem Sinne sein!

Darum: Nein, Satire darf nicht alles!

15:58 24.01.2015
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
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