Wenn Dumme fleißig werden

Polemik Es ist schon ein Elend, was dabei herauskommt, wenn unsere Ministerinnen mal wieder meinen, einen Arbeitsnachweis erbringen zu müssen.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Ursula von der Leyen hat vorgelegt mit ihrer blödsinnigen Zuschussrente nach 30 Beitragsjahren inklusive privater Alltagsvorsorge. Ein derart hirnrissiger Plan, das selbst beinharte Satiriker an dessen Lächerlichmachen scheitern. Da möchte das Kabinettsnesthäkchen Familienministerin Schröder nicht nachstehen und diesen Vorschlag noch an Dämlichkeit toppen. Das ist nicht leicht, aber Schröder hats geschafft. Glückwunsch! (Wer jetzt noch meint, es müssen mehr Frauen in die Politik, dem ist dann doch nicht mehr zu helfen).

Kristina Schröder möchte Gutscheine für haushaltsnahe Dienstleistungen ausgeben, damit Frauen entlastet werden und früher in ihren Beruf zurückkönnen

Kristina Schröder wird sich vielleicht an ihren Deutschunterricht erinnert haben, als sie Franz Kafka gelesen hat. Da hatten die Familien der Protagonisten immer Hausmädchen, die für Josef K. und Anhang den Dreck weggemacht haben. Oder vielleicht hat sie auch zuviel "Harvest" von Neil Young gehört. " A man needs a maid" - wieso nicht auch a woman. Wozu Bildung doch gut ist.

Also prescht die Familienministerin in Kristina Schröder vor und fordert einen Gutschein für Haushaltshilfen für Frauen, damit jene Damen wieder früher zurück in den Beruf kommen, um so dem eklatanten aber blöderweise nicht vorhandenen Fachkräftemangel in der allerprächtigsten deutschen Wirtschaft beizukommen.

Zweifel bleiben, ob der Vorschlag gut durchdacht ist. Was, wenn die Haushaltshilfen selber Frauen sind. Das soll ja schon mal vorgekommen sein. Wie muss ich mir das vorstellen. Soll Frau A einen Gutschein für eine Haushaltshilfe bekommen, damit sie wieder früher in ihren Beruf als Haushaltshilfe zurückkehren kann? Vielleicht kann ja Frau A mit ihrem Gutschein in ihrem eigenen Haushalt als Haushaltshilfe arbeiten. Da tun sich ungeahnte Möglichkeiten auf. Was da an Arbeitsplätzen entstehen könnten.

"Bezahlbare Hilfe im Haushalt erleichtert Familien das Leben und insbesondere Frauen nach der Elternzeit die Rückkehr in den Beruf. Außerdem können hierdurch neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Privathaushalten entstehen", sagte Schröder der "Welt". Wem auch sonst.

Aber vielleicht denkt Frau Schröder auch anders. Kann man gar nicht wissen. Vielleicht hält sie diese ominösen Haushaltshilfen gar nicht für richtige Frauen. Sind doch eh nur osteuropäische Billiglöhnerinnen, die für ein paar Euro im Westen ihre Familien zu Hause zurücklassen müssen.

Auch Uschi von der Leyen muss natürlich trotz erwiesener Unzuständigkeit ihre dürren Griffel in diesen Mußtopf stecken.

"Wenn wir diese Dienstleistungen fördern, dann schaffen wir Zeit für Familien und schaffen gleichzeitig Arbeitsplätze", sagte Ministerin Ursula von der Leyen (CDU).

Wenn wir ohnehin schon eine Zeitreise rückwärts antreten und die ganzen früheren Ausbeutungsverhältnisse in nullkommanichts wieder einführen, wieso nicht konsequent die Sklaverei wieder einführen. Was da an Arbeitsplätzen entstehen könnten!

Übrigens jede Wette, dass sich die Freizeitpolitologin Schröder und die ehemalige Ultralangzeitstudentin von der Leyen selber zu jenen weiblichen Top-Fachkräften zählen, ohne die die deutsche Wirtschaft zugrunde geht.

Ich persönlich stehe solchen Vorschlägen eher skeptisch gegenüber. Bei dem, was sich alleine in Merkels Kabinett an weiblicher Unfähigkeit tummelt, muss wirklich jedes Mittel recht sein, um Gestalten wie Schröder oder von der Leyen zurück an den Herd zu bringen. Der Ort, wo sie den geringsten Schaden anrichten.

23:12 25.11.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

lebowski

Ein Leben zwischen Faulenzerei und Leiharbeit.
Schreiber 0 Leser 3
Avatar

Kommentare 9

Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community