Lars Galtung

GG: Art. 20: (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.
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RE: Die Welle: Sarrazin fürchtet sich bei Anne Will vor Afrikanern | 20.04.2011 | 13:07

Wenn Will in ihr "Pöbelforum" Pöbler einlädt, so passt da eben mehreres zusammen. Das Pöbelforum der Öffentlich Rechtlichen ARD Anstalten paßt zum Gesamtrahmen der sonstigen Öffentlich Rechtlichen Pöbelsendungen.

Schließlich sind das nicht die einzigen Pöbler, welche die Öffentlich Rechtlichen in ihre Sendungen einladen. Immerhin versprechen Pöbelsendungen "Quote". Auf die allerdings die Öffentlich Rechtlichen wegen der zwangsweisen Eintreibung von Zwangsgebühren nicht angewiesen wären.

Es gibt nichts, aber auch gar nichts, was an den Aussagen von S. jemals gestimmt hat. Alles was er jemals gesagt hat, ist wissenschaftlich unstrittig widerlegt. Wozu also soll man über Unfug diskutieren?

RE: Populismus pur: Hartz-IV-Empfänger als günstige Pflegekräfte | 16.04.2011 | 22:51

Warum bekennt man sich in Deutschland nicht offen zu seinen Grundeinstellungen und fordert gleich die Wiedereinführung des RAD?

RE: 90 Prozent von Euch haben keine Chance | 16.04.2011 | 14:17

Tycho schrieb am 16.04.2011 um 10:10

Lars schreibt weiter oben, dass es das aber im Grunde nicht wirklich gibt. Doch! Gibt es!

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Sie haben geschrieben, dass es eine Grundsicherung gäbe. Eine Grundsicherung heißt, dass die Grundbedürfnisse der betroffenen Bevölkerungsteile abgedeckt ist.

Ich hatte bereits mehrfach erwähnt, dass bei ca. 800 000 Familien/Bürgern zB die Heizung, das Wasser, der Strom dauerhaft abgeklemmt wurden.
Somit gibt es erst mal für diese nicht nur keine Grundsicherung, sondern auch keine Menschenrechte, weil das einem Verstoß gegen die Menschenrechte gleichkommt.

Weiterhin würde eine Grundsicherung voraussetzen, dass den Betroffenen Lebensmittel zur Verfügung stehen. Die Betroffenen müssen sich aber stundenlang in Schlangen bei Archen zur Lebensmittelausgabe anstellen, was einerseits die Menschenwürde verletzt und andererseits ist das keine staatliche Leistung, sondern eine Leistung privater Initiativen, die man j eden Tag einstellen kann.

Also ist der Beweis erbracht, dass es in Deutschland keine Grundsicherung gibt.

Ähnlich verhält es sich bei den anderen Problemkreisen. Sie müssen ein Problem zu Ende denken, und nicht als obrigkeitshöriger Untertan das glauben was Ihnen die Staatsverwaltung vorlügt.

Ich denke, dass Sie auch an die veröffentlichten Arbeitslosenzahlen glauben, die erstunken und erlogen sind. Wir haben schwankend zwischen 7-8 Mio AlG Bezieher.

Und damit Sie das alles besser einschätzen können, noch diese Information:

""""""Zwei Drittel der Bevölkerung ohne nennenswertes Vermögen. Erstmalige Analyse der Vermögensverteilung auf Personenebene

Rund zwei Drittel der Bevölkerung in Deutschland verfügen über kein oder nur ein sehr geringes Vermögen. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht. Grundlage ist die Vermögenserhebung im Rahmen des sozio-oekonomischen Panels (SOEP), die erstmals eine Analyse der Vermögensverteilung auf individueller Ebene erlaubt.

. Dies ist der Wert, der die reichere und die ärmere Hälfte der Bevölkerung trennt. Das reichste Zehntel der Bevölkerung besitzt fast zwei Drittel des gesamten Vermögens, dagegen verfügen mehr als zwei Drittel der Bevölkerung nur über einen Anteil am Gesamtvermögen von weniger als zehn Prozent.""

RE: Hinweise des Tages 15.04.2011 | 15.04.2011 | 14:03

"Ein verhängnisvoller Deal"
Man kann das auch so zusammenfassen:
"Die Diktatur des Kapitals".
und: Kapitalismus als Religion.

Das erklärt, warum das so ist, was in diesem Beitragsteil steht.

"Bertelsmann Umfrage: Der „Glaube“ an die „Soziale Marktwirtschaft“ hat kaum noch ein Fundament"

In unserer Verfassung ist der soziale Bundesstaat verankert.
er (Art. 20 - 37)

Artikel 20

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Es sind speziell Parteien wie die FDP denen der soziale Bundesstaat, wie er in unserer Verfassung steht, seit jeher ein Dorn im Auge war und seit Jahren bienenfleißig daran arbeitet den sozialen Bundesstaat auszuhebeln.

Wenn das gelingt, trägt alleine der Bürger, das Volk dafür die Verantwortung. Der Bürger kann das ändern.

RE: 90 Prozent von Euch haben keine Chance | 15.04.2011 | 13:38

Tycho schrieb am 15.04.2011 um 10:16
"Der bewaffnete Aufstand nützt niemals der Generation, die diese Bürde tragen müssen. "
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Ich kenne keinen Aufstand, der letztlich unbewaffnet war. Das bedeutet auf gar keinen Fall, dass ein Aufstand immer "bewaffnet" ablaufen muss. Im Gegenteil: Ich bin sogar der Auffassung, dass in westlichen Ländern und Bündnissen wie zB Europa heute keine bewaffneten Aufstände mehr möglich sein werden.

Das aber führt zu der großen Problematik wie man überhaupt noch zu Änderungen kommen kann. Denn die letzten Jahrzehnte in Deutschland haben den Beweis erbracht, dass Deutschland immer tiefer abgestürzt ist, dass es immer menschenverachtender geworden ist, dass die rüde Profitgier dieses Land beherrscht. Herr Dr. Geißler hat das öffentlich im TV so beschrieben: Die Gier zerfrißt die Hirne der Menschen. Außerdem steht Deutschland immer weniger auf dem Boden der Verfassung.

"Den Vergleich hiesiger Zustände mit jenen in Nordafrika finde ich unpassend."
Das Grundprinzip ist genau das Gleiche.
Die Nordafrikaner greifen zu den Waffen, um Dinge zu verändern. Allerdings - wie gesagt -
in Deutschland und Europa ist dieses nicht mehr möglich. Veränderungen müssen ggf. auf andere Weise erzwungen werden. Menschen müssen sich die Zerstörung ihres Lebens durch den Staat auch nicht gefallen lassen. Das große Poblem ist eben nur: Wie kann man das Staatswesen wieder an der Menschenrechtscharta anpassen. Wie kann man erreichen, dass die Politik wieder auf dem Boden unserer Verfassung steht.

"Wir haben hier soziale Netze,"
Das haben wir nicht wirklich.

"eine Grundversorgung"
auch diese haben wir nicht wirklich.

"und das alles wurde mitnichten mit reiner Waffengewalt erkämpft. "

Im Prinzip schon. Die Verfassung entstand unter dem Eindruck des 2. Weltkrieges und war eine Auflage der Allierten an Deutschland. Die Verfassung ist also nichts, was in Deutschland entstanden wäre: Es war eine Forderung der Allierten. Also kein Verdienst Deutschlands.

Die Menschenrechtscharta, welche auch Deutschland unterschrieben hat, basiert nicht auf einer Leistung Deutschlands, sondern auf der allgemeinen Menschenrechtserklärung, welche das Ergebnis der frz. Revolution stand. Ohne diese frz. Revolution gäbe es heute noch keine Menschenrechte. Umso tragischer ist es, wie leichtfertig und fahrlässig die heutige Generation Rechte aufgibt, welche mit soviel Blut erkämpft worden sind.

Sind diese verloren, werden sie eines Tages erneut zurückerkämpft werden müssen.

Keine Revolution ist ein Spaß. Doch am Ende standen die Menschenrechte für alle. Das ist ein einmalig großer Schritt in der gesamten Menschheitsgeschichte und diese Menschenrechte gelten oder sollen für alle Menschen auf diesem Planeten gelten.
Bei allem Blut können wir unseren Vorfahren nur jeden Tag dafür danken, dass sie diese Menschenrechte für uns erkämpft haben. Wir dürfen diese nicht leichtfertig und fahrlässig aufgeben, wie wir das in den letzten Jahren getan haben.

Wenn Sie meinen, dass Sklaven keinem Kadavergehorsam unterlegen waren, dann wissen sie so gut wie nichts über die Sklaverei. Nebenbei wurde auch hier knietief Blut vergossen, um die Sklaverei abzuschaffen. Und wir lassen diese einfach wieder zu. Im 21. Jahrhundert. Kadavergehorsam ist doch nur ein Wort. Natürlich gab es Kadavergehorsam zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte nur eben unter verschiedenen Namen.

RE: 90 Prozent von Euch haben keine Chance | 15.04.2011 | 11:54

claudia schrieb am 15.04.2011 um 08:58
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In meinem Beitrag hatte ich schon geschrieben, dass Sie recht haben.

Aber ich hatte auch geschrieben, dass die breite Masse genau das, was Sie schreiben, nicht verstehen wird. Und es ist die Frage, ob Sie Veränderungen erreichen können, wenn Sie von der breiten Bevölkerung nicht verstanden werden.

Die Praxis in "Westdeutschland" sah so aus:
Wir hatten Arbeiter und wir hatten Angestellte.
Das waren unterschiedliche Rechte. Alle zusammen nennen wir Arbeitnehmer, das sind also die von Ihnen angesprochenen abhängig Beschäftigten.

Im Laufe der Jahrzehnte wurden aber die "Unterschiede in den Rechten" zwischen Angestellten und Arbeitern weitestgehend nivelliert. Einige Bsp.: Ein Arbeiter musste bei Krankheit sofort eine ärztliche Bescheinigung vorlegen. Ein Angestellter hatte dazu 3 Tage zur Verfügung. Ein Angestellter erhielt einen Monatslohn am Ende des Monats. Ein Arbeiter erhielt seinen Lohn wöchentlich/14 tägig, weil man dem Arbeiter nicht zutraute, dass er mit seinem Geld umgehen könne, wenn man ihm einen ganzen Monat auszahlt. Oft war der Lohn eines Arbeiters niedriger als der Lohn eines Angestellten usw usw usw.

Das ist seit vielen Jahren vorbei. Ein Facharbeiter hat oft einen sehr viel höheren Lohn als ein "Angestellter". Insofern gibt es die Arbeiterklasse im Verständnis der heutigen Bürger nicht mehr.
Es geht nicht darum, was die richtigen Definitionen sind, sondern ob sie/Sie beim Volk verstanden werden.

Aber auch bei Ihrer Definition, die Sie klar abgrenzen, sind die Grenzen fließend. Wir haben in diesem Sinne durchaus Arbeiter, die zusätzlich von ihrem Kapital leben bzw. Geld an der Börse etc. haben und wir haben Kapitalisten, die sich in abhängiger Arbeit befinden. Damit hebe ich Ihre Definition nicht auf, sondern erweitere sie um Zwischentöne.

Das mit den "Produktionsmittelbesitzern" behaupte ich mal, versteht in der breiten Masse niemand, was das sein soll. Außerdem sind auch hier die Grenzen fließend. Man muss, um unabhängig zu sein, keine Produktionsmittel zwingend besitzen. Man kann ein Unternehmen auch ohne Produktionsmittel betreiben.

Es geht mir nur darum, ob die Menschen das verstehen, was Sie sagen. Völlig unabhängig von der sachlichen Richtigkeit. Denn das wäre dann ein eigenes Diskussionsthema.

"Dass nicht alle Marx/Engels gelesen haben müssen, "

Das sehe ich sogar so: Niemand und keiner muss Marx oder Engels gelesen haben, um die Gesellschaft beurteilen zu können. Wenn jemand zu den Prekären abrutscht, fühlt er auch so, dass das Mist ist. Wenn jemand ALG 2 bekommt, weiß er selbst, dass ein solches System menschenverachtend ist. Dazu braucht er kein Wissen aus anderen Jahrhunderten.

Was ich damit sagen will: Wir müssen unsere Aussagen an der heutigen Realität ausrichten.
Dann verstehen die Menschen von was wir sprechen.

Wenn jemand hungern und ungeheizt im Dunkeln sitzen mus, braucht er keinen Marx, um seine Situation zu verstehen. Er muss nur aktiv gegen eine solche menschenverachtende Politik vorgehen. Wenn jemand zum Lohnsklaven gezwungen wird, braucht er auch keinen Marx der ihm das erklärt. Das versteht er von ganz alleine.

Für alle diese ist es nicht wichtig, jetzt Marx zu lesen, sondern für den ist es wichtig, wie man ihm konkret einen Arbeitsplatz verschafft.

Der bekannte Unternehmer Götz Werner beschrieb öffentlich im TV ALG 2 als "offenen Strafvollzug". Und der Unternehmer Berthold Beitz bezeichnete einmal den Neoliberalismus als gefährlicher und schädlicher als die RAF.

RE: 90 Prozent von Euch haben keine Chance | 15.04.2011 | 11:28

Tycho schrieb am 15.04.2011 um 08:28
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Wenn jeder so denken würde, wären wir heute noch Leibeigene - zum Kadavergehorsam verpflichtet.

Am Ende der frz. Revolution stand die Menschenrechtserklärung, welche - so gesehen - mit knietief Blut erkämpft wurde.

Ohne frz. Revolution wäre ein Teil der Menschen heute noch Sklaven.

Also denken wohl manche:
Lieber Sklaverei als Revolution.

Die Nordafrikaner, die Libyer usw. zeigen gerade, dass sie anderer Auffassung sind. Sie wollen nicht als moderne Sklaven leben und dafür sind sie bereit zu kämpfen.

RE: 90 Prozent von Euch haben keine Chance | 15.04.2011 | 09:47

Metathon schrieb am 14.04.2011 um 14:06
So sehr ich den Frust auch nachvollziehen kann, es ist unrealistisch zu erwarten/fordern, die Leute sollten Marx und Dutschke lesen. Das wollen und können die meisten gar nicht.
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Das ist auch völlig richtig.Was Marx betrifft, bin ich der Auffassung, dass viele schon deshalb Marx nicht lesen können, weil sie mit den Worten von Marx nichts anfangen können. Das hat nichts mit Dummheit oder Klugheit zu tun, sondern damit, dass die Zeit jedes Jahrzehnt rapide weiterschreitet. Ich will das mal an einem Bsp. klarmachen. Marx schreibt von einer Arbeiterklasse. Wir haben aber heute keine Arbeiterklasse mehr. Das war sogar noch in den 50ern/60ern anders. Heute haben wir eine Arbeiterklasse in diesem Sinne nicht mehr. Also wird der heutige Leser gar nicht wissen, was Marx damit sagen will.Man muss also so sprechen und schreiben, dass einen die Menschen auch verstehen können. Etwas anders sieht bei es bei Dutschke aus. Es gibt ein großartiges Interview mit Dutsche. Dieses ist leichter lesbar, weil es aus nicht so ferner Vergangenheit stammt. Dennoch enthält es natürlich auch "antiquierte" Worte mit denen viele heute nichts anfangen kann.
Es ist jedoch bemerkenswert, wie das was Dutschke damals gesagt hat, heute noch absolute Gültigkeit hat.
Falls das jemand interessiert, man kann das zB hier nachlesen:
labandavaga.org/node/121
Interview mit Rudi Dutschke - Eine Welt gestalten, die es noch nie gab
Es gibt auch Videos dazu im Internet.
"Dutschke: Zu Protokoll. Interview von Günter Gaus (1967)"
www.puwendt.de/files/Gaus%20-%20Dutschke%203_%20Dez_%201967.pdf

Um das eher verständlich zu machen, zitiere ich mal in kleinen Auszügen:

"""G. G.: Warum meinen Sie, Herr Dutschke, dass die Veränderungen, die Sie wünschen, durch Mitarbeit in den bestehenden Parteien nicht erreicht werden kann?
R. D.: Es gibt eine lange Tradition der Parteien, in der sozialdemokratischen, der konservativen, den liberalen Parteien; ohne die jetzt geschichtlich aufzurollen, haben wir nach 1945 eine sehr klare Entwicklung der Parteien, wo
die Parteien nicht mehr Instrumente sind, um das Bewußtsein der Gesamtheit der Menschen in dieser Gesellschaft zu heben, sondern nur noch Instrumente, um die bestehende Ordnung zu stabilisieren, einer bestimmten Apparatschicht von Parteifunktionären es zu ermöglichen, sich aus dem eigenen Rahmen zu reproduzieren, und
so also die Möglichkeiten, dass von unten Druck nach oben und Bewußtsein nach oben sich durchsetzen könnte, qua Institution der Parteien schon verunmöglicht wurde. Ich meine, viele Menschen sind nicht mehr bereit, in den
Parteien mitzuarbeiten, und auch diejenigen, die noch zur Wahl gehen, haben ein großes Unbehagen über die bestehenden Parteien. Und …bauen sie noch ein Zwei-Parteien-System, und dann ist es endgültig vorbei. """

Das ist noch zu 100% die Situation heute, wenngleich natürlich manche "Begriffe" nicht mehr zeitgemäss sind und so nicht verstanden werden können.

Daher ist der Verweis darauf nur für den poltiisch engagierten Bürger sinnvoll. Für die breite Masse ist das mehr als schädlich, weil sie das schon verbal nicht verstehen. Und alles was fremd ist, lehnt der Mensch erst mal ab.

Ein weiteres Bsp. das zu 100% bis zum heutigen Tage Gültigkeit hat:

"""R. D.: Ich halte das bestehende parlamentarische System für unbrauchbar. Das heißt, wir haben in unserem Parlament
keine Repräsentanten, die die Interessen unserer Bevölkerung, die wirklichen Interessen unserer Bevölkerung, ausdrücken. Sie können jetzt fragen: Welche wirklichen Interessen? Aber da sind Ansprüche da. Sogar im Parlament.
Wiedervereinigungsanspruch, Sicherung der Arbeitsplätze, Sicherung der Staatsfinanzen, in Ordnung zu bringende Ökonomie, all das sind Ansprüche, die muss aber das Parlament verwirklichen. Aber das kann es
nur verwirklichen, wenn es einen kritischen Dialog herstellt mit der Bevölkerung. Nun gibt es aber eine totale Trennung zwischen den Repräsentanten im Parlament und dem in Unmündigkeit gehaltenen Volk."""

O.K. Vielleicht interessiert den einen oder anderen das Interview, dann kann er es ja mal lesen.

RE: 90 Prozent von Euch haben keine Chance | 15.04.2011 | 09:16

Knüppel schrieb am 14.04.2011 um 15:24
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Wenn ich schon schreibe, dass ich das nicht geschrieben habe, so würde es Sinn machen, das nochmals nachzulesen. Sie schreiben nun, ich hätte das hier in "meinem" Blog geschrieben. Dieser Blog ist aber nicht mein Blog. Der Blog stammt von Jazariel. Nicht von mir. Also am besten lesen Sie das nochmal nach. Aber das ist natürlich kein Beinbruch. Jeder kann sich mal täuschen oder einen Fehler machen, Ich werfe Ihnen damit nichts vor. Nur - wenn man schon darauf hingewiesen wird, sollte man dem nachgehen. Nichts für ungut.

RE: 90 Prozent von Euch haben keine Chance | 14.04.2011 | 16:37

Knüppel schrieb am 14.04.2011 um 11:35
@Jazariel
"(...) Dennoch hat Jazariel in allen seinen Aussagen recht ..."
Geht es Dir (nur) darum "recht zu haben"?
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Natürlich nicht, denn das bringt ja nichts. btw: ich habe nirgendwo das Wort "Vieh" geschrieben.

Solidarität gibt es in Deutschland nicht.
Die Gesellschaftsstrukturen in Deutschland werden von dummen Sprüchen eindressiert wie:
"Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Jeder ist seines Glückes Schmied. Eigenverantwortung.
Selbstverantwortung usw."

Eben die Egomanie in Reinform. Geißler hat das öffentlich im TV so beschrieben: Die Gier zerfrißt die Hirne der Menschen.

Wir haben nur die Möglichkeit auf verschiedene Weise politischen Einfluss auszuüben, in der Hoffnung, dass es doch einmal zu Konsequenzen führen wird.

Wir haben ca. 7-8 Mio. ALG Bezieher, die unzufrieden sind - sind sie auf der Straße. Mitnichten.

Wir haben ca. 20 Mio. Niedriglohnverdiener, Leiharbeiter, 1 Euro Jobber, Generation Praktikum und und und...
Sind diese denn auf der Straße? Sind sie nicht.

Es gibt etliche, welche die Gesundheitsreform als eine Gesundheitsreform zur Einführung der 3. Klasse sehen - also das Anhängen eines Güterfrachtwagens an die Luxus 1. Klasse.
Sind die Betroffenen auf der Straße?

Wir haben zwischenzeitlich in Deutschland wieder eine Schülerspeisung. Das war zuletzt direkt nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland notwendig.

Wir haben Armutsrentner. Das sind also diejenigen welche sich ein Berufsleben lang den Arsch für dieses Sch.. Land aufgerissen haben und dafür zu Bettlern gemacht werden. Sind diese Armutsrentner aktiv?

Wir kennen die Generation "Praktikum" die zT das 8. kostenlose Praktikum bei einer Firma machen.

Also: Solidarität = Null. Ohne Solidarität geht gar nichts. Also werden sich die Probleme auf andere Art und Weise bahnbrechen.

Die Ärzte berichten von einem steilen Anstieg der Depressionen als Volkskrankheit. Die Wirtschaft kann darüber frohlocken. Hat sie doch einen Teil der Arbeitnehmer quitt. Die immensen Kosten von Depressionen bezahlen ja die Mitglieder der Krankenkassen.

Interessieren tut es sowieso keinen. Der Krug geht eben solange zum Brunnen, bis er bricht.

Obwohl wir ein neues Zeitalter der Aufklärung brauchen, rechne ich nicht damit, dass es zu einem Umsturz kommen wird. Über Deutschland liegt seit Jahren und Jahrzehnten ein dicker undurchdringlicher Mehltau. In der Tat würde frühestens ein totaler Zusammenbruch zB Europas etc. Einsichtsfähigkeit bringen. Vorher geht nichts.

Ich bin jedoch der Meinung, man muss dauernd unaufhörlich daran arbeiten, die Menschen zur Besinnung zu bringen.