LazyVisionary

Schreiber 0 Leser 0
Avatar
RE: Extrem verwundbar | 14.11.2015 | 14:05

Oh man, das wird jetzt durch die Rechte zum Bekenntniszwang hochstilisiert - und dem gemeinen Malocher und der gemeinen Malocherin wird man da argumentativ wenig engegensetzen können.

Ich gehe mal davon aus, dass genau diese Entwicklung, also eine weitere Spaltung der Gesellschaft durch die Strategen hinter diesem Anschlag gewollt ist. Man fragt sich auch, wieso ausgerechnet dieses Konzert, das überwiegend von einem links-liberalen Publikum besucht wurde? Vielleicht möchte man den Keil ja tatsächlich gezielt in die Reihen der gemäßigteren Kräfte treiben - wird ja bei Leibe nicht die einzige Veranstaltung an einem Freitagabend in einer europäischen Hauptstadt gewesen sein. Aber vielleicht legt man damit auch zuviel strategisches Kalkül in diese Tat.

Hab heute morgen D-Funk gehört. Selbst da wird völlig vorbehaltlos die Parallele zur Flüchtlingspolitik gezogen. Es gruselt einen schon vor den nächsten Tagen (und dem nächsten Spiegel-Cover).

RE: Wann fällt die Europäische Mauer? | 09.11.2014 | 23:51

Bei der VL, also der Vereinigten Linken, waren damals einige, die im SED-Staat selbst auf die Mütze bekommen haben und trotzdem nicht in der Kohl-BRD aufgehen wollten. Die Erwartungen im Nachgang des Mauerfalls, die Diskussionen die geführt wurden, waren wesentlich bunter, als es heute kolportiert wird. Ich etwa hatte bis zum Beginn meiner politischen Emanzipation medial vermittelt bekommen, dass es für die Ossis der Zutritt ins Schlaraffenland gewesen ist und praktisch 100 Prozent Einheitszustimmung vorherrschte. Das ist beinahe Geschichtsklitterung, wie ich heute weiß.

Und nein, ich glaube nicht, dass Ereignisse wie das Gedenken an den Fall der Mauer oder die Wiedervereinigung ohne Gegenwartsbezug auskommen. Sie stehen wie wenig andere Ereignisse in der deutschen Geschichte für den Beginn einer Entwicklung, die Initiierung eines Prozesses, der immer wieder einer Bestandsaufnahme bedarf.

Wenn Sie eine Rede wollen, die das unterstreicht, dann hören Sie sich doch Gysis Rede vom 6. November an. Sehr schön, sehr sanft und differenziert. Selbstredend enden alles Einheitsdenken und die Wiedervereinigung für das Gros der Regierungsbank an dieser Stelle, denn applaudiert wird aus Prinzip nicht, gepöbelt aber gern. So ist sie (die Rede) nicht bloß Brückenschlag zur Gegenwart, sondern auch Exempel für die latente Verlogenheit, von der diese Veranstaltung durchsetzt war.

Im Stasi-Knast in Hohenschönhausen war ich auch (als Besucher). Sehr beeindruckend. Ich werde sicherlich auch nicht leugnen, dass die DDR ein Willkürstaat war. Das allein macht den BRD-Kapitalismus im 21. Jahrhundert aber nicht zur Ultima Ratio aller Ansätze. Nur kann ich mich des Eindrucks leider nicht erwehren, dass es vielen um die Erzeugung exakt dieses Bildes geht – die einzig denkbare Alternative. Und Biermann lässt sich das Zuggeschirr anlegen.

RE: Wann fällt die Europäische Mauer? | 09.11.2014 | 21:47

Hallo Hunter,

ich nutze mal die Chance auf Ihren Kommentar zu reagieren, auch wenn es sich bei mir nicht um den Adressaten handelt.

Als jemand der erst kürzlich die goldenen Zwanziger seines Lebens hinter sich gelassen hat, kann ich mich zu viel Historischem nicht so differenziert und kundig äußern wie manch andere/r hier, schlicht weil ich am Tage des Mauerfalls zu jung gewesen bin (und in dessen Nachgang noch lange Zeit blieb).

Was ich durchaus und mit regem Interesse verfolge, ist der heutige Diskurs. Und da kann man sagen, dass der Mauerfall und sein 25. Jubiläum einen ganz klaren Sendungsauftrag haben (zumindest meiner Wahrnehmung gemäß), der wohl am vordringlichsten auch jene Euphorie und Hoffnung im November 1989 reaktivieren soll, die neben anderen Ereignissen dieser Zeit letztlich etwa zum Postulat des US-Politologen Francis Fukuyama vom „Ende der Geschichte“ führten. Damit wird dieser 25. Jahrestag für mich und sicher viele andere aber auch zum Anlass einer Inventur, vielleicht einer Retrospektive, die sich nicht bloß im schnöden Hurra-Einheits-Nationalismus ergeht. Man kann sich auf der Homepage alle stenographischen Berichte aller Sitzungen des Deutschen Bundestages herunterladen. Wer sich die Diskussionen im Plenum etwa am Vortag des Mauerfalls durchliest, der stellt unter anderem fest, dass auch am 9. November vor 25 Jahren längst nicht klar war, ob es zur Einheit kommt. Mehr noch: Viele (gerade im Osten) wollten keine völlige Übernahme des west-deutschen Systems. Aber zurück zur Sache und zum Gegenwartsbezug. Was ich sagen möchte ist, dass es eben nicht nur um ein Gestern, sondern vor allem auch um ein Morgen gehen muss, wenn man solcher Zäsuren gedenkt. Letztlich wollen das auch die Konservativen, die unter Kohl die Wiedervereinigung auch als politischen Sieg für sich verbuchen konnten und diesen Spirit gerne weitertragen würden. Aber, und das ist die Krux, immer unter Ausblendung der tiefen Risse, die dieses Einheitsgebilde, ob Deutschland, Europa oder die Globalisierung überhaupt, mittlerweile bekommen hat. Denn eines dürfte nach 25 Jahren klar sein und da gehe ich d’accord mit Herrn Gysi: die alte BRD hat ebenso aufgehört zu existieren wie die DDR. Nur was ist an deren Stelle getreten? Ein turbo-kapitalistisches System ohne Systemkonkurrenz und folglich bar jedes einschränkenden Moments, das immer mehr Menschen immer weniger Perspektiven bieten kann. Fukuyama hätte nicht weiter danebenliegen können mit seiner Prognose.

Und genau darüber gilt es an einem solchen Tag zumindest aus linker Perspektive eben auch zu sprechen. Und genau da hat Biermann eben kläglich versagt. Er hat einem vielleicht nachvollziehbaren, aber dennoch vollkommen unpassenden Rachedurst gegen eine demokratische Partei Luft gemacht, die sich auch in ihrer Bundestagsfraktion nur noch vereinzelt aus SEDlern rekrutiert. Das alles unter den lächelnden Augen des Zeremonienmeisters Lammert, für den eine solche Usurpation des Anlasses eigentlich ein Nachspiel haben sollte.

Letztlich bleibt also festzuhalten, dass Biermann sich in eine extrem exponierte Position begeben hat, um eine extrem kontroverse Aktion zu unternehmen – sich dann über den Wiederhall zu echauffieren finde ich nun meinerseits naiv. Biermann hat als selbsternannter „Drachentöter“ den MdBs der Linken „Ohrfeigen“ gegeben und holt sich seine Watschen jetzt in den Foren des linken Internetspektrums ab. Ganz ehrlich: ich glaube die Tragweite des letzteren ist deutlich überschaubarer. Und nebenbei, es wäre mehr als falsch irgendwem Immunität zu verleihen, allein auf Basis seines früheren Schaffens. Was da am 6. im BT gelaufen ist, war einfach ganz ganz bescheiden – auch und gerade wenn man den intellektuellen Charakter der Person betonen möchte. Mir kommt der Mann so vor, als habe er eine Art Horst-Mahler-Metamorphose Light durchlaufen.

Beste Grüße

RE: Wann fällt die Europäische Mauer? | 09.11.2014 | 16:30

Ich bin etwas jüngeren Semesters und habe mich nie groß mit Biermann befasst, auch wenn man nicht umhin kommt von seiner Rolle als Systemkritiker gehört zu haben.

Seinen Auftritt fand ich aber durchweg schwach - nicht weil es immer illegitim wäre Die Linke anzugreifen, sondern weil es so schrecklich einseitig war. Jedenfalls habe ich mir dann den Wikipedia-Eintrag zu ihm durchgelesen und dort stand auch, dass einige IMs der Stasi aus seinem allernächsten Umfeld stammten, wie etwa sein ehemaliger Manager Dieter Dehm (heute MdB, Die Linke), dem er bei seinem Auftritt im BT auch gegenüber stand.

Die Praxis der Stasi aus dem engsten Umfeld zu rekrutieren, besonders aber die Einsicht darüber, anhand nach der Wende zugänglicher Stasi-Akten hat bei so manchem tief im Innern etwas kaputt gehen lassen - ich arbeite auch mit ein paar Leuten zusammen, die dieses Schicksal teilen.

Ich glaube, dass dieser Auftritt eher Ausdruck persönlicher Verbitterung war - wie auch sein absurder Rechtsschwenk - als reflektierter Denkprozess. Das Lied gefiel mir allerdings sehr gut... nur bitter zu sehen, wie sich die aalglatte Karrierenelite auf der Regierungsbank und bei den Grünen dazu selbst beklatschen. Aber mal ehrlich: Hat jemand ernsthaft erwartet, dass 25 Jahre Mauerfall mit CDU-Kanzlerin genutzt würden um aufrichtig Tabula rasa zu machen? Wohl kaum

RE: Es knackt und knistert | 07.11.2013 | 09:24

Wie immer ein wirklich hervorragend gut geschriebener Kommentar. Allerdings treibt die deutsche Politik der Exportüberschüsse nicht bloß den USA die Zornesröte ins Gesicht - Deutschland ist dabei sich im eigenen Haus zu isolieren. Dem ganzen kommt dabei zu gute, was Sie dem deutsch-amerikanischen Verhältnis attestieren, nämlich das völlig symbolbehaftete Verhältnis der Deutschen zur eigenen Identität. Überschüsse werden in den Medien und aus Ministerien heraus ja immer noch vollmundig und mit strahlendem Lächeln verkündet, denn den meisten sind sie nach wie vor Indiz für die Redlichkeit und den Fleiß des deutschen Michels. Dass man damit ganze Gesellschaften an den Rand des Abgrunds drängt wird (noch) ignoriert - faule Pleitegriechen passen da einfach besser ins Bild.

Was die Problematik des Ausspionierens betrifft verstehe ich Ihre Häme - die plötzliche Entrüstung ist wirklich mehr als peinlich. Das ganze aber zur "internationalen Normalität" zu (v)erklären halte ich für ziemlich gefährlich. Auf Basis der technischen Entwicklung sind wir letztlich mit einer neuen Situation konfrontiert. Die Eklats der letzten Monate sollten vor allem dazu führen, die Rolle der Geheimdienste neu zu bewerten und abzuschwächen. Wenn das alles normal wäre und sich hier lediglich der Politzirkus in all seiner Peinlichkeit Bahn bricht, dann gäbe es ja keinen Handlungsbedarf. Den gibt es aber mehr denn je. Snowden hat es ja ganz gut auf den Punkt gebracht als er sagte, dass man sich zukünftig gar nichts mehr zu Schulden kommen lassen müsste um in den Fokus des Verdachts zu geraten. Beim sammeln all dieser Kommunikation ließe sich ex post immer etwas konstruieren. So nach der Art: "Aber am 16.09. sagten Sie in einem Gespräch mit ...., dass sie den ganzen Laden manchmal am liebsten in die Luft jagen würden ... ".

RE: Im kalten Nebel | 26.10.2013 | 12:44

Schöner Essay. Ich würde allerdings einwenden, dass SPD und Liberale, als auch CDU von vielen ihrer einstmals traditionellen Positionen soweit entfernt sind, dass Wählerschwund oder -wachstum nicht oder kaum mit Zustimmung oder Ablehnung von politischen Ideologien erklärt werden kann. Der enorme Erfolg der CDU bei der BT-Wahl ist mEn vor allem ein Merkel-Sieg - ein Sieg für die Illusion von Stabilität.

Aus der Perspektive des Allgemeinwohls wäre ein Umbau bitte nötig, möchte man sich nicht in frühindustriellen Verhältnissen wiederfinden. Für die sg "Shareholder" haben niedrige Löhne und beständige Existenzängste aber massive Vorteile. Je weniger Geld die Leute haben, desto schwerer wiegen die natürlichen und strukturellen Zwänge (etwa Essen und Versicherung). Das bedingungslose Grundeinkommen würde all diese Abhängigkeiten sprengen - der Zwang zur Lohnarbeit entfiele.

Dabei hätte man nicht bloß die großen Player gegen sich, die sofort anfangen die Polemik-Trommel zu rühren (etwa Initiative neue soziale Markwirtschaft). Viele normale Erwerbstätige können sich das gar nicht vorstellen. Für seine Existenz zu Arbeiten und sich damit von "Schmarotzern" und "Nichts-Nutzen" zu unterscheiden ist dermaßen tief in die Identitätsvorstellung implementiert, dass man als Verfechter eines anderen Ansatzes gegen die Parolen à la "Arbeit muss sich lohnen" gar nicht ankäme. Die Vorstellung, sich nicht mehr an Arbeit als Existenzberechtigung in der Gesellschaft klammern zu können ist für viele noch bedrohlicher als 3,50€/Stunde.

Ich würde erstmal noch kleinere Brötchen backen. Ein erster Schritt wäre mal, die alten Staatsmonopole wieder herzustellen - auch wenn das nur ein erster Schritt sein kann. Dann Abschaffung privater Kranken und Rentenversicherungen, soweie eine faire Steuerpolitik. Also 20% für JEDEN - momentan sind zB die Sozialabgaben bei ca. 5000€ gedeckelt. Unfairer und schädlicher für die Sozialsysteme geht es eigentlich nicht. Also Schritt für Schritt die Lasten wieder auf alle Schultern verteilen und diesmal im europäischen Verbund.

Jetzt muss man nur noch Mehrheiten organisieren und da fangen die Probleme vor dem Hintergrund von 42% für CDU/CSU erst richtig an.

RE: Frage des Tages zur AfD | 22.09.2013 | 16:02

Ich nehme mal diesen Kommentar von Ihnen, auch wenn ich Dinge adressiere, die dort nicht explizit zu finden sind.

Ich halte die Rückkehr zu nationalen Währungen nicht trotz sonder gerade wegen global agierender Unternehmen für notwendig. Eine Segmentierung der Währungen und damit einhergehend die Renationalisierung der Politik würde es global agierenden, nicht an nationale Grenzen gebundenen Wirtschaftskonglomeraten erheblich erleichtern nicht hörige Staaten zu isolieren, bzw. Staaten gegen einander auszuspielen und so ihre Interessen durchzusetzen.

Woran und warum die EU und der Euro so kranken, dazu gibt es eine Fülle von Thesen.Ich lasse mal diesen Vortrag von heiner Flassbeck hier, den er im Rahmen einer Diskussion zu dem Thema gegeben hat (ist vielleicht auch schon bekannt):

http://www.youtube.com/watch?v=iPFH-yXm9VY

RE: Der Countdown läuft | 29.08.2013 | 22:21

Wenn es denn so einfach wäre. Der Westen wird in diesem Konflikt nichts positives mehr zustande bringen, der Zug ist einfach abgefahren. Vor zwei Jahren hätte man vielleicht etwas erreichen können. Mittlerweile hat die Spirale der Gewalt sich so weit gedreht, dass niemand sie mehr wird aufhalten können bis das Regime den Kampf für sich entschieden hat oder stürzt. In letzterem Fall wird um die Klärung der Machtfrage weitergekämpft.

Die Soldaten der Assad-Armee und alle höherrangigen kämpfen nicht bloß sinnbildlich ums Überleben. Was glauben Sie was da für Rechnungen beglichen werden, wenn Assad erstmal fällt. Schaut der Westen dabei dann zu oder wie muss ich mir das vorstellen?

Es bleibt doch dabei, dass es keinen konkreten Plan gibt. Was soll den überhaupt bombardiert werden? Soll es zu einem Regimewechsel kommen? Ja, Nein, Ich weiß nicht? Bis jetzt ist doch nocht nicht einmal klar ob und wenn ja wer Giftgas eingesetzt hat.

RE: Der Countdown läuft | 29.08.2013 | 11:22

Ich mag ja Ihre Analysen Herr Herden, aber Russland und China sind irgendwie auch nicht die besonnen Dritten in diesem Konflikt. Vielmehr haben sie doch knallharte Interessen, Syrien ist ein großer Waffenabnehmer. Schon Bashars Papa, Hafiz Al Assad, hat Anfang der 80er mit sowjetischem Gerät die politische Opposition weggebombt. Der Sohnemann hat einfach zu lange gewartet, war zu zögerlich meinen viele. Jedenfalls haben Russland und China jede, auch diplomatische Intervention durch ihr Veto verhindert und sind damit an der jetzigen Situation nicht ganz unbeteiligt. Ihnen angesichts des einsetzenden Propaganda-Geblubber im Westen die Rolle des Vernünftigen zuzuweisen ist doch arg einfach. Ich vermute mal, dass Russland ohne westlichen Druck Assad selbst dann die Stange halten würde, wenn dieser tatsächlich Giftgas egesetzt hätte.

Man darf nicht vergessen, dass es Assad war und ist, der in Syrien ganze Städte auf die Schlachtbank führt. Daran ändert auch die Brutalität nichts, mit der Teile des Widerstands vorgehen. Allerdings muss sich der Westen fragen lassen, was er nun noch in Syrien erreichen will.

RE: Sind so kleine Fäustchen | 05.08.2013 | 12:47

Ich finde das Bild des BND-Komplex im Wedding sagt mehr als tausend Worte aus über das Selbstverständnis dieser Institution - rieisg, übermächtig, totalitär - erschreckende Ähnlichkeiten zum ehemaligen MfS-Komplex und anderen Geheimsienstzentralen, die ihre Monumente bewusst in den für alle sichtbaren Raum stellen, damit jeder sofort weiß womit er es zu tun hat und wie machtlos er dem gegenüber ist. Tut mir leid, aber dieses ganze teure Scheißgebäude schreit für mich nur eines: Faschismus.

Der Artikel strotzt vor Relativismus und am Ende steht die Aussage, dass man so oder so nichts machen könne. Parlamente sollten einfach die Möglichkeit haben zu überprüfen, wie Informationen erhoben werden und ob sich das im Einklang mit dem GG befindet. Es gibt übrigens kein Recht auf Sicherheit vor kriminellen Akten. Der Staat prüft im Rahmen seiner Schutzpflicht zwar ob Bauvorschriften eingehalten werden, aber er gewährt keinen Anspruch von seinen Mitmenschen verschont zu bleiben - er garantiert allerdings zu ahnden. Andernfalls hätte der Staat eine Präventionspflicht, wie sollte das funktionieren. Das müsste in der Totalüberwachung münden, weil praktisch jeder erfolgreiche Einbruch auch eine Pflichtverletzung des Staates darstellen würde.

Überhaupt, brauchen wir die Geheimdienste in Ihrer heutigen Form? Die NSU-Morde konnte das BfV weder aufklären noch verhindern und selbst zur Zeit des Kalten Krieges, als man einem hochgerüsteten und hoch technologisierten System gegenüber stand, reichten ein paar Gebäude in Pullach für den BND. Der 11. September 2001 war doch ein feuchter Traum für diese Institutionen, die nach dem Ende des Ost-West Konflikts in der Bedeutungslosigkeit versanken. Gäbe es heute die Fascho-Zentrale im Wedding, wenn es die Anschläge in New York nicht gegeben hätte? Ich glaube nicht.