Laurenz Kambrück

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Laurenz Kambrück
RE: Sexismus lässt sich nicht umdrehen | 05.08.2018 | 15:09

"Davon sprechen wir ..." - Wer mag das ominöse "wir" sein?

"Macht hat in Deutschland immer noch die Mehrheitsgesellschaft." - Das wäre zu schön, um wahr zu sein, und ist weit entfernt von jeder Realität.

RE: Sexismus lässt sich nicht umdrehen | 04.08.2018 | 15:50

"Peripherie", "periphere" Länder? Was soll das sein? Wo ist das Zentrum?

RE: Sexismus lässt sich nicht umdrehen | 04.08.2018 | 15:32

"Vorurteile gegenüber bestimmten Personen" wegen der vermeintlichen Rasse = Rassismus. "Vorurteile gegenüber bestimmten Personen" wegen des Geschlechts = Sexismus.

Es gibt rassistische und sexistische Diskriminierung , ist aber nicht dasselbe wie Rassismus und Sexismus. Was hat diese Ash gelernt, wenn sie nicht mal Begriffe auseinanderhalten kann?

RE: XXY Factor | 22.05.2014 | 21:57

"[...] zum Gestus dieses European Song Contest [...]"

Eurovision! Es heißt Eurovision.

RE: Hanover Uber Alles | 06.11.2012 | 19:56

Keine Verrisstauglichkeit? LOL Will sagen: An Henze traut sich Augsburg nicht ran, das geht wohl über seine "Strickmuster" (um sein frauenfeindl. Sujet vom Anfang des Artikels aufzugreifen). Dabei hat über Henze und seinen Erfolg die "Avantgarde" (also die mit der zeitgeistig vermeintlich "richtigen Musik-Sozialisation") ähnlich die Nase gerümpft wie es Kleingeist Augsburg hier versucht, wenn auch auf anderem Niveau, freilich. Von wegen fehlende Verrisstauglichkeit ein Zitat von Lachenmann über Henze, beispielshalber: „Es ist noch lange nicht gesagt, dass einer in der Tradition wurzelt, bloß weil er darin wurstelt.“ Aber das weiß Augsburg nicht. Na ja.

RE: Hanover Uber Alles | 02.11.2012 | 19:47

Pars pro toto? Lachhaft. Der Text ist konkret. Es geht konkret um Lena Meyer-Landrut. Ja, es gibt gegenteilig sogar ein Totum pro parte: Hannover. Und er entblödet sich nicht, das als Argument gegen sie anzuführen.

RE: Hanover Uber Alles | 31.10.2012 | 01:25

Wer anderen vorwirft, einen an der Waffel zu haben, ist meist ganz schlecht bewaffelt. Wer Kommentare doppelt schreibt, ist ....

RE: Hanover Uber Alles | 30.10.2012 | 23:14

Mag ja sein, dass manches dumme Image Hannover anhaftet. Nur wo liegt der Sinn, solche Klischees auch noch zu bedienen? Wo liegt der Sinn, dann Lenas Album als "Aufhänger" zu nehmen, um stammtischhaft (der Stammtisch im "richtigen Club" wohlgemerkt) auf die Schenkel zu klopfen?

RE: Hanover Uber Alles | 30.10.2012 | 20:07

Lena Meyer-Landrut heißt seit 2010 nur Lena, wie Madonna Ciccone nur Madonna heißt.

Der Autor zeigt schon in der ersten Zeile sein Fehlen von Minimalkenntnis über das Thema seines Textes, ja der unverhohlene Unwille, sich damit zu beschäftigen, aber dennoch darüber schreiben zu wollen. Es ist ihm egal.

Im Folgenden reklamiert er indes Sachkenntnis allgemeiner Art, die für ihn wohl ausreiche, indem er beiläufig über "weniger auskennerische" Menschen die Nase rümpft. Da wird schon klar, der Autor gehört nicht dazu, er ist "auskennerisch", will er damit festgestellt wissen, er steht über dem Plebs, der sowas wie Meyer-Landrut oder Echt gut findet.

Es ist in schlichte Worte gegossener Dünkel, der hier aber erst beginnt, sich im Folgenden leider noch steigert.

Lenas Stimme und Gesang kann man ja mögen oder nicht, Autor Augsburg mag sie nicht, soviel teilt er inhaltlich mit. Ein "dünnes Werk" ohne Hits bescheinigt er ihr, angereichert mit diminuierenden Bemerkungen über "Lullaby-Melodiechen" etc.

Das wäre, würde er es denn begründen, zumindest mit Interesse lesbar, aber nein.

Einen "Häme-Vorbehalt", wie er schreibt, hatte er dabei wirklich nicht, denn da er das Wort scheinbar falsch verwendet, so stimmt es eben gerade deswegen: Ja, es ist reine Häme, geäußert ohne jeden Vorbehalt.

Inhaltlich untermauert wird da nix. Dazu ist ja kein Platz, kein Platz für Begründung, dafür umso mehr fürs dumpfe Ressentiment: In der Gala, igitt! Man sieht ihn förmlich die Nase rümpfen, ausgerechnet Opel! Ressentiments gegen Zeitschriften und Automarken sind da noch das Erträglichste, wird aber dann noch
gekrönt vom Ressentiment gegen eine Stadt und ihre Bewohner: Hannover.

In solchen Überheblichkeiten, die offenbar nicht mal im
Grade der Ernsthaftigkeit, mit der sie vertreten werden, von Ressentiments gegen Polen, Türken oder Sachsen oder welche Personengruppe auch immer zu unterscheiden sind. Alle Ressentiments gegen Bevölkerungsgruppen sind gleich dumm. Traurig, dass sowas gesagt werden muss, ausgerechnet im "Freitag". Aber gegen Hannovaner kann man es ja machen, das fällt kaum auf, das Erheben über die Provinz ist bonmothaft witzig, dennoch: wie oft auch wiederholt bleibt es genauso abgeschmackt. Hannover als Sinnbild der Provinz, alle Provinzler verantwortlich für alles, was aus ihrem Ort kommt. Entschuldigen sollen sie sich gar.

Dabei ist dies gleich ein Tritt ins Gesicht all jener 50 Mio Deutschen, die das vermeintliche Pech verfolgt, aus noch deutlich provinzielleren Orten des Landes zu kommen als aus der geschmähten Halbmillionenstadt und sich von ähnlichen Schmocks dann wohl ernsthaft die "Osnabrückisierung", "Dinslakenisierung" oder "Wernigerodisierung" vorwerfen lassen müssen, wenn sie ihre Herkunft nicht sorgsam genug vor den Schnöseln der Szenemetropolen verschleiern oder zumindest sich hinreichend von ihren Wurzeln distanzieren.

Da versteigt er sich gar, der von ihm kräftig in den Arsch getretenen 21-jährigen Hannoveranerin vorzuwerfen, dass Politiker wie Wulff sich nach ihrem ESC-Sieg mit ihr schmücken wollten, als ob sie dafür etwas könne oder dies hätte vermeiden können. Ungerecht? Egal! Immer druff! Willkommen im Augsburgschen (Un-)Geist! (in Anlehnung an des Autors Worte).

Was folgt, ist noch plumpe Publikumsbeschimpfung. Ja, natürlich gäbe es den unüberwindbaren Unterschied zwischen denen, die Lena mögen, ihr gar zujubeln, und denjenigen "bei Besinnung", womit er freilich wohl vor allem sich meint. Besinnungslose Dünkelhaftigkeit erklimmt da eine weitere Stufe. Und da folgt es, die Quintessenz, der Vorwurf des fehlenden Stallgeruchs: Denen fehle die "musikalische Sozialisierung in richtigen Plattenläden, richtigen Clubs oder richtigen Musikblog". Und jemand aus einer Castingshow, aus dem ESC könne natürlich nie und nimmer ernstzunehmende Musik machen.

Aha. Geht es noch offener noch dünkelhafter, noch ärmer?

Komischerweise kann ich bei vieler Musik aus seinen Plattenläden, seinen Clubs, seinen Musikblogs zustimmen (wenn ich diese Zusammenstellung mal als Beispiel nehme: http://augeweb.de/v2/archives/730#more-730) und finde gar vieles in meinen CD-Regal wieder und kann dennoch Lena mögen, wie kommt es? Mir (und vielen, mit denen ich über Lena sprach und denen es ganz ähnlich ergeht) fehlt wohl glücklicherweise einfach das Ressentiment, es fehlt die unreflektierte Abwehr dessen, was außerhalb des "Sozialisations"-Tellerrands stattfindet. Ich behaupte: Nicht dennoch, sondern gerade weil ich musikalisch sozialisiert bin, mag ich Lena und ihre Musik.

Nun, immerhin, er konzidiert, Lena könne "sonst ganz sympathisch" sein. Beim besten Willen, ich kann es bei diesem Autor nicht erwidern. Selten las ich etwas so eindeutig Unsympathisches. Ein Schauer des Widerwillens überkam mich.

Mir wird dabei auch einen Fünkchen klarer, warum aus Deutschland so wenig international erfolgreiche Popmusik kommt: Weil solche Herrschaften in ihren "richtigen Sozialisationen", die Hüter des vermeintlich einzig wahren und guten Geschmacks, hier das Klima bestimmen und so Pop schlicht und ergreifend verhindern.

Es dräut eben eher die musikalische Asozialisierung, wenn man statt mit offenen Ohren und Herzen mit Ressentiment an Musik herangeht.