L.Applebaum
07.04.2014 | 20:08 63

ZDF-Skandal: Berichte im Auftrag Kiews?

Ukraine-Berichte. Das ZDF gibt zu, Pressematerial eines PR-Netzwerkes gegen "russische Propaganda" zu benutzen, das die Kiewer Regierung mittels einer Image-Kampagne unterstützen soll.

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied L.Applebaum

Das Ukrainian Crisis Media Center

Das ZDF arbeitet in seiner Berichterstattung über die Ukraine-Krise eng mit dem Ukrainian Crisis Media Center (UCMC) zusammen: einem internationalen PR-Netzwerk gegen "russische Propaganda".

Finanziert wird die PR-Kampagne u.a. von George Soros, der ukrainischen Übergangsregierung und einer ukrainischen Tochtergesellschaft von Weber Shandwick, dem weltweit führenden PR-Unternehmen.

https://www.freitag.de/autoren/lapple08m214/pr-netzwerk-gegen-russische-propaganda

Ziel des Ukrainian Crisis Media Center (UCMC):

Ziel des UCMC ist es, v.a. folgende Botschaften weltweit in der internationalen Presse zu verankern:

  • Die Ukraine ist Opfer einer "russischen Aggression",
  • die ukrainische Übergangsregierung ist legitim,
  • die Behauptung einer rechtsradikalen Gefahr ist Teil der russischen Propaganda,
  • der Verdacht, die Erschießungen von Polizisten und Demonstranten des Maidan seien im Auftrag der jetzigen Regierungskoalition geschehen, ist Teil der russischen Propaganda.

Das ZDF und das PR-Netzwerk des UCMC

Allein bis Mitte März hatten sich bereits 9oo ausländische Journalisten im UCMC angemeldet. Darunter auch das ZDF.

Das ZDF gibt in diesem Zusammenhang zu, dass sich die vielfältigen Angebote des UCMC für die Ukraine-Berichterstattung des ZDF "als sehr nützlich erwiesen haben". Dies bekennt Andreas Weise, Redaktionsmitglied des heute-journals, der für das heute-journal aus Kiew berichtet.

Folgende Angebote stellt das PR-Netzwerk des UCMC der internationalen Presse zum Kampf gegen "russische Propaganda" zur Verfügung:

  • tägliche Pressekonferenzen von Befürwortern der ukrainischen Übergangsregierung,
  • ausgewählte Interviewpartner, Übersetzer, ausgewähltes Video-Material, Stellungnahmen von regierungsnahen Künstlern und Akademikern wie etwa Historikern und anderen "Ukraine-Experten".

Politische Ausrichtung des Ukrainian Crisis Media Center

Kritiker der Übergangsregierung dürfen sich weder auf den täglichen Pressekonferenzen noch in anderen vom Media Center vermittelten Interviews äußern.

Das gilt für nationale Kritiker (die gesamte ukrainische Opposition) wie auch internationale Kritiker.

https://www.freitag.de/autoren/lapple08m214/ukraine-vor-der-wahl-politische-saeuberungen

Dafür sorgt eine hierfür speziell eingerichtete Koordinierungsgruppe, die entscheidet, wer zu Wort kommt und welche Botschaften verbreitet werden.

Mitglied dieser Koordinierungsgruppe ist Nataliya Popovych, Präsidentin von PRP, der ukrainischen Tochtergesellschaft von Weber Shandwick und Gründungsmitglied des UCMC.

Entwaffnend ehrlich bekennt sie: "Ich bin stolz, als Bandera-Anhängerin" bezeichnet zu werden."

Die Koordination der Zusammenarbeit

Das UCMC hat eine Beobachtergruppe eingesetzt, die auf "false news" im Ausland sofort mit entsprechenden Maßnahmen reagiert. Der Begriff "false news" bezeichnet dabei sämtliche als russische Propaganda bewertete Kritik an der jetzigen Übergangsregierung.

Ein Beispiel der Zusammenarbeit des ZDF mit dem UCMC

Wie eng und vor allem schnell das ZDF mit dem Ukrainian Crisis Media Center zusammenarbeitet, zeigt sich am Beispiel des ZDF-heute-journals vom 13. März 2014:

Im Mittelpunkt steht ein berühmter Fall von "false news": Die Rede Gregor Gysis in der Bundestagsdebatte über die Ukraine-Krise am 13. März.

Auf die von Gysi u.a. geäußerte Kritik an der Zusammenarbeit der Bundesregierung mit Rechtsradikalen der Swoboda reagiert in Kiew die Beobachtergruppe sofort in Kooperation mit dem ZDF:

Auf der Pressekonferenz des Ukrainian Crisis Media Center lässt sie noch am selben Tag den Swoboda-Chef Oleg Tjagnibok zu Gysis Faschismus-Vorwurf Stellung nehmen. Und genau diesen Ausschnitt der Pressekonferenz aus dem UCMC gibt Andreas Weise im heute-journal vom 13. März in einer Aufzeichnung aus dem UCMC wieder:

  • Die von Gysi zitierte Äußerung Tjagniboks sei 10 Jahre her,
  • die Äußerung sei ungenau zitiert,
  • alle negativen Aussagen über die Swoboda würden von Mitgliedern ehemals kommunistischer Parteien stammen.

Das ZDF als Sprachrohr der Swoboda?

Man beachte Folgendes:

Vor dieser Einspielung hatte das heute-journal einen Beitrag über eben diese Bundestagsdebatte zur Ukraine gesendet.

ZDF-Reporter Lars Seefeldt kommentierte dabei die Kritik der Linken folgendermaßen:

  • Die von Gysi angeführte Äußerung Tjagniboks sei 10 Jahre her,
  • die Äußerung Tjagniboks ungenau zitiert,
  • Sahra Wagenknecht - die Gysis Kritik teilte - sei eine "radikale Linke".

Zu 100 Prozent deckungsgleich sind die Aussagen des ZDF-Reporters Seefeldt mit der Stellungsnahme Tjagniboks, die das heute-journal dem Bericht über die Bundestagsdebatte am 13. März folgen ließ.

Das heute-journal vom 13. März zeigt anschaulich, wie - scheinbar in Form einer ausgewogenen Berichterstattung - Kritik seitens "Putin-Verstehern" (Zitat des ZDF-Reporters Seefeldt) an der Kiewer Regierung in den deutschen Medien zwar zu Wort kommt, zum Teil sogar von deren Vertretern selbst eingeräumt wird, aber nur um dieselbe Kritik sofort zu relativieren, zu entkräften und gemäß der Zielrichtung des UCMC als russische Propaganda zu kennzeichnen. Dies ließe sich auch anhand zahlreicher Beispiele aus dem weiteren Verlauf eben dieser Sendung belegen.

Es ist nicht auszuschließen, dass ein Großteil des vom ZDF zur Ukraine-Krise verwendeten Pressematerials (Übersetzungen, Interviews, Bild-und Videomaterial) vom UCMC vermittelt wird.

So erklärt sich auch das, was weite Teile der deutschen Bevölkerung seit Wochen mit zunehmender Sorge beobachten: eine einseitige, emotionalisierende Berichterstattung, die auch vor Falschmeldungen nicht zurückschreckt.

https://www.freitag.de/autoren/propagandaschau/zdf-verbreitet-luegen-ueber-demo-in-kiew

In welchem Maße auch die ARD, Phoenix, aber auch die privatwirtschaftlich betriebenen Medien in dieses PR-Netzwerk eingebunden sind, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht sicher beurteilt werden.

Quellen des Artikels:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2111454/ZDF-heute-journal-vom-13.-Maerz-2014#/beitrag/video/2111454/ZDF-heute-journal-vom-13.-Maerz-2014

  • "Comms volunteers form Ukraine Crisis Media Center to counter Russia", prweek.com vom 06. März 2014
  • "PR gets trodden underfoot as sands shift in Ukraine", prweek.com vom 07. März 2014
  • "Ukrainian comms pros launch crisis media center as russian offensive proceeds", mediabistro vom 07. März 2014
  • "Ukrainian PR executives create crisis media center to combat Russian propaganda", kyivpost.com vom 09. März 2014
  • "Inside fledgling Ukraine Crisis Media Center", prweekus.com vom 13. März 2014
  • "Crisis Media Center springs into action", kyivpost. com vom 14. März 2014
  • ---------------------------------------------------------------------------

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (63)

Nr.8 08.04.2014 | 09:31

Also wir wusste ja alle das das ZDF (und andere Medien) sehr unobjektiv und voreingenommen berichten aber das geht definitiv zu weit. Das macht mich wütend, dass sich eines der größten Medienunternehmens so benimmt. Immerhin haben die den Auftrag uns Bürger objektiv zu informieren und keine amerikanische, ukrainische Propaganda in unsere Köpfe zu implantieren. Und dafür zahle ich GEZ-Gebühren? Dieser Schwachsinn muss aufhören. Kann man da nicht juristisch dagegen vorgehen? Oder zumindest eine formelle Beschwerde im Bundestag einbringen? Irgendwie muss man doch so eine Gehirnwäsche stoppen! Ich finde das ist ein ungeheuerlicher Skandal. Die halten die deutschen Bürger nicht nur für blöd, sie verarschen uns von hinten bis vorne. Da reicht es nicht mehr einen Schuh zu werfen. Ins Gesicht spucken sollte man diesen Journalisten.

Udo Fröhlich 08.04.2014 | 15:55

Wirklich überrascht bin ich nicht. Dazu waren die ZDF-Nachrichten zur Ukraine unübersehbar zu einseitig. Irgendwie passt dieses Rechercheergebnis des FREITAG zum jüngsten BVerfG-Entscheidung, wonach der ZDF-Staatsvertrag wegen zu großer Staatsnähe verfassungswidrig ist. Staatsfernsehen? Irgendwie ordnen wir diese Vokabel immer anderen Staaten zu. Dabei sitzen die Propaganda-Spezialisten ganz nah und wohlbestallt in Mainz und spielen mit grimmigem Blick kritische Journalisten. Schauspieler also nicht nur auf der politischen Bühne, sondern auch bei der angeblich vierten Gewalt. Wie will man angesichts dieser Faktenlage unsere Demokratie noch funktionierend nennen?

lars seefeldt 08.04.2014 | 16:51

Guten Tag. Das ZDF berichtet in niemandes Auftrag, sondern in diesem Fall aus Anlass einer wichtigen Bundestagsdebatte. Für den Bericht darüber haben meine Kollegen und ich die von Gysi zitierte Aussage Tjagnibogs gegenrecherchiert. Gysis Zitat bezieht sich offenbar auf eine Aussage Tjagnibogs in diesem Video:

http://www.youtube.com/watch?v=-i4gvF15BRI

Laut Beschriftung stammt Tjagnibogs Aussage aus dem Jahr 2004, das Aussehen Tjagnibogs legt das auch nahe. Wenn jemand beweisen kann, dass Tjagnibog diese Aussage zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt/getätigt hat, dann bitte ich um einen Hinweis. Zum Zeitpunkt der Sendung lag mir ein solcher Beweis nicht vor.

Von einem Muttersprachler ließen wir uns das im Video zu sehende Zitat übersetzen. Ergebnis: Tjagnibog verwendet das Wort "Russensäue" nicht und spricht in der Vergangenheit. Die von Gysis zitierte Übersetzung ist demnach ungenau. Inzwischen sind auch andere Journalisten - unabhängig von uns - zu diesem Ergebnis gekommen.

http://daserste.ndr.de/panorama/aktuell/ukraine387.html

Dass wir Tjanibog selbst nach diesem Zitat fragten, gehört zu einer korrekten Recherche. Seine Antwort und Gysis Aussage haben wir, wie geschildert, überprüft - unabhängig und nach bestem Wissen und Gewissen - und das Eregbnis korrekt dargestellt. Vorwürfe wie "blinde Propaganda-Übernahme", "Sprachrohr" und "Gehirnwäsche" sind absurd.

Achtermann 08.04.2014 | 17:08

"Vorwürfe wie "blinde Propaganda-Übernahme", "Sprachrohr" und "Gehirnwäsche" sind absurd."

Wieso? Ich erinnere an das Interview, das der ZDF-Anchorman mit dem Siemens-Chef über Russland, die Ukraine und Putin im Besonderen führte. Ein nicht unbekannter Kollege der FAZ hat dieses in der Luft zerrissen.

"Es nutzt gar nichts, Klebers High Noon inhaltlich zu debattieren. Der Nachrichtenwert ist gleich null, der formale Wert ungleich höher. Denn Kleber, der, da Putin selbst nicht zur Verfügung stand, einer staunenden Welt demonstrieren wollte, wie Joe Kaeser sich unter Druck verhält, ist selbst nur ein Symptom. Die formalen Kriterien dieser fünf Minuten „heute journal“ sind mittlerweile eins zu eins übertragbar auf einen aktuellen Echtzeit-Eskalationsjournalismus, der Lebenssendezeit füllen und Storys erzählen muss."

Lieber ZDF-ler, die Autorität dieses Senders ist nicht mehr die, die er vorgibt zu haben. Das müssen Sie irgendwann mal akzeptieren, auch wenn's am Ego nagt.

knattertom 08.04.2014 | 18:53

Ja, auch von mir ein dickes Dankeschön.......

"Dies bekennt Andreas Weise, Redaktionsmitglied des heute-journals, der für das heute-journal aus Kiew berichtet."

Was mich am meisten abtörnt, ist die Tatsache, dass das ZDF ja offensichtlich Berichterstatter vor Ort hat, für die dann wohl ja auch Kosten anfallen, die von uns getragen werden. Was bitte machen die denn dann da, wenn letztlich nichts eigenes recherchiert und berichtet wird, "die Haare schön haben", oder was? Wenn ein drittklassiger Privatsender es sich finanziell nicht leisten kann, selbst aktiv zu werden, und daher "aus der Not heraus" auf Fremdpropaganda zurückgreift, geschenkt. Aber das zweite ÖRF aus Deutschland sollte wohl etwas mehr auf der Pfanne haben, als das oben beschriebene.

gokahe 08.04.2014 | 18:59

@lars seefeldt

Etwas wirr für mich Herr Seefeldt, aber vielleicht habe ich es nur nicht richtig verstanden?

"Gysis Zitat bezieht sich offenbar auf eine Aussage Tjagnibogs in diesem Video:
http://www.youtube.com/watch?v=-i4gvF15BRI
„Ihr seid ukrainische Nationalisten, ukrainische Patrioten! Ihr müsst die Helden werden, die heute die Erde unter unseren Füßen verteidigen! Sie hängten sich Gewehre um den Hals und gingen in die Wälder. Sie kämpften gegen Russen, gegen die Deutschen, gegen Judenschweine und sonstiges Gesindel, welches uns den ukrainischen Staat wegnehmen wollte! Man muss endlich die Ukraine den Ukrainern geben!“

– Tjahnybok, 2004 lt. Wikipedia"
d
a stört mich schon mal der Ausdruck offenbar?
"Dass wir Tjanibog selbst nach diesem Zitat fragten, gehört zu einer korrekten Recherche."
Kann ich gelten lassen aber die fehlende Nachfrage bei Gysi siehe "offenbar" belegt eigentlich eine zielgerichtete Recherche oder auch bei Gefallen eine zielgerichtete Wahrheit so ganz im Sinne von "ZDF-Skandal: Berichte im Auftrag Kiews?" also was zu beweisen war!
Das Zitat von Gysi lautete
"Schnappt euch die Gewehre, bekämpft die Russensäue, die Deutschen, die Judenschweine und andere Unarten. Seid stark für unsere ukrainische Heimat." Übersetzungsfehler? oder nicht identisch!
Als Beleg und Nachweis nannte er die SPD-Zeitung Vorwärts Jahrgang 2012 am 20.03.2012 hier http://www.youtube.com/watch?v=DB6t7NOwthE als Entgegnung auf den Einwurf zum Zitat von Frau Göring-Eckardt im Bundestag am 13.03.2014. Widerstand von Frau Göring-Eckardt und den Grünen gab es keinen nicht mal andeutungsweise, verlegen beschäftigt war Frau Göring-Eckardt im benannten Video.
Ich sehe da einigen Klärungsbedarf Ihrerseits, es fehlt noch die Fundstelle im Vorwärts, vielleicht hilft Gysi und dann das abschließende gut und neutral recherchierte Ergebnis hier. Bei Wikipedia soll es zum Zeitpunkt dieser Äußerungen/Behauptungen/Auseinandersetzungen zu merkwürdigen Änderungen gekommen sein.
Ihr Beitrag ist für mich die Bestätigung, Sie sind einer der im Beitrag benannten über 900 angemeldeten Journalisten bei UCMC und damit sicher in der Lage die Behauptungen im Beitrag mit Beispielen zu belegen oder fundiert zu widersprechen?

L.Applebaum 08.04.2014 | 19:26

Eine Redaktion, die Aussagen "nach bestem Wissen und Gewissen" überprüft, hätte Gysis Rede auch folgerndermaßen kommentieren können:

Die von Gysi zitierte Übersetzung ist zwar in Teilen ungenau formuliert, sie ist aber inhaltlich absolut treffend wiedergegeben.

Aussage der Journalisten, auf die Sie sich berufen:

2004 rief Tjagnibok auf einer Gedenkveranstaltung für einen UPA-Kommandeur zum Freiheitskampf auf nach dem Vorbild der Bandera-Anhänger:

"Ihr seid ukrainische Nationalisten, ukrainische Patrioten! Ihr müsst die Helden werden, die heute die Erde unter unseren Füßen verteidigen! Sie [Die Helden] hängten sich Gewehre um den Hals und gingen in die Wälder. Sie kämpften gegen Russen, gegen die Deutschen, gegen Judenschweine und sonstiges Gesindel, welches uns den ukrainischen Staat wegnehmen wollte! Man muss endlich die Ukraine den Ukrainern geben!"

Eine Redaktion, die Aussagen "nach bestem Wissen und Gewissen" überprüft, hätte Gysis Rede auch folgerndermaßen kommentieren können:

Die von Gysi angeführte Äußerung Tjagniboks liegt zwar offenbar 10 Jahre zurück, aber ihre Aktualität zeigt sich daran, dass die Swoboda bis heute in ihrem Parteiprogramm fordert:

den 14. Oktober, den Tag der UPA-Gründung, zum nationalen Feiertag zu erklären.

(aus dem Parteiprogramm der Swoboda, VI. "Historische Gerechtigkeit")

Dessen ungeachtet: Danke für Ihre kritische Rückmeldung. Ihre Stellungnahme ist hier willkommen.

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Ehemaliger Nutzer 08.04.2014 | 19:26

Sehr geehrter Herr Seefeldt,

zunächst, vielen Dank für Ihre Stellungnahme.

"Vorwürfe wie "blinde Propaganda-Übernahme", "Sprachrohr" und "Gehirnwäsche" sind ..."

... jedoch keines Wegs absurd, sondern ein Ausdruck der Empörung über die Berichterstattung der deutschen Mainstream-Medien über die Ukraine Krise.

Es fällt nun mal Schmerzlich auf, dass die Berichterstattung gerade in den ersten Wochen sehr einsietig und manipulativ war. Dieser Trend hält bis heute an. Ich will versuchen dies zu erklären:

1. Auffallend starke Fokusierung auf die Person Putins: Ihre Kollegen verwenden gerne und den Begriff Putin statt Russland. Es mag durchaus sein, dass der Präsident in Russland mehr Macht besitzt, als in anderen demokratischen Staaten, jedoch dienen die Beamten, Militärs und Berater im Kreml gewiss nicht der Dekoration.

Es wäre wohl noch hinnehmbar in dem Sinne, dass man das Staatsoberhaupt als verantwortliche Person für das Handeln des Staates anführt. Jedoch verkommt die vermeintliche Berichterstattung zur Farce, wenn man beginnt unglückliche Bilder von Putin oberkörperfrei, beim fischen und entsprechend spöttische Kommentare in Beiträge zu deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen einzufügen (so gesehen in einer Tagesschau Folge vor ca. einem Monat). Ebenso erbärmlich ist es Spekulationen über Russlands Strategie mit irgendwelchen (gefühlt an den Haaren herbeigezogenen) Psychoanalysen Putins zu untermauern.

2. Wortwahl und Darlegung der russischen Position: Es fällt ferner auf, dass der Tennor bezüglich Russland generell negativ ist. Aussagen der russischen Seite werden oft negativ ausgelegt (z.B.: Putins Aussage mit dem Zusammenbrucht der Sowjetunion als der größten katastrophe... ... bedauert er wirklich den Gebiets- und Machtverlust oder vieleicht den gesellschaftlichen Kolaps? ) oder hisichtlich ihrer Glaubwürdigkeit relativiert. Die Stellungnahmen der kiewer Übergangsregierung werden jedoch gerne unhinterfragt dargestellt.

Auch die Wortwahl spricht Bände. Als Russland Gegenmaßnahmen im Fall von Sanktionen ankündigte, umschrieb das die Tagesschau mit "Russland droht Vergeltung an". Ich war gewiss nicht der einzige, dem diese Worte übermäßig aggresiv erschienen. Passend fasst wird die Wortwahl in einem TP Artikel zusammengafsst:

"Dementsprechend scheint Wladimir Putin in zahlreichen Beiträgen keineswegs präsidial sprechen zu können, sondern er "poltert", "lästert" und "lässt verlauten". Er antwortet nicht, sondern "serviert eine Antwort"."

(http://www.heise.de/tp/artikel/41/41351/2.html)

Dieser unseriösen wird jedoch nur der russischen Seite zu Teil. Wenn dagegen z.B.: Jatzenjuk die Ukrainer zur Verteidigung der Krim aufrief und es sinngemäß damit begründete, dass "die Vorväter ihr Blut für dieses Land vergossen haben", dann findet man keinen Beitrag in den Mainstreammedien der dieses Dummgeschwätz als solches bezeichnet. Genaugenommen fand ich damals keine Beitrag der Jatz's Argumente überhaupt hinterfragte...

Und was ist jetzt eigentlich mit den Anti-Maidan-Demonstranten im Osten der Ukraine? Verdienen diese denn nicht auch als Freiheitskämpfer bezeichnet zu werden? Muss denn die Gewalt seitens der iligitimen Übergangsregierung und die Verhaftungen der Anti-Maidan-Aktivisten nicht auch kritisch betrachtet und verurteilt werden?

3. Fakten?: Ich fand es amüsant, dass die ARD wenige Tage nach der grundlosen Anerkennung der iligitimen kiewer Übergangsregierung duch Deutschland und andere Staaten, einen Völerrechtsexperten bemühte um die Legitimität der neuen Gruppe in Kiew zu begründen. Dieser sprach dann vom "Grundsatz der Effektivität", wonach auch die Fähigkeit zur Ausübung der Regierungsgewalt vor Ort für die Ligitimierung einer Regierung ausschlaggebend sein kann. Damit ha sicht die Tagesschau Crew dann auch zufrieden gegeben und diese Meinung prompt online gestellt. Die Frage: "Warum nicht Janukowitsch weiterhin als Exil-Präsidenten akzeptieren kann" wurde nicht diskutiert.

Auch die Völkerrechtskeule wird gerne geschwungen obwohl ich noch nirgends gelesen habe, worin denn nun genau die Völkerrechtsverletzung seitens Russlands besteht. Ebenso hat sich der Mainstream auf die These eingeschossen, Russland hätte seine Soldaten auf der Krim eingesetzt. Dass es genauso gut Überläufer der ukrainischen Sicherheitskräfte und krimer reservisten Wahren, hätten sein können die, von Russland ausgerüstet, auf der Krim für Sicherheit sorgten, wird dagegen nicht erwähnt, obwohl es für das Gegenteil keine Beweise gibt.

Dann wären da noch "das Paet-Ashton Telefonat", die brutale Gewalt von Teilen der Maidan-Demonstranten gegen die Sicherheitskräfte, die auffällig an militärische Ausbildung erinnernde Vorgehensweise von einigen Gruppen der Maidan-Demonstranten, die Frage warum die EU-Assoziierung plötzlich an die Freilassung Timoschenkos geknüpft wurde, die Frage ob Russland im Fall der Krim und deren sicherheitspolitischer Bedeutung überhaupt hätte anders handeln können, die Frage nach der Unterstützung von UDAR, auch als bekannt wurde, dass diese Partei mit der Swoboda kooperiert... ...und gewiss noch andere Punkte die im Sinne einer objektiven und fundierten Berichterstattung hinterfragt werden müssten. das passiert aber nicht. Wenn Gysi sich aber auf eine weit verbreitete unkorrekte Übersetzung bezieht, dann setzt das ZDF gleich mal Journalisten darauf an...

Herr Seefeldt, das sind nur einige Kritikpunkte die mir spontan einfallen und ich unterstelle keineswegs, dass Sie persönlich dafür verantwortlich sind. Vielmehr möchte unterstreichen, wo ich die Probleme unserer Berichterstattung in Sachen Ukraine-Konflikt sehe. Ich gehöre ohnehin zu den Skeptikern die gerne auch bei anderen Themen nicht die Haltung des Mainstreams teilen, aber gerade in den letzten Wochen hat mein Vertrauen in unsere Medien einen neuen Tiefpunkt erreicht (und jetzt muss ich hier noch lesen, dass die ZDF bei ihrer Berichterstattung auf ein transatlantisches PR-Netzwerks zurückgreift... )!

Ich maße mich an zu hoffen, dass Sie und ihre Kollegen die vielen kritischen Kommentare vieler Mediennutzer zum Anlass nehmen über die Qualität der Arbeit ihrer Zunft nachzudenken.

Herbert 08.04.2014 | 20:08

Herr Seefeld, ich frage Sie nach der Motivation hinter dieser Recherche. Wollen Sie/ das ZDF ernsthaft nachweisen, Swobodas sei KEINE rechtsradikale Partei?! Auch die Prüfung der Triftigkeit sowie die Wirkung von Nachrichten gehören zur Wahrnehmung journalistischer Sorgfaltspflichten. Anstatt dem Swoboda-Politiker die Chance zu geben, durch Haarspalterei sich weiterhin als respektabler Ansprechpartner zu präsentieren, wäre etwas eigene kritische Recherche gegenüber dieser Partei angebracht gewesen.

lars seefeldt 08.04.2014 | 21:03

Nein, ich wollte nicht nachweisen, dass Swoboda keine rechtsradikale Partei ist. Meine Aufgabe ist es, Behauptungen zu hinterfragen, egal von wem. Herr Gysi behauptete, Tjanibog habe das wortwörtlich so gesagt, und zwar im Jahr 2012. Wenn ich es anders weiß und das verschweige - dann mache ich mich zum Sprachrohr von Herrn Gysi. Ich will aber niemandes Sprachrohr sein. Macht es einen Unterschied, ob eine solche Aussage 2004 oder 2012 fiel? Ob sich der Zitierte inzwischen distanziert? Ob es ein direkter Aufruf war oder ein wirrer Verweis auf die Geschichte? Ob ukrainische Juden Swoboda für "nur verbal radikal" halten oder für tätlich gefährlich, für "national" oder "nationalistisch"? Über all das kann man sicher streiten. Aber vorher sollten die Fakten so klar sein wie möglich. Sie können das Haarspalterei nennen. Ich bin lieber Haarspalter als Sprachrohr.

lars seefeldt 08.04.2014 | 21:30

Hallo Gokahe, da Sie es so genau wissen wollen: Ich habe nach Gysis Rede am 13.3. bei der Pressestelle der Linksfraktion nachgefragt, woher Herr Gysi dieses Zitat habe. Der Sprecher verwies mich auf diesen Vorwärts-Artikel:

http://www.vorwaerts.de/116882/ukraine_rechte_parteien_in_neuer_regierung.html

Wie Sie selbst lesen können, behauptet der Autor dieses Artikels nicht eindeutig, dass Tjanibog diesen Satz im Jahr 2012 gesagt hat (auch wenn der Kontext das nahelegt). Weil die Frage des Zeitpunkts dieser Äußerung bereits in der Debatte am 13.3. eine Rolle spielte (nach meiner Erinnerung behauptete Frau Göring-Eckardt in ihrer Rede, dieses Zitat stamme aus 2004), wollte ich es genauer wissen, und habe die oben geschilderte Recherche angestellt bzw. anstellen lassen. Ergebnis siehe oben. Klar, ich hätte auch noch den "vorwärts"-Autor fragen können, woher er sein Zitat hat. Das hole ich in den nächsten Tagen nach. Obwohl ich eigentlich finde, dass es eher die Aufgabe von Herrn Gysi ist, seine Zitat-Quellen zu prüfen.

lars seefeldt 08.04.2014 | 21:47

Hallo L. Applebaum, ich glaube, unser Missverständnis liegt im Wort "kommentieren". Die Formulierungen, die Sie da vorschlagen, beinhalten eine (zwangsläufig subjektiv beeinflusste) Analyse und Wertung der Fakten. Das ist die Aufgabe eines Kommentars. Ich habe im heutejournal einen Bericht verfasst. Dessen Aufgabe ist es, Fakten zu liefern. Im Falle eines Berichts über eine Bundestagsdebatte lauten die Grundfragen: Wer hat was gesagt? Wer hat was erwidert? Was davon ist sachlich korrekt, was nicht? Was geschah noch so im Bundestag? Das habe ich versucht zu beantworten (in der Kürze von drei Minuten, mit einem halben Tag Recherchezeit). Und zwar, jawohl, nach bestem Wissen und Gewissen. Ich verstehe, dass Sie sich einen Kommentar gewünscht hätten, fürchte aber, dass dafür die Zeitung besser geeignet ist als der Fernsehen. (Ob die Aussage dieses Kommentars dann Ihre Zustimmung findet, ist natürlich nochmal eine ganz andere Frage)

lars seefeldt 08.04.2014 | 22:19

Sehr geehrte/r Adler, vielen Dank für Ihren ausführlichen Post. Ich bitte Sie um Verständnis, dass ich mich hier weder zum Verteidiger noch zum Ankläger meiner gesamten Kollegenschaft aufschwingen kann und will. Die Diskussion über Ihre Punkte 2 und 3 müssen wir an einem anderen Ort führen. Was Sie unter 1. schreiben, kann ich persönlich gut nachvollziehen. Merkel ist nicht Deutschland, Russland ist nicht Putin, und Sahra Wagenknecht ist nicht die Linkspartei. Speziell das Fernsehen liebt trotzdem die Personalisierung. Warum? Weil es von Putin, Merkel und Wagenknecht eindeutige Bilder gibt. Wen soll man zeigen, wenn man von Russland sprechen will und nur neunzig Sekunden Zeit hat? Das ist keine Rechtfertigung für alles, aber Teil einer Erklärung. Und es gilt für alle Themenbereiche. Beste Grüße!

L.Applebaum 08.04.2014 | 22:46

Hallo Herr Seefeldt: Nein, kein Missverständnis: ganz im Gegenteil:

Die Textsorte "Bericht" zeichnet sich durch eine sachliche, wertungsfreie Wiedergabe aus. Die Redaktion ließ Sie aber die Kritik Gysis kritisch kommentieren:

1. als ungenau (obwohl inhaltlich treffend, s. Beleg oben)

2. als veraltet (obwohl aktuell, s. Beleg oben)

3. als Äußerungen von "Putinverstehern" und "radikalenLinken".

Diese 3 Kritikpunkte wiederholt das heute-journal vom 13. März ein zweites Mal durch die aufgezeichneten Äußerungen Tjagniboks.

Dessen ungeachtet: Danke für Ihre kritische Rückmeldung. Ihre Stellungnahme ist hier willkommen.

Wendelin 09.04.2014 | 01:33

Wow, der Feitag, richtig investigativ und kämpferisch. Chapeau! Angesichts dessen wage ich es nun, meinen ganzen Mut zusammenkratzend Folgendes zum Thema einzubringen.

Es läuft z.Z. eine Petition, die sich an Russland mit der Bitte wendet Russia Today neben englisch, spanisch und arabisch auch in deutscher Sprache einzurichten.
Das Problem mit der Petition war, dass, quasi als Realsatire der Volksweisheit :“ Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn“, der Initiator mit der guten Idee, in seriöseren Kreisen der alternativen Medien als , neutral formuliert, absolut obsolet gilt.
Nur, ohne Unterstützung dieser Kreise, gibt es auch keine Chance beeindruckende Unterzeichnerzahlen zu erreichen.
Ich weiß nun nicht, was die übrigen Unterstützer der Petition mit dem armen seewald.ru gemacht haben, vielleicht in Alufolie zum Schutz gegen außerirdische Strahlung eingewickelt.

Jedenfalls ist die Petition jetzt so neutral umformuliert, dass sie jeder unterschreiben kann,
der signalisieren möchte, dass er auch Interesse an der russischen Sichtweise hat ,
der angesichts der fortgesetzten Kriegspropaganda unserer MSM auch die Gegenpropaganda vergleichen will und
der der Verpflichtung auf neutrale Berichterstattung , in den, von uns zwangsfinanzierten ÖR Sendern , Nachdruck verleihen will.
Wer nun immer noch auf der Position verharrt „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern,sing nicht ihre Lieder…“, hat m.E. den Sinn des Liedes nicht so ganz verstanden.

https://www.openpetition.de/petition/online/russia-today-auf-deutsch-petition?utm_source=extern&utm_medium=widget&utm_campaign=russia-today-auf-deutsch-petition

drdre 09.04.2014 | 02:19

Danke für den Artikel, erstmal , als Leser und Abonnent dieser Zeitung, ist es erfrischend mal nicht den einheitsbrei der Mainstream Presse zu lesen. Insofern kann ich dem Inhalt dieses Artikels nur zustimmen. Es wird, meiner Meinung nach, im Fall Ukraine eh zuviel geheuchelt. Die Einmischung der EU/USA zwecks Erweiterung des Nato Einflussgebietes , sowie die Rohstoffvorkommen für westl. Konzerne ausbeutbar zu machen, ist leider etwas schlecht für die USA gelaufen. Putin musste um nicht sein Gesicht vor seinen Leuten zu verlieren Fakten schaffen. Die sogenannte Revolution, d.h. die wünsche der Bürger spielten in dieser Schmierenkomödie eh nur eine untergeordnete Rolle. Machtpolitik und Rohstoffe sind die eigentlichen Auslöser. Nicht umsonst wurde vom Vorarbeiter des Westens Klitschko mit dem Geld der CIA und der Konrad-Adenauer-Stiftung die Hälfte der sog. Demonstranten bezahlt. Damit diese in den kalten Zelten auf dem Maidan blieben. Nun nachdem die Swoboda aus dem Ruder gelaufen ist, versucht man zu retten , was noch zu retten ist, da kam die Übernahme der Krim durch Russland gerade richtig, um von den skandalösen Abläufen in Kiew und der Einmischung des Westens in die Inneren Angelegenheiten der Ukraine abzulenken.

Eine gute Gelegenheit, für Rassmussen und der Falken Abteilung in der Nato und Pentagon darauf hinzuweisen, dass wir mehr Geld für die Rüstung ausgeben müssen, na ja die Rüstungsindustrie wirds ihm schon danken.

Meyko 09.04.2014 | 08:40

Soweit gut, so gut. Sie schrieben:

"Guten Tag. Das ZDF berichtet in niemandes Auftrag,[...]" Sie beziehen sich dann im Weiteren fast ausschließlich auf Gysi:"...Gysis Aussage haben wir, wie geschildert, überprüft - unabhängig und nach bestem Wissen und Gewissen - und das Eregbnis korrekt dargestellt. Vorwürfe wie "blinde Propaganda-Übernahme", "Sprachrohr" und "Gehirnwäsche" sind absurd."

Was sie vorführen, ist ein häufig im medialen Geschehen angewendeter "Trick": Sie überhöhen den eigentlichen Vorwurf von der "vorwiegend einseitigen Informationsbeschaffung über die UCMC" zu "im Auftrag arbeiten". - Was selbstverständlich nicht zutrifft. Dann schwenken Sie zielgerichtet auf den Nebenschauplatz Bundestag und"Gysi". Nicht schlecht.

Tatsächlich widersprechen Sie dem dezidierten Vorwurf der vorwiegend einseitigen Informationsbeschaffung über die UCMC an keiner Stelle...

Avatar
Ehemaliger Nutzer 09.04.2014 | 09:54

Tatsächlich widersprechen Sie dem dezidierten Vorwurf der vorwiegend einseitigen Informationsbeschaffung über die UCMC an keiner Stelle...


hihi ... wie sollte er auch ... wir kennen doch die massenhaften, aber ja nur immer "zufälligen" einzel-täter-beispiele als nebelwerfer-strategie ... genauso gut, wie er selbst ... er wird ja auch nicht dafür bezahlt ... wie er selbst sagt;) ... etwas grundsätzlicher zur informationsbeschaffung zu sagen ... er arbeitet halt "korrekt" nach anweisung ... ist doch in prekär-geschafften bereichen der gesellschaft die gewollte "sicherheitsstrategie" ... von wem auch immer ... eine materielle "sicherheit" von aufklärung gibt es nur im militärischen bereich ... geistes+sozialwissenschaften wurden daraus schon lange verbannt ... muss halt prioritäten setzen >>> natürlich nur im sinne von demokratie und freiheit ALLER, selbst wenn die das nicht einsehen wollen, die prekären deppen müssen uns ja eh für jeden scheiss bezahlen >>> bezahlen ihren schlachter selber lt. gesetz ...

Janni68 09.04.2014 | 14:14

Das Problem ist, dass aus der Ukraine keine unabhängigen und ausgewogenen Berichte kommen. Die Journalisten von ARD/ZDF z.B. erklären vor der Kamera immer nur, was sie wieder gehört hätten, und oft gibt es dazu noch eine passende Stimme von der Strasse. Zu den Überläufern auf der Krim gab es keine Hintergrundberichte, aber zu den wenigen in der ukrainischen Armee, die die Krim daraufhin verlassen wollten, gab es gleich eine Homestory. Wenn die Gewichtung nicht stimmt, wird schon manipuliert. Selbst mit Fotos kann man manipulieren, wenn man die Ausschnitte geschickt wählt.

Wieso gibt es so wenig kritische Hintergrundberichte zur finanziellen und ideologischen Unterstützung gewisser Gruppen in Kiew von "NGOs" wie NED? Wie sieht Destabilisierung aus, wenn es der Westen macht? Sicher subtiler, aber die Interessen des Westens sind doch auch nicht "Demokratie und Freiheit". Im Westen heisst es nur nicht "Propaganda" sondern PR.

Was hatte die EU auf dem Maidan zu suchen? Welche Interessen verfolgen die Konrad-Adenauer-Stiftung und die Heinrich-Böll-Stiftung dort?

https://www.boell.de/de/2014/02/20/euromaidan-freiheitliche-massenbewegung-zivilen-ungehorsams

Und wieso müssen die einen Leitfaden rausgeben, wie man die Situation vor Ort zu verstehen habe?

Immerhin erklärt es, wieso die GRÜNEN plötzlich zu Kriegstreibern werden und Rebecca Harms von Elmar Brok kaum zu unterscheiden ist in der Hetze.

Der Zweck heiligt wohl die Mittel. PR und Journalismus wird oft schon zusammen gelehrt. Und die Erklärungen sind dann wie in der Pharmaindustrie oder Klimadebatte: "Nur weil die unsere Studie finanzieren, heisst das nicht, dass wir nicht unabhängig sind!"

Wenn also der neue Generalstaatsanwalt in Kiew von der Swoboda gestellt wird, was sind dann die Untersuchungen zu den Schüssen auf dem Maidan wert, wenn keine unabhängigen Ermittler gewollte waren? Anstatt der Sache nachzugehen, versucht man mit einer Bemerkung am Rande davonzukommen. Man hätte es ja erwähnt... Nein, die Gewichtung machts, wenn man nicht selbst Meinung machen will.

Die Berichterstattung von ARD/ZDF ist schwer zu ertragen.

pingback 09.04.2014 | 15:14

Danke für diesen überaus erhellenden Beitrag. Mir persönlich sagt dies, das ich öfter auf mein Bauchgefühl achten muss, wenn ich von solcher GEZ finanzierten Propaganda gefüttert werden soll. Damit lag ich meist richtig, Besonders hellhörig werde ich immer bei Schlagworten wie Verschwörungstheorie, Antiamerikanismus, Antisemitisnus, Antieuropäer, Antidemokraten etc.

lars seefeldt 09.04.2014 | 16:01

1. "Berichte im Auftrag Kiews" steht in der Überschrift des Artikels. Darauf beziehe ich mich.

2. Der Vorwurf der einseitigen Informationsbeschaffung soll im Artikel belegt werden mit meinem Bericht über die Bundestagsdebatte. Ich habe dargelegt, aus welchen Quellen meine Informationen stammen. Sie sind nicht einseitig.,

3. Auch der Beitrag von Andreas Weise litt nicht unter einseitiger Informationsbeschaffung. Er hat neben Tjahnibog eine Reihe von Interviewpartnern zu Wort kommen lassen.

Insofern widerspreche ich dem Vorwurf.

lars seefeldt 09.04.2014 | 16:52

1. Die Übersetzung war ungenau (s. Beleg oben), das Zitat älter als von Gysi behauptet (s. Beleg oben). Das ist eine sachliche Darstellung. Dass Tjahnibog mit Hilfe dieser Fakten argumentiert, macht weder die Fakten falsch, noch seine Argumentation alternativlos.

2. "Radikale Linke" ist ein Begriff wie "Realo-Grüne" oder "Wirtschaftsflügel". Vertreter dieses Flügels der Linkspartei haben Verständnis für Putins Argumentation und seine Motive geäußert, daher "Putin-Versteher". Diese Begriffe sind nicht neutral. Aber auch nicht unsachlich.

2. Sie versuchen in Ihrem Artikel zu belegen, dass sich unsere Berichterstattung auf nur eine Quelle stützt. Ich habe Ihnen meine verschiedenen Quellen dargelegt. Ihre Behauptung halte ich damit für widerlegt.

JoeyU 09.04.2014 | 18:25

Daiese Art von tendenziöser Berichterstattung machen alle "Russland an die Wand stellenden"-Medien. Das ist das Dilemma, dass die Medien heute politisch gesteuert werden und eine investigative, seriöse, neutrale Berichterstattung kaum noch stattfindet . Die Journalisten sind selbst parteiisch und die Medienverantw. suchen sich die Leute aus, die ihren politischen Sichten und Einstellungen in den Kram passen. Dazu kommt noch die Sensations- und Schnelligkeitsgier, die sich über das Ganze legt. Die Meidenkonsumenten werden besonders in politischen Konflikt-Situationen wie in der Ukraine verarscht, unvorstellbar. Vieles reinster Journalismus im Boulevard-Stil. Ganz schlimm.

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L.Applebaum 09.04.2014 | 19:28

Lieber Kommentator, Ihr Kommentar wurde umgeklappt, da der von Ihnen gewählte Name eine zu große Ähnlichkeit mit dem Namen des Autors dieses Beitrags hat. Dadurch kann es schnell zu Verwechslungen kommen. und Beiträge könnten falsch zugeordnet werden. Bitte haben Sie Verständnis dafür. Vielleicht können Sie Ihren Anzeigenamen noch einmal ändern?

knattertom 09.04.2014 | 20:07

Vielen Dank für die Antwort, obwohl ich nicht verstehe, was an meinem Kritikpunkt so schiwerig zu verstehen ist.

Da ich nicht im Besitz eines Fernsehgerätes bin (seit 15 Jahren) und mir wenn, dann Berichte ausschliesslich in der Mediathek im Netz ansehe,.......nein, ich habe die Beriche einzeln nicht gesehen, aber wenn hier jemand unabhängig recherchiert, dass sich ein mit öffentlichen Gebühren finanzierter Sender, offensichtlich einen gehörigen Teil seiner Aussendarstellung eines Konflikts von dritter Seite in die Mikrofone diktieren lässt, dann stösst das ganz einfach sauer auf, vor allem vor dem Hintergrund der GEZ-Reform und einer deutschlandweiten (Fernseh-)Medien-Zwangssteuer. Wenn das Personal für eine ausgewogene Berichterstattung nicht reicht, kann man weitere junge, hungrige und unvorbelastete Journalisten anheuern, wenn das Geld dazu fehlt, kann auch weniger Fussball gezeigt werden, oder ein Musikantenstadel muss halt einfach schliessen........

Der Auftrag der öffentlich rechtlichen Medien ist ziemlich klar definiert, und ein Stefan Mronz, eine Helene Fischer und Co., sind meines erachtens damit kaum unter einen Hut zu bringen. Eine parteiische Berichterstattung im politischen Bereich allerdings noch weniger, und wenn die Mittel für ersteren intern nicht reichen, weil diese an der falschen Stelle verpulvert werden, dann wird es vielleicht zeit für veränderungen innerhalb des hauses.

Wie wäre es zum beispiel mit einer internen Deklaration, die die unvereinbarkeit eines Chefredakteursposten mit der Mitgliedschaft in einer politischen Partei erklärt?

BernhardT. 10.04.2014 | 02:30

1.) Nur zur Information: Ein stark an den Artikel von L. Applebaum angelehnter Beitrag mit dem Titel "Ukraine. ZDF gibt einseitige, PR-geleitete Berichterstattung zu" findet sich hier: http://dtj-online.de/ukraine-zdf-berichterstattung-24382 (Das Nachrichtenportal steht wohl der Bewegung des türkischen Predigers und Unternehmers Fethullah Gülen nahe.)2.) Herr Seefeldt schreibt weiter oben (8. April, 21.03 Uhr) : "Nein, ich wollte nicht nachweisen, dass Swoboda keine rechtsradikale Partei ist." In der Tat spricht Seefeldt in seinem unsäglichen Beitrag verharmlosend von der "rechtsnationalen Swoboda-Partei". Es ist die Partei, mit deren Vorsitzendem Tjahnybok der Bundesaußenminister und Spezialdemokrat Steinmeier (vgl. "Steinmeier, Sozialdemokratie und der rassistische 'Krieg gegen den Terror'" http://www.icl-fi.org/deutsch/spk/166/kurnaz.html) in der deutschen Botschaft in Kiew zusammentraf. 3.) Mitte März bezeichnete auch der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth, Swoboda beschönigend als "rechtspopulistische und nationalistische Partei". Die Bundesregierung bekannte sich in ihrer Antwort vom 11. März auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Sevim Dağdelen und anderer Mitglieder der reformistischen Linksfraktion zu ihrer Zusammenarbeit mit der Swoboda-Partei und achtete dabei peinlich darauf, die Partei nicht als "rechtsextremistisch" zu bezeichnen (http://www.sevimdagdelen.de/de/article/3524.regime_change_in_der_ukraine_mit_der_extremen_rechten.html) Merke: Erst hofieren, dann hoffähig machen, indem man den Wölfen im Schafspelz Kreide zu fressen gibt. 4.) Ein aktueller Artikel des an der Universität Hamburg lehrenden Strafrechtlers Reinhard Merkel zum Thema "Die Krim und das Völkerrecht": http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-krim-und-das-voelkerrecht-kuehle-ironie-der-geschichte-12884464.html5.) Unverzichtbare Lektüre: "Ukraine nach dem rechten Putsch. EU/US-Imperialisten hysterisch über russische Intervention. Die Krim ist russisch." (http://spartacist.org/deutsch/extra/ukraine.pdf) sowie "Viertes Reich unterstützt ukrainische Faschisten – wieder mal. Ukraine: Rechter Putsch geführt von Faschisten, unterstützt von EU/USA. Nieder mit der imperialistischen EU! Für ein Arbeitereuropa! (http://spartacist.org/deutsch/spk/202/ukraine.html)

Ober Hauser 10.04.2014 | 16:52

Sehr gehrter Herr Seefeldt, der Begriff "Radikale Linke" ist meines Erachtens sicherlich nicht gleich zu werten wie "Realo-Grüne" oder "Wirtschaftsflügel". Allein der Begriff "radikal" ist negativ besetzt und stellt die damit bezeichneten Personen, egal welcher politischer Richtung angehörend, außerhalb der akzeptierten Grenzen politischen Handelns. Das übrigens zurecht, wenn es zutrifft. "Realo-Grüne" sind nach meinem Verständnis Mitglieder von Bündnis 90 / Die Grünen, die sich in ihren Ansichten mehr den realen/realistischen Gegebenheiten der Gesellschaft zuwenden und diese als Basis für ihr politisches Handeln akzeptieren. Also sicherlich nichts Radikales. Der Wirtschaftsflügel einer politischen Partei wohl auch eher nicht, obwohl es auch hier - wie überall - radikale, also extreme Sichtweisen gibt. Insofern sind diese Begriffe aus meiner Sicht nicht vergleichbar.

Ober Hauser 10.04.2014 | 17:20

Der Versuch einer Zusammenfassung aus meiner Sicht:

Gysis Zitat im Bundestag am 13.03.2014 ist möglicherweise ungenau. Möglicherweise deshalb, weil er nicht sagt, wann Tjagnibok das Zitierte sagte. Bevor ich also behaupte, dass ein Zitat falsch bzw. ungenau ist, muss ich doch klären, was genau eigentlich zitiert wird. Oder ist das Haarspalterei?

Letztlich bleibt für mich, was die Berichterstattung des ZDF angeht ein äußerst schaler Nachgeschmack zurück. Ich frage mich, was bezweckt der Sender mit dieser Art der "Berichterstattung"? Geht es darum, Gysi falsche Zitate nachzuweisen (was nicht gelungen ist, s. o.)? Oder geht es darum, die derzeitigen Machthaber in Kiew vor negativer Öffentlichkeit zu schützen? Wenn ja, warum? Und wenn ja, warum ist das Aufgabe des ZDF? Wäre es für den Zuschauer nicht wesentlich informativer, wenn recherchiert und berichtet würde, mit wem es die Welt in der Regierung der Ukaine es denn nun tatsächlich zu tun hat? Stimmt die Aussage Gysis, dass es sich bei einigen Regierungsmitgliedern um Faschisten handelt, die sich aus rechtsextremen Strömungen (um gelinde auszudrücken) rekrutieren? Diese und noch einige weitere Fragen bedürfen einer Beantwortung, zumindest für mich. Und in der Beantwortung dieser Fragen sehe ich eine wichtige Aufgabe der Medien, also auch des ZDF. U. a. dafür zahle ich, übrigens gerne, meine Fernsehgebühren. Bitte kommen Sie, Herr Seefeldt, und ihre Kolleginnen und Kollegen dieser Aufgabe nach! Und ja, berichten Sie, neutral und korrekt und vollständig recherchiert. Das darf auch gerne länger dauern als einen halben Tag. Hier geht Richtigkeit und Genauigkeit für mich vor Schnelligkeit. Und kommentieren Sie auch gern, wenn Sie es vorher so ankündigen.

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Ehemaliger Nutzer 10.04.2014 | 17:38

hier zwei kommentare von der zdf-fb-site:

Die Leute fangen an, Euch auszulachen, merkt Ihr das überhaupt? Oder ist es egal, noch egal, weil es ja noch eine zu vernachlässigende Zahl ist?
Euer Tun rangiert irgendwo zwischen peinlich und abstoßend. Es ist durchschaubar, wie sehr da gegen den absteigenden Ast angekämpft wird mit immer perfideren Methoden.

Die Watschn vom BVG kam zwar spät, aber sicher nicht grundlos.
In meinen Augen haben alle Medien ihre Unschuld schon lange verloren >
in einer Informationsgesellschaft arbeitet man nicht ungestraft mit falschen Übersetzungen (Ahmethatschi), versieht man nicht Kriegsfotos mit neuem Datum und verlegt sie in eine andere Region, ohne dass es auffällt;
nicht, dass ich Wulff sonderlich sympathisch finde, aber der kollektive Schulterschluss mit der BILD war einfach widerlich.
Last but not least
Claus Kleber empfinde wohl nicht nur ich als völlige Fehlbesetzung.

https://www.facebook.com/ZDFheute/posts/10152336066260680?stream_ref=10

lars seefeldt 10.04.2014 | 20:38

Vielen Dank für Ihren sachlichen Ton. Meine Antwort auf Ihre Fragen lautet: Die Redaktion bezweckte mit dieser Art der Berichterstattung (mein Beitrag aus Berlin) eine Bundestagsdebatte abzubilden, damit sich die Zuschauer entscheiden können, wessen Argumentation sie folgen. Zu diesem Zweck greift man sich üblicherweise besonders zugespitzte Aussagen der Redner heraus, stellt sie gegenüber und begleitet sie, wenn nötig, mit Zusatzinformationen. Das Tjahnibog-Zitat Gysis war aus meiner Sicht der stärkste Moment seiner Rede, deshalb habe ich es herausgegriffen. Und mit Zusatzinformationen versehen, die aus meiner Sicht wichtig waren für die Einordnung. Hätte Angela Merkel in ihrer stärksten Aussage ähnlich erläuterungswürdige Fakten und Zitate verwendet, hätte ich das ebenso getan. Unabhängig davon bleibt aber für den Zuschauer die Möglichkeit, dem einen oder anderen Argument zuzuneigen. Viele Diskutanten hier schließen sich ja auch Gysis Argumentation und Wortwahl an. Das ist ihr gutes Recht.

Der Beitrag von Andreas Weise war genau der von Ihnen geforderte Versuch zu berichten, "mit wem es die Welt in der Regierung der Ukaine es denn nun tatsächlich zu tun hat." Nicht der erste und nicht der letzte Versuch, übrigens. Dabei wurde Swoboda von mehreren Seiten beleuchtet. Auch hier hat jeder Zuschauer wieder die Möglichkeit, sich einer Argumentationslinie anzuschließen. Das ist die generelle Absicht, nicht mehr und nicht weniger.

Ich ahne schon, dass auch diese Antwort zu Widerspruch (im besseren Fall) führt. Um es gleich jetzt zu sagen: Natürlich beschränkt man sich in einem kurzen Fernsehbeitrag auf Schlaglichter, lässt immer irgendetwas weg - und macht sich damit immer angreifbar. Kritik daran ist willkommen - und ist übrigens am wirksamsten, wenn sie ohne Unterstellungen auskommt und bei der Sache bleibt. Ihren Empfehlungen am Schluss komme ich gern nach. Hatte es ohnehin vor :)

Carl von Clausewitz 11.04.2014 | 01:34

ARD und ZDF haben sich in der Berichterstattung über die braune Revolution nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Wenn ständig tendenziös berichtet, verschwiegen und verzerrt wird, dann kommt das rüber wie Propaganda. Das ist auf dieser Seite sehr gut dokumentiert: http://propagandaschau.wordpress.com/ http://propagandaschau.wordpress.com/2014/02/25/revolte-in-kiew-5-tage-analyse-der-propaganda-in-ard-und-zdf/

gokahe 11.04.2014 | 09:14

Besten Dank für die Antwort und auch für den Link zum Vorwärtsartikel. Die Antworten sind für mich nicht so ganz zufriedenstellend. Ich würde mal sagen Fehler im Handwerklichen(verschweigen?), die eine Richtung des "Verstehen sollen" deutlich(für mich) erkennen lassen.
" Gysis Zitat bezieht sich offenbar auf eine Aussage Tjagnibogs in diesem Video:

http://www.youtube.com/watch?v=-i4gvF15BRI "
für mich und alle die es hier lesen, Ihre behauptete/realisierte Recherche beiGysi/Linke
"Der Sprecher verwies mich auf diesen Vorwärts-Artikel:

http://www.vorwaerts.de/116882/ukraine_rechte_parteien_in_neuer_regierung.html
......... behauptet der Autor dieses Artikels nicht eindeutig, dass Tjanibog diesen Satz im Jahr 2012 gesagt hat (auch wenn der Kontext das nahelegt)."
Sie haben sich in der öffentlichen Berichterstattung für "bezieht sich offenbar auf ..." entschieden, den "Vorwärtsartikel u. ..(auch wenn der Kontext das nahelegt)." haben Sie verschwiegen sicherlich aus Zeitgründen oder?.
Der zeitliche Ablauf Panorama, Panorama Richtigstellung, Vorwärtsartikel, Bundestagsdebatten mag ja zu der von Ihnen nachträglichen!!! Schlussfolgerung führen, aber im ausgestrahlten Beitrag ist wenig davon zu erkennen.

Zur Aussage
"Obwohl ich eigentlich finde, dass es eher die Aufgabe von Herrn Gysi ist, seine Zitat-Quellen zu prüfen." Ihnen wurde die Herkunft des Zitat mitgeteilt. Sie schreiben aber "bezieht sich offenbar auf...." Sehr verworren, ein Herr Gysi der das Zitat belegt und ein Herr Seefeldt der nicht prüft aber gewollt oder nicht gewollt verheimlicht?
Was sagt denn nun der Vorwärts-Autor?
Noch mal zum gesamten Beitrag, der für mich in Wortwahl und Sprache wohl tendenziös wirkt und sicher auch wirken soll, das Sie dort gern mitmischen zeigen Ihre Aussagen zur Wirkung vom Begriff Radikal hier im Zusammenhang mit Links. Da gibt es zwei Aussagen in der politischen Diskussion, in etwa, genauer zu finden in den Aufzeichnungen der Bundestagsdebatten und im hier diskutierten ZDF-Beitrag.

Frau Merkel ......... das war/ist ein Bruch des Völkerrechts, auch nicht zu entschuldigen durch Völkerrechtsbruch in der Vergangenheit, wenn es dann so etwas gegeben hat ....
Frau Wagenknecht .......das war/ist ein Völkerrechtsbruch, wie auch schon in der Vergangenheit

z. Bsp. Kosovo 1999 von .......

Fast identisch, der Unterschied fehlendes Wissen obwohl Mittäterin im Fall in Sachen Kosovo.
Also eine lohnende Aufgabe fürs ZDF, Aufklärung in Sachen Kosovo, als Beispiel zur momentanen Lage in der Ukraine. Beginnend mit der Ausstrahlung der WDR-Dokumentation

kosovo("Es begann mit einer Lüge" - Doku über NATO-Einsatz in Jugoslawien, ARD 2001‏)
https://www.youtube.com/watch?v=MYcRjHX50og

weiter hiermit
http://www.youtube.com/watch?v=keWZofL30So , monitor vom 11.04.2014 und eine bis dahin sicher gut recherchierte Geschichte über "Das Ukrainian Crisis Media Center" unter Mithilfe von L.Applebaum. Und das alles zu Sehfreundlichen Zeiten.

Reffke 11.04.2014 | 13:42

Warum wird Swoboda so andauernd bagatellisiert und ihr Stimmenanteil marginalisiert?

Verteil über die ganze Ukraine mag das so sein, aber in der Ostukraine ( bzw. dem alten Galizien!) hat die Partei bei den letzten Wahlen 38% geholt...

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/93/Svoboda-2012.png

Quelle:

http://en.wikipedia.org/wiki/Svoboda_(political_party)

Warum wird das nicht endlich mal recherchiert?

Man braucht doch nur die Homepage der Swoboda mal zu übersetzen und da wird jedem sofort klar, mit wem man es zu tun hat!

Zur Info/Dokumentation, und als quasi Beweis was für eine Partei die €U, Steinmeier&Co offenbar da völlig kritiklos akzeptieren und damit quasi etablieren, diese Übersetzung der Swoboda-Homepage als Beweis für dringend notwendige Kehrtwende der €U-Politik gegenüber den Putschisten in Kiew:
translate.google.com/translate?hl=de&sl=uk&tl=de&u=http://svoboda-vo.at.ua/news/zhidi_na_forumakh_i_v_blogakh_jak_rozpiznati_parkhatogo_zhida/2013-04-17-1169&sandbox=0&usg=ALkJrhiL_CglHvxosgBxjgbsnPwXNBUWUA

Warum bagatellisiert man diese "Partei" oder macht sie gar stillschweigend hoffähig!?

Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

Reffke 11.04.2014 | 14:47

PS: anstatt Ostukraine, war natürlich Westukraine gemeint, sorry!

Swoboda hat also in der West-Ukraine, bzw. Galizien (das sich quasi mit dem durch Stalin/Hitler-Nichtangriffspakt bzw. Ribbentrop-Geheimprotokoll im 2. WK "erbeuteten" Teil der Ukraine deckt, den die Sowjets dank Jalta einfach behalten haben...) bei den letzten Wahlen 2012 unter OSZE-Aufsicht fast 40% der Stimmen erhalten, sorry!

Quelle:

http://en.wikipedia.org/wiki/Svoboda_(political_party)

Auf der deutschen Wikiseite geht das in der Statistik quasi unter...

Aber immerhin noch 10% insgesamt!

http://de.wikipedia.org/wiki/Parlamentswahl_in_der_Ukraine_2012

Man sollte eben genau hinsehn und gründlich recherchieren!

Janni68 11.04.2014 | 14:58

Das Verkürzen ist ein grosses Problem, der Missbrauch geschieht sicher auch nicht ungewollt. Plasberg (ARD) erklärte gar, dass Verkürzen und Aus-dem-Zusammenhang-Schneiden moderner Journalismus sei. Leider. Nur sollte man dann vorsichtig sein, wenn man der russischer Berichterstattung Propaganda vorwirft.

Das Sachliche und Neutrale würde einer Nachrichtensendung wie dem heute-Journal auch gut stehen, wenn es denn nicht Politik treiben will. Warum müssen Moderatoren wie Kleber und Slomka immer in einem wertenden Unterton Berichte einleiten, wo man doch garnicht nachvollziehen kann, auf welcher Grundlage sie da ihre Meinung einbauen? Der Zuschauer weiss dann schonmal, wie er den folgenden Bericht zu verstehen hat.

Wieso ist man so unkritisch gegenüber Informationen von der eigenen Regierung oder den Nachrichtendiensten, wenn es um Berichterstattung in Sachen Syrien, Russland/Ukraine oder China geht?

Ja, das Format müsse modern sein, blabla. Unsinn, wir müssen ja trotzdem dafür bezahlen. Die Moderatoren sollten sich nicht so in den Vordergrund spielen. Es sei denn, sie wollten sich schon als Regierungssprecher empfehlen, hat ja schon einmal geklappt.

Werden eigentlich Berichte aus Krisenregionen bevorzugt angenommen, wenn die Wortwahl die Situation in die Richtung wertet, die auch der Nachrichtenmoderator darstellen will?

Wenn man aus einer grossen Menge an Informationen nur die aussucht, die einem ins Bild passen, ist es schon sehr bedenklich. In der Ukraine ist sicher noch das Problem, von aussen überhaupt an neutrale Informationen zu kommen und objektiv zu beobachten. In der Regel fällt man auf, wenn man von aussen dazukommt, die Sprache beherrscht man meist auch nicht richtig und muss sich helfen lassen. Nur von wem, wenn die Interessen in der Ukraine so unterschiedlich sind?

Tara 14.04.2014 | 12:25

Doch! Tjanibog ist ein Faschist.

Im Internet fast alles ausgeputzt. Wer macht so etwas ich weiss nicht. Aber ich selbst nicht so weit habe diese video angeckukt. http://www.youtube.com/watch?v=MgdPYCFBPUk&NR=1

Dott er hat über Russen und Juden geschimpft. Das war im 2004, im Karpaten.

Und, wenn jetzt er will sich als "Gute" bezeichnet, das schon nicht lange bedutet dies.

http://s4.pikabu.ru/images/big_size_comm/2014-03_2/13944481208198.jpg

Tara 14.04.2014 | 13:01

Die 14. Waffen-Grenadier-Division der SS (galizische SS-Division Nr. 1) war eine Division der Waffen-SS, die 1943 mit ukrainischen (im SS-Sprachgebrauch als galizisch bezeichneten) Freiwilligen und sogenannten Volksdeutschenaufgestellt wurde.

Im Dezember 1943 betrug die Stärke der Division 12.634 Mann, im Juni 1944 bereits 15.299 Mann und im Dezember 1944 22.000 Mann. Sie wurde auf dem Balkan (Juni 1943 bis März 1944), an der Ostfront (März 1944 bis Juli 1944) und in Polen und der Tschechoslowakei (Juli 1944 bis Mai 1945) eingesetzt.

Wiepedia

Der Kommentar wurde versteckt
MO 15.04.2014 | 10:41

Lieber Applebaum, ich habe mich nicht im Blog geirrt, sondern im Namen. Da es keine Korrekturmöglichkeit gibt, konnte ich den Namen nicht mehr verbessern. Der Kommentar richtete sich jedoch sowohl an Sie als auch an Propagandaschau, da Propagandaschau verschiedene Artikel über die Medienpropaganda verfasst hat. Inhaltlich bezieht sich das Video jedoch auf diesen Artikel, da er sich auf das UCMC bezieht.

Die im Video genannten Informationen, dass ukrainische Sicherheitskräfte sich weigern, gegen die Separatisten vorzugehen, wird im übrigen noch von weiteren (auch westlichen) Quellen genannt. Insofern wäre das Video schon ein relevanter Aspekt, wenn auch von russischer Seite, dessen Aussagen, sofern sie sich als wahr erwiesen, eine weitere Bestätigung für einseitige ARD/ZDF-Berichterstattung wären.

Der Kommentar wurde versteckt
BernhardT. 23.06.2014 | 03:48

Die Sache könnte spannend werden: "Swoboda-Chef lässt Gysi anzeigen. Strafanzeige von ukrainischem Rechtsradikalen Tjagnibok gegen Linksfraktionschef wegen angeblichem Falschzitat" (Artikel im "Neuen Deutschland" vom 16. Juni 2014: http://www.neues-deutschland.de/artikel/936051.swoboda-chef-laesst-gysi-anzeigen.html)

Vgl. auch http://www.scharf-links.de/44.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=45400&tx_ttnews%5BbackPid%5D=3&cHash=b40778f257

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Ehemaliger Nutzer 08.08.2014 | 20:23

Ergebnis: Tjagnibog verwendet das Wort "Russensäue" nicht und spricht in der Vergangenheit.

Er spricht von "...Moskowitern, Deutschen, Juden - und anderem Abschaum" - wörtlich Russensäue verwendet er tatsächlich nicht. Ist das, was er verwendet, etwa besser?

Und die SS-Veterane Tjagnibok gegenüber, die ihre herrliche Uniformen feierlich tragen, sind Ihnen nicht aufgefallen?!!

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Ehemaliger Nutzer 02.10.2014 | 21:40

Dr.Uwe Krüger hat zu dem Thema netzwerke der Medienmanager verfasst. Er deckt die Netzwerke durch Besuchernamen und Teilnehmernamen bei verschiedenen "Konferenzen" auf. Bei Ihnen ist interessant der Ansatz, die Aussagen eines Rechtsraqdikalen Tjagnibok in den späteren Meldungen der Westmedien wiederzufinden. das stimmt so wird es evident, auch wenn Übersetzungen einer wörtlichen Suche Steine in den Weg legen. Die Sprachbarrieren scheinen den Propagandamachern sehr gelegen zu sein. Falsche Übersetzunge lassen überall grüßen, absichtlich falsche.

Ihr Link zum Artikel auf freitag funtioniert nicht.

Und ich galube Ihr Artikel wird nicht mit der Suche nach "Ukraine" gefunden. Sie müssen in die Suchbegriffezeile reinschreiben.

Gute Arbeit.

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Ehemaliger Nutzer 02.10.2014 | 21:51

und "anderer Abschaum"? da ist interessant, dass Tjagnibok die Polen ausgelassen hat, obwohl zahlnemässig waren es die meisten Opfer der UPA und polnische Armija Krajöwa deren härtester Gegner.. Das tut er deswegen nicht, weil heutiges Polen der heisseste Unterstützer der Rechtsradikalen in Westukraine ist. Swoboda und Rechter Sektor haben in Polen Militär-Trainingslager, Terroristenlager, ermöglicht...