Elbschleicher

Könnte auch politikverdrossen.
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RE: "Macht euch ehrlich, macht euch deutsch!" | 14.12.2011 | 10:53

@Joachim Petrick
Was war das denn gestern? "Kindergeburtstag" ist noch wohlwollend formuliert. Es war wie auf der Kirmes, viel Lärm um nichts. Aber ich will die Kirmes mit dem Vergleich nicht diskreditieren. Jakob Augstein schien mir bemüht, jedoch ohne Durchgriff, schade. Stattdessen durfte die ethische Allzweckwaffe Margot Käßmann wieder Luther zitieren. Als sie Guttenbergs Rücktritt bewerten sollte, zierte sie sich. Was dachte sie eigentlich, weshalb sie eingeladen wurde? Ist sie so naiv oder doch nur mediengeil? Und was mir extrem übel aufgestoßen ist, wenn Käßmann fortwährend zu wissen glaubt, was "die Menschen wollen". Einzig Peter Scholl-Latour machte an dem Abend Spaß. Bei ihm klingt "Idioten" nährhafter, als beim Quacksalber Frank Lehmann alles zusammengenommen: "Die Eurobonds kommen, die Asiaten wollen das." So ist das, gut, dass wir drüber gesprochen haben, dann wissen wir jetzt, was uns 2012 erwartet.

RE: "Macht euch ehrlich, macht euch deutsch!" | 13.12.2011 | 23:51

@Joachim Petrick
Dann wollen wir uns das Ganze mal antun, ich bin auf Ihr Resumé gespannt. Frohes Schauen!
PS: Gerade die Hinleitung nach dem Wetter gehört, "Gute Unterhaltung bei Menschen bei Maischberger"; Unterhaltung, ja, das trifft es. Auf ins Gedöns.

RE: "Macht euch ehrlich, macht euch deutsch!" | 13.12.2011 | 23:51

@Joachim Petrick
Dann wollen wir uns das Ganze mal antun, ich bin auf Ihr Resumé gespannt. Frohes Schauen!
PS: Gerade die Hinleitung nach dem Wetter gehört, "Gute Unterhaltung bei Menschen bei Maischberger"; Unterhaltung, ja, das trifft es. Auf ins Gedöns.

RE: "Macht euch ehrlich, macht euch deutsch!" | 13.12.2011 | 19:35

Geht Ihn dieser Dampfplauderer, pardon "Börsenexperte", nicht auch auf die Nerven?

RE: Von Jakob Augstein und Erich Kästner | 13.12.2011 | 16:52

"Wichtig ist, dass wir an Werten festhalten. Unabhängig von den anderen. Nur: Gemeinschaft ist auch ein Wert. Daher denke ich so eine groß aufgehängte Grundsatzdebatte passt zur Frage des Euro nicht."

Ich sehe es ähnlich. Zunächst einmal klingt es paradox, die Frage des Euro von der Frage Europas abzukoppeln, aber ich glaube, das ist der richtige Weg. Das Konstrukt Europa ist doch vor allem eines: ein Bekenntnis zu Frieden, Gemeinschaft und Werten; und nur um die zwei wichtigsten zu nennen: das Demokratie(-prinzip) und Rechtsstaatlichkeit (beides Werte, die die EU als Institution beträchtlich unterläuft).
Nun, was hat der Euro damit zu tun? Nichts, denn seiner Entstehung zugrunde liegen ökonomische Interessen (man sehe sich nur die Argumente pro Euro an) und vielleicht die eine oder andere verblendete Ideologie eines damals verträumten Politikers, eine Währungsunion wäre quasi das Sahnehäubchen.
Den Ton der Debatte setzte die Kanzlerin schon sehr früh: "fällt der Euro, fällt Europa" propagierte sie allerorts. Es ist widerwärtig, Ressentiments für rhetorische Taschenspielertricks zu missbrauchen, pfui Teufel!
Nicht nur, dass alle monetären Maßnahmen ins Leere greifen, zunehmend entsolidarisiert sich Europa (s. Großbritannien). Es hilft nichts, das Schicksal Europas an den Euro zu koppeln, nein, ich glaube, es schadet derweil sogar. Die Theorie wird gerade von der Realität überholt. Wenn es so weiter geht, scheint Europa wirklich zu zersplittern, es sei denn wir beginnen endlich die Frage des Euros losgelöst von dem Fortbestehen Europas zu diskutieren.

RE: "Macht euch ehrlich, macht euch deutsch!" | 13.12.2011 | 15:54

Oh nein, bitte nicht Frank Lehmann. Tut sich das wer an?

RE: Von Jakob Augstein und Erich Kästner | 13.12.2011 | 10:31

@Joachim Petrick
Verzeihen Sie meine späte Antwort.

"(D)er Krieg, den die NATO seit dem 12. September 2001 nach Nie Eleven gegen den vagabundierenden Rest der Welt führt, um die Staaten rundum den Iran, rundum um die GUS- Länder zu zerschlagen, ausgewildert zu militarisierten Banden zu treiben, auf Deubel komme heraus von den Medien gemieden wird."

Finden Sie? Ich finde am Bundeswehreinsatz, wo auch immer, wurde schon erheblich Kritik geübt. Dass zu vergleichen mit dem Pro-Euro-Kurs in der gesamten Medienlandschaft, das Propagandablättchen und diverse Volksblätter ausgeklammert, scheint mir nicht gerecht gegenüber den Journalisten. Bis heute scheint mir unerklärlich, warum die Schreibzunft derart penetrant am Euro und seiner mutmaßlichen Klebewirkung für den EU-Frieden festhält. Ist's Kalkül oder Naivität? Ist's Überzeugung oder Unwissenheit? Das Argument ist dabei im Kern immer dasselbe und es wie ein Zirkelschluss, wie er im Buche steht.
Im Grunde müssen Sie ja besorgt sein, denn mit der Professionalisierung der Bundeswehr wird sicherlich ein Stück Transparenz mit wegrefomiert, das Mauscheln wird zunehmen.

Etwas Grundsätzliches noch: Wer hat eigentlich bestimmt, dass Europa eine "Schicksalsgemeinschaft" ist? Ist dem überhaupt so? Den Begriff salonfähig gemacht hat das Bundesverfassungsgericht. Jan Ross ging in seinem sehr lesenswerten ZEIT-Artikel "Unsere nette Familie" noch einen Schritt weiter und begründet Europas Daseinszweck durch eine "naturwüchsige Solidarität" und findet eine Entsprechung im sympathischen Bild der Familie. Aber war Europa nicht von Anfang an ein Gegenentwurf? War Europa nicht vielmehr eine historische Notwendigkeit, quasi eine geopolitische Antwort zum Nationalen mit einem unabdingbaren transnationalen Überbau? War Europa wirklich vom Schicksal bestimmt und kein Zufallsprodukt einer konfliktbeladenen Vergangenheit der Vielstaaterei?

RE: Von Jakob Augstein und Erich Kästner | 12.12.2011 | 23:02

Darf ich Ihnen dazu meinen Großvater zitieren, der, während er mich Schachmatt setzte, folgendes sagte: "Ein guter Spieler hebt sich bis zuletzt!" Spielen Sie Schach, Helena?