Wenn deutsche Medien etwas verschweigen

Brief an die Jugend Schon dem ersten Brief sind die Medien hierzulande gekonnt ausgewichen. Dies wiederholte sich auch beim zweiten Brief von Ayatollah Chamene'i.
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Es wäre unvorstellbar, wenn die Medien über einen Brief nicht berichten würden, der an diverse Bevölkerungsgruppen geht und der Verfasser dieses Briefes kein geringerer wäre als der saudische König, englische Prämier oder der amerikanische Präsident. Kein journalistisches Medium und keine Presseagentur würde nicht zumindest eine kurze Meldung darüber geben – egal ob der Inhalt gut oder schlecht ist. Das könnte man von einer "freien Presse" durchaus erwarten.

Welch Irrtum! Wer Erwartungen an diese "freie Presse" hat, wird bitter enttäuscht. Es war nicht überraschend, dass der Brief von Ayatollah Chamene‘i, erneut fast vollständig ignoriert wurde. So geschehen im ersten Brief, der eine Einladung zur Besinnung und des Friedens war, verbunden mit der Bitte sich an islamischen Quellen zu informieren, um Vorurteile gegenüber dem Islam abzubauen.

Der zweite Brief hingegen wurde umfassender geschrieben. Das Oberhaupt des Iran hat viele Themen angesprochen, die die Denkweise der westlichen Politik sehr gut widerspiegeln. Anlass für den Brief waren die bitteren Vorfälle in Paris, wo er ausdrücklich den Terrorismus dieser Barbaren verurteilt. Weiter ging er auch darauf ein, dass es wichtig sei für alle Nationen gleichermaßen zu trauern und keine Unterschiede zu machen:

„Wer auch nur einen Hauch Liebe und Menschlichkeit besitzt, den lassen solche Szenen nicht unberührt und erfüllen ihn mit Schmerz, ob sie sich nun in Frankreich abspielen oder in Palästina, Irak, Libanon oder Syrien.“

Während die Politiker u.a. aus Frankreich und Deutschland keine bessere Antwort kennen als illegal in Syrien zu intervenieren, spricht Irans Revolutionsführer über echte Auswege. Einleitend sagt er dazu:


„Eineinhalb Milliarden Muslime hegen mit Gewissheit dasselbe Gefühl und verabscheuen die Urheber dieser Tragödien. Aber das Leid von heute muss zum Aufbau eines besseren und sichereren morgen führen. Ansonsten wird es nur eine bittere und nutzlose Erinnerung bleiben. Ich bin davon überzeugt, dass nur Ihr jungen Leute imstande sein werdet, aus den Wirren von heute neue Lösungen für die Gestaltung der Zukunft zu finden und Irrwege zu blockieren, die den Westen in die jetzige Lage versetzt haben.“

Besonders die Jugend Europas ist gefragt die Zukunft selbst zu gestalten. Und dieser Brief geht sicherlich nicht an die Muslime alleine, denn diese sind im Westen eindeutig in der Minderheit. Vielmehr wird an alle Bürger appelliert. Wohlgemerkt sieht das Oberhaupt des Iran in der Jugend im Westen ein großes Potential die Widersprüche der westlichen Politik zu erkennen, um sie lösungsorientiert umzugestalten. Und genau dieses Potential sehen offensichtlich die Medien hierzulande und in vielen westlichen Staaten auch. Darum muss dieser Brief so klein wie möglich gehalten werden, so wenig wie möglich verbreitet werden – so der Irrglaube. Doch genau dieser Irrglaube ist dabei die Welt ins Chaos zu stürzen, weil das Herrenmenschendenken immer noch in den Köpfen der Unterdrücker dieser Welt existiert und alles was eine Lösung anbietet zum Schweigen gebracht werden soll. Genau dieses Schweigen gilt es zu brechen und die angesprochenen Themen lösungsorientiert zu diskutieren.

Es stellt sich nur die Frage was wird in diesen Brief eigentlich alles gesagt? Am besten sollte man es selbst nachlesen.

Es ist aber erstaunlich, dass alle etablierten Medien in Deutschland darüber kein Wort verlieren. Wie ist das möglich? Nicht einmal ein Hetzartikel aus der Springer Presse ist zu finden und das obwohl auch der Apartheid-Staat Israel in diesem Brief kritisiert wird. Sogar der „linke“ Spiegel schweigt und viele andere auch. Dabei ist man doch so schnell und engagiert, wenn es um Briefe aus dem Westen nach Teheran geht.

Doch auch ohne die Medien ist der Brief in Deutschland angekommen und das Schweigen wurde schon längst gebrochen. Jetzt geht es um die Zukunft. Eine Zukunft in der solche unfreie Medien keinen Platz mehr haben werden.

Mit voller Zuversicht auf eine leuchtende Zukunft sagt Imam Sayyid Ali Chamene’i abschließend:


Deshalb bitte ich Euch, junge Menschen, auf Basis einer korrekten Kenntnis, tiefer Überlegung und durch Nutzung der Lehren aus unangenehmen Erfahrungen, die Grundlagen für einen gesunden und ehrenhaften Austausch mit der Islamischen Welt zu legen. Dann werdet Ihr in nicht allzu ferner Zukunft sehen, dass das Bauwerk, welches Ihr auf diesem Fundament errichtet habt, einen Schirm der Zuversicht und des Vertrauens über den Häuptern seiner Architekten ausbreitet, ihnen wärmende Sicherheit und Ruhe spendet und das Licht der Hoffnung auf eine leuchtende Zukunft in der Welt ausbreitet.

15:46 19.12.2015
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