Lago

Universalidiot
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RE: Ein neuer Franz Josef Strauß? | 24.02.2011 | 21:00

"Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast! "

Und genau deshalb glaube ich diesen Online-Umfragen noch viel weniger. Jeder kann hier so oft abstimmen, wie er will. Bei der Bild-Online-Umfrage lief offensichtlich ein Skript, welches die "Rücktritt"-Antwort kontinuierlich in die Höhe zählte.

Ich fürchte, die vom Spiegel aufgelisteten Umfragen sind noch nicht einmal im Bezug auf die Leser dieser Artikel aussagekräftig, geschweige denn bezüglich des deutschen Stimmviehs ...

RE: Der Doktortitel muss aberkannt werden | 16.02.2011 | 21:29

Sorry, aber dein erstes Argument ist keines. In einer wissenschaftlichen Arbeit ist jedes Plagiat, uns sei es nur ein einziger Absatz, schlagend. Auch kann in diesem Fall nicht von einem typographischen Fehler die Rede sein, denn (a) wurden die "Zitate" in mehrfacher Hinsicht nicht als solche gekennzeichnet, was nicht zufällig oder aus Versehen geschehen sein kann, zweitens wurden sie noch dazu teilweise minimal inhaltlich oder formell angepasst, was bei Zitaten überhaupt nicht zulässig ist.

Wer immer diese Kopien eingebaut hat, wusste, was er tat. Das ist keine Fehlleistung, sondern eine bewusste Täuschung.

Vorausgesetzt, die genannten Dinge entsprechen den Tatsachen. Falls es sich dabei um eine Manipulation oder Fälschung handeln sollte, wäre die Sachlage natürlich eine andere.

RE: Der Doktortitel muss aberkannt werden | 16.02.2011 | 18:11

"Im übrigen, sollte Herr Andreas Fischer-Lescano, zu diesen Erkenntnissen während seiner Arbeitszeit in der Uni Bremen gekommen sein, könnte man ja auch ihm, im Endeffekt Veruntreuung von Steuergeldern vorwerfen, da sein Lehrauftrag sicher nichts damit zu tun hat."

Ja klar, das Lesen und Bewerten von Veröffentlichungen anderer Akademiker zu Themen, an denen man forscht, ist Veruntreuung von Steuergeldern. Na dann solltest du mal ganz schnell eine Massenklage gegen sämtliche wissenschaftlichen Uni-Angestellten in Deutschland anregen ...

RE: Der höfliche Mr. Hu | 24.01.2011 | 10:03

Also wenn es um Staatsanleihen geht, dann war das mit Sicherheit falsch. Der Bestand an US-Anleihen der VR lag nie über 1000 Mrd USD.

Entweder war damit der Gesamtbestand an Auslandsanleihen des chinesischen Staates gemeint, der sich auf zwischen 2 und 3 Bio "USD" beläuft - wobei hier eben die USD nur zur Angabe des Gesamtwertes Verwendung finden, die Anleihen sind in Yen, Won, Euro, Aussie-Dollars usw. breit gestreut.

Oder es ging um Schulden, die über die vom chinesischen Staat gehaltenen US-Staatsanleihen hinausgehen, also privat gehaltene Anleihen, Anleihen us-amerikanischer Firmen, usw. usf.

RE: Der höfliche Mr. Hu | 20.01.2011 | 17:26

Naja, weder noch würde ich sagen. Absolut lag das "Engagement" der VR China bei 900 Mrd USD (Ende 2010), und das ziemlich konstant seit eineinhalb Jahren. Das ist übrigens genau dieselbe Zahl, auf die auch die EU kommt, auf die auch Japan kommt.

RE: Eine sechste Partei? Über Sarrazin und die 18-Prozent-Umfrage | 05.09.2010 | 19:37

Eine Sarrazin-Partei wäre ja keine reine 1-Themenpartei. Sarrazin selbst hat ja ein fast vollständig geschlossenes Weltbild mit genug Visionen für ein komplexes Parteiprogramm, wenn man nur die Vorschläge aufnimmt, z.B. Bildungsreform, Abschaffung von Hartz4, Steuerreform, Reform der Familienpolitik, Reform des Niedriglohnsektors, etc. pp.

RE: Töten per Gesetz | 26.08.2010 | 12:20

Obwohl dein Einwand gerechtfertigt ist, denke ich, dass du ebenfalls eine verkürzte Einschätzung zur Todesstrafe abgibst.

Die Todesstrafe ist heute nicht mehr ein Relikt aus der Frühzeit des kodifizierten Rechts, in der die Gleichstellung der Täter mit den Opfern ein wichtiges - "barbarisches" - Prinzip (welches natürlich ursprünglich einen wesentlichen Fortschritt der menschlichen Zivilsation darstellte!) war, die heutige Todesstrafe ist im Gegenteil meist eine zunächst antike und dann wieder moderne Neuentwicklung.

Die meisten Todesstrafen werden auch gar nicht für Morde ausgesprochen - ein "Gleiches mit Gleichem" kann hier also gar nicht gelten. Die Todesstrafe wird also nicht für tödliche Verbrechen gegen Individuen, sondern für Verbrechen gegen die Gesellschaft verhängt (und das war in Europa ja tw. auch vor 2000 Jahren schon so - Morde waren nur dann mit dem Tode bestraft, wenn sie gleichzeitig ein Angriff auf die Gesellschaft beinhalteten, das Mordopfer etwa ein naher Verwandter war oder eine Autoritätsperson).

Tatsächlich sind viele Arten der Bestrafung "barbarisch", dennoch funktioniert keine bekannte Gesellschaft völlig ohne barbarische Bestrafungen. Und deshalb darf man auch darüber diskutieren, ob die Todesstrafe weniger geeignet ist als andere Formen, und deshalb sind auch Argumente, die die Todesstrafe mit diesen anderen Formen vergleichen und ihre grundsätzliche Problematik deutlich machen, wichtig.

RE: „Die Deutschen duzen sogar Gott“ | 19.08.2010 | 11:34

Rein sprachhistorisch entspricht das englische "thou", "thy", "thine" der zweiten Person singular, während "you", "your" der zweiten Person plural entspricht. Somit gilt für die Engländer, dass sie sich allesamt siezen, mit der einzigen Ausnahme Gottes, welcher geduzt wird.

RE: Muss das sein? Politiker im Lena-Gratulations-Fieber | 31.05.2010 | 03:14

Der Döner, lieber Technixer, ist, wie du vermutlich weißt, natürlich Teil der deutschen Hausmanns- und Hausfrauenkost. Als _das_ deutsche Nationalgericht geht das auch gar nicht anders. Die Bedeutung von Hausmannskost als "von der Ehefrau gekocht" ist ja nicht nur anachronistisch, sondern zudem offen sexistisch.

Zugegebenermaßen ist der Döner auf die gleiche Weise Deutsch wie der Akzent Frl. Mayer-Landruts, nämlich eine deutsche Eigenkreation mit gewissen Anleihen an das geistige und kulturelle Eigentum anderer, die auf begeisternde Art tolpatschig elegant und hilflos ambitioniert wirkt - hervorragende Eigenschaften, um bei Touristen jedweden Mediums (kulinarische wie televisionäre) Sympathien für "etwas Deutsches" zu schüren.

RE: Eine deutsche Angst | 22.05.2010 | 15:54

Steuerpolitik ist Sache der Staaten oder darunter, eine staatliche Währungspolitik gibt es allerdings nicht mehr. Deine Vorschläge sind tw. sehr sinnvoll, etwa für Deutschland, aber mir geht es primär um die Euro-Zone als ganzes. Deutschland hat ja aufgrund seiner parasitären Position ohnehin eigentlich nur geringe Verschuldungsprobleme - hier wäre eine Steueranpassung idT. eine sehr einfache Variante der Entschuldung. Das "dumme" ist halt, dass der derzeit "eigentlich" insgesamt ausgeglichene Staatshaushalt durch exorbitante Ausgaben zur Lebenserhaltung des Wirtssystems "entstellt" ist. Nur, da ist Deutschland in der Euro-Zone in einer absoluten Sonderstellung.

Btw. Die Abgeltungssteuer war per se keine Halbierung der "Steuerbelastung", da auch vorher sehr viele Möglichkeiten zur Steuervermeidung bestanden. Tatsächlich ist die Kapitaleinkommensbesteuerung durch die Abgeltungssteuer nicht nennenswert gesunken. Sie ist natürlich dramatisch niedriger als etwa die Besteuerung auf Einkommen durch Lohnarbeit.

Das Problem bei der "internationalen" Besteuerung ist, anders als bei der Geldmengensteuerung, dass dies als unmöglich angesehen wird und es deshalb niemand wirklich anstrebt.