"Bild"s Spielanalyse

Fußball Nach dem Em-Aus der deutschen Nationalmannschaft drehte die "Bild"-Zeitung komplett durch.
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Für die Niederlage der deutschen Mannschaft hat die "Bild"-Zeitung in auch für ihre Verhältnisse einmaliger Blödheit mehrere Gründe ausgemacht.

1. Die Mannschaft sang die Nationalhymne nicht inbrünstig genug.

Besonders die Spieler mit Migrationshintergrund würden keinen Ton von sich geben. Klaro! Ein schüchterner Blick auf die Spanier heute wirkt Wunder. Auch die gehören offensichtlich nicht zu den sangesfreudigen. Trotzdem haben sie auch ohne Sangeskunst den Italienern nicht den Hauch einer Chance gelassen.

Ein Zusammenhang zwischen dem Absingen der Nationalhymne und dem anschließenden Spiel dürfte auszuschließen sein.


2. Der Mannschaft fehlt ein Leader

Yep! Es fehlt den Deutschen ganz offensichtlich der testosterongesteuerte Vollidiot, der sagt wo es lang geht. Ein Loddar oder Effe muss her. Solche Dumpfbacken gelten den Deutschen als Persönlichkeiten. Es bleibt Löws Verdienst, dass er solche Selbstdarsteller aus der Mannschaft komplementiert hat. Ein Khedira oder Özil ist mir lieber als ein Effe zu besten Zeiten. Aber nichts zu machen: Der gemeine "Bild"-Leser braucht einen Leader (deutsch: Führer).
Auch hier hilft ein kurzer Blick rüber zu spanischen Nationalmannschaft, die ganze ohne Leute auskommt, die den dicken Willi markieren. Spieler wie Iniesta, Xavi, Xabi Alonso usw. glänzen vor allem auf den Platz. Wozu da noch neben dem Platz den dicken Max raushängen lassen.

Olli Kahn moniert ein Fehlen der deutschen Tugenden. Das waren genau die Tugenden, dei dafür sorgen, dass wir seit ca. vierzig Jahren komplett unansehnlichen Fußball gespielt haben. Aber nichts ist bekanntlich schwerer zu ertragen als ein paar gute Tage. Deswegen weg mit dem schönen Spiel und her mit dem Rumpelfußball, wenn dabei ein Titel rausspringt.

Man sollte vielleicht für die Niederlage im Halbfinale dankbar sein. Es ist nicht ganz auszuschließen, das wir noch ein herbere Packung als die Italiener kassiert hätten. Bitter für die Brasilianer in zwei Jahren. Gegen diese spanische Mannschaft hat im Moment niemand eine Chance.

23:55 01.07.2012
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Geschrieben von

lebowski

Ein Leben zwischen Faulenzerei und Leiharbeit.
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