larc

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RE: Nur traurige Menschen haben private Pools | 13.06.2012 | 20:53

Sehr netten Beitrag. Freut mich über was sich in Wisconsin abspielt zu lesen.

Doch, als leidenschaftliche Milwaukean möchte ich es nur klar stellen das wir wohl mehr als zwei öffentliche Hallenbäder haben. Zwar wenn wir von Vergleichsgröße Leipzig reden dann reden wir von Milwaukee County (ca. 1 Million EinwohnerInnen). Dass unsere öffentlichen Schwimmbäder nicht leicht zu finden sind sagt viel mehr über der verschwommenen Kompetenzverteilung unseres Staates aus als über unser Verhältnis zur Staat.

Zu den zwei County-verwalteten Bädern gibt's noch jede Menge öffentliche Hallenbäder dazu. Nach dem County-Maßstab betreiben nicht weniger als 15 staatlicher Einheiten auf zwei Ebenen öffentliche Hallenbäder. Zwar die meisten befinden sich in die Schulen. Folgende öffentliche Schulen haben Hallenbäder die regelmäßig öffentlich geöffnet haben (allerdings alle schon mit nichtige Öffnungszeitenpolitiken): Gaenslen, South Division, Juneau Campus, Hamilton, Riverside, Shorewood (sogar 2, eines in olympische Größe), Whitefish Bay, Wauwatosa East, Wauwatosa West, Cudahay, South Milwaukee, Greendale, Franklin, Oak Creek, Whitnal. (Es gibt dazu durchaus andere die nicht öffentlich geöffnet haben.)

Dann gibt's die gemeinnützige Schreoder Aquatics Center, Northside-, Southwest Suburban-, West Suburban- und Southshore YMCAs, die wohl auch teilweise öffentliches Geld beziehen. Und der öffentliche Uni hat auch sein Hallenbad die für 32000 Universitätsangehörigen und ihren Familien zugänglich ist.

Ich will nicht bestreiten das es zu wenige Zugang zu öffentliche Einrichtung in der Stadt gibt, nur ich finde der Vorstellung das uns in Milwaukee oder Amerika es ey recht ist das Sozialdeinstleitung fehlen etwas daneben. Zwar gibt's viel Menschen in der Politik (gerade Governer Walker) die sich gut populistisch verkaufen (mit einen Haufen Unterstützung von Wirtschaftintressen). Wohl bauen sie dann öffentliche Sozialeinrichtungen ab, und dann stimmt's wir bekommen Schwellenlandprobleme ohne viele Umverteilungsmaßnahmen für Soziales und Mobilität nur mit Auto. Aber wir lassen uns das nicht einfach gefallen weil wir Steuerscheu sind. Schon mehrmals habe ich zugehört in Beteiligungsprozessen wie sich zahlreiche Menschen sich vor dem Kürzen die Sommeröffnungszeiten die Hallenbäder erfolgreich gewehrt haben, auch gegen damals County-Vorsteher Walker, sie wollten mehr Steuern zahlen. Auch in einer Volksbefragung hat der Bevölkerung mehrheitlich gestimmt für die Einfuhr von zusätzlichen Steuern zur Förderung von County-Einrichtungen. Letztendlich hat Governer Walker die Counties das Recht selbstständig Steuern einzuheben entzogen, und gleichzeitig ihre Budgets gekürzt. Doppelwertig wie wir dem Staat gegenüber sind, habe ich den Eindruck als wird unsere Doppelwertigkeit überschätzt. Auch wenn die Wahlergebnisse vom letzten Dienstag etwas anderes ausdrücken, kann und will ich nicht glauben das wirklich so viele Menschen gegen allerlei öffentliche Einrichtungen sind. Ich denke es liegt viel mehr an der Frust mit einem nicht effizienten Staat, welche schreckend erfolgreich von Walker und Co. ausgenutzt wird. Eines ist aber auch von der Hallenbadgeschickte klar, wir brauchen einen durchschaubareren Staat.