Elbschleicher

Könnte auch politikverdrossen.
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RE: Von Jakob Augstein und Erich Kästner | 12.12.2011 | 18:48

"Nachdem Elbschleicher vorzeitig das "Spielfeld" verlassen hat (...)"

Entschuldigen Sie bitte, dass ich mich in den letzten 2 Tagen meinem Privatleben gewidmet habe. Ich habe mir ein Timeout genommen, nicht mehr.

"Also, wenn sich so ein Elbschleicher, stellvertretend für Max Mustermann vor Eierregale stellt, wo ihn die zündende Idee erwischt, wie er mal die „linke“ Gesinnung von J.Augstein in die Pfanne hauen kann, dann wird daraus weder ein SPEIGEL-Ei noch „Rührei à la dFreitagC-Aufruhr“. Es scheint mir eher ein rechtes „faules Ei“ zu sein, das uns da von Elbschleicher serviert wird.
Sollte Elbschleicher aber tatsächlich seinem eigenen Un-Sinn aufsitzen, sich beim Lesen von Kolumnen, eigens geschmiedete Sargnägel in von ihm eigens dafür zurechtgelegte Gesinnungen einrammen zu müssen (...)"

Bunte Worte, meine Holde. Wäre das nicht so gefällig geschrieben, würde ich mich arg provoziert fühlen, denn Sie hauen drauf, ohne Rücksicht auf Sachlichkeit und Inhalt. Ich merke ja, Sie glucken über Jakob Augstein; sind wir denn wieder Freunde, wenn ich Ihnen in aller Direktheit bekunde: ich lese Ihren Augstein sehr, sehr gerne. Wollen wir uns jetzt wieder mögen?

RE: Von Jakob Augstein und Erich Kästner | 12.12.2011 | 18:28

Nein, meine verehrte Helena, die Analogie war eben gerade nicht gewollt. Das wird im Blog-Text schon dadurch im Schriftbild evident, dass ein "Jakob" zwar in kursiver Schrift erscheint, aber dem ein per Gedankenstrich eingeschobenes "oh Zufall" vorangestellt ist; das Augenzwinkern können Sie nicht herauslesen, das kann passieren, ist im virtuellen Raum leider so, nächstes Mal setze ich einen Smiley dahinter. Im Übrigen: Würde ich eine Analogie herstellen wollen, hätte ich es begründen müssen. Aber bevor ich es begründe, hätte ich die These überhaupt aufstellen müssen. Beides blieb aus. Außerdem habe ich in einem Folgekommentar ausdrücklich dargelegt, dass ich nicht vorhatte, die beiden Jakobs zu vermengen. Warum legen Sie mir das fortwährend in den "Mund"?

RE: Von Jakob Augstein und Erich Kästner | 10.12.2011 | 01:19

Helena, Ihr Einwurf war berechtigt, gewissermaßen habe ich den Leser auf die falsche Fährte gelockt. Müssen Sie mir meinen Ballon zerstechen?
Recht haben Sie, die Phrase hat zunächst keinen unmittelbaren Einfluss auf Jakob Fabian. Andererseits ist die Begebenheit rund um diese Phrase ein Schritt von vielen, der zur Demoralisierung des Protagonisten beiträgt. So habe ich es jedenfalls gelesen.
Eine Sache am Rande: Nicht jeder ist mit einem so schönen Namen, wie Sie ihn haben, gesegnet. Gerade deshalb muss man sparsam damit umgehen. Wenn Sie das Dutzend "Elbschleicher" voll haben, spendiere ich Ihnen meinen - wir wollen nicht übertreiben - Vornamen. Deal?

RE: Von Jakob Augstein und Erich Kästner | 10.12.2011 | 01:06

Sie ironisieren, das gefällt mir. Die letzten Tage habe ich mich hier eingelesen, da von der Idee dieser Community angezogen, und ja, es taten sich Abgründe auf. Erinnert mich sehr stark an die Anfangszeit von Schwarz-Gelb, die haben sich auch nur miteinander beschäftigt, anstatt sich Themen zu widmen.

RE: Von Jakob Augstein und Erich Kästner | 09.12.2011 | 23:26

Gemeint ist das Phänomen, wenn unter Kleinkindern die Zahl derer, die einen Lolli haben wollen, die der Lollis übertrifft. Naturgemäß wird der mit dem Lolli gesegnet, der am lautesten schreit.
Wenn aber alle schreien, dann ist der im Vorteil, der am lautesten schreit.

RE: Von Jakob Augstein und Erich Kästner | 09.12.2011 | 23:22

Helena, danke für Ihre ausführlichen Zeilen!
Zum Persönlichen: Ich will Ihnen zugestehen, dass (m)ein Synonym seltsam anmutet. Der Freitag kann jederzeit meine Kontaktdaten einsehen, insofern agiere ich mitnichten anonym. Wenn Sie wünschen, schreibe ich Ihnen meinen vollen Namen, gerne verifiziere ich ihn mit meinem Facebook-Account, wahlweise auch mit dem Personalausweis, Spaß beiseite. Schreiben ist nicht mein Beruf, ich verdiene kein Geld damit. Wenn ich dafür bezahlt würde, meine Meinung nach außen zu tragen, müsste ich dafür mit meinem Namen einstehen. So geht es nicht um mich, sondern um das geschriebene Wort. Ich verstecke mich nicht, sondern lasse meine Zeilen für sich stehen. Ganz bestimmt, das kann man anders sehen.
Profi? Leider nicht. Im Übrigen, Sie mögen es mir glauben, die "Kästner-Anleihe" war ein Zufallsprodukt, kein Suchergebnis und das beantwortet Ihre Frage: Ich habe vor gerade einmal einer Woche das Buch gelesen, ich füge hinzu: durchgelesen.
Zum Text: Sie verstehen mich miss. Es war keinesfalls meine Absicht eine Analogie von Jakob Fabian und Jakob Augstein zu konstruieren. Ich äußere mich auch im Eingangstext nicht über Augstein, allenfalls im ersten Absatz über seine Kolumnen. Was nun mein Text mit seiner Kolumne zu tun hat, fragen Sie mich? Zunächst ist dem Roman und der Kolumne die o.a. Phrase gemein. Bei Kästner ist es ein Selbstbekenntnis der Journalisten zu ihrem dubiosen Arbeitsethos, nämlich im Einklang mit der Politik zu den eigenen Vorteil zu arbeiten (bei Augstein, ich finde, das haben Sie vorzüglich filtriert, pure Hilflosigkeit). Davon ausgehend, könnte man fragen, wie steht es mit unserer Journalisten-Garde? Bei mir gehen Alarmglocken an, sobald Politik und Medien in der gleichen Tonlage reden - und besonders dann, wenn die Meinung des Volks dem zuwider läuft. Zwei, noch junge Beispiele: Rücktritt Köhlers, Euro-Rettung. Diesen Gedanken wollte ich anregen, nichts Anderes. Aber anscheinend ist etwas falsch gelaufen und -geschrieben, wenn ich mich ex post erklären muss.

RE: Von Jakob Augstein und Erich Kästner | 09.12.2011 | 20:16

Wer redet von Skandal? Um eines inhaltlich vorweg zu schicken: Dass Europa "draufginge", wenn Deutschland nicht seine monetäre Solidarität bekunde, ist ei populärer Zirkelschluss. Um das Dilemma auf die Spitze zu treiben: Würden Sie einem heroinsüchtigen Freund aushelfen? Zugegeben, das war billig. Aber würden Sie?
Und jetzt zum Anlass des Textes: Ist es nicht amüsant (casus et natura in nobis dominantur), dass sich Jakob Augstein einer Phrase von Erich Kästner bedient, vorsätzlich oder unbewusst sei dahin gestellt, die im Original von Kästner literarisch dazu verwendet wird, dass infame Wesen von Journalisten jener Zeit zu offenbaren, was vor allem darin besteht, eben kein gesellschaftlich konstruktiver Impulsgeber zu sein, sondern der herrschenden Meinung der Politik das mediale Fundament zu zimmern. Insofern entbehrte es nicht einer gewissen Schizophrenie, die mir beim Lesen begegnete. Daraus leite ich kein Symptom ab, schon gar keinen Skandal, sondern ein Schmunzeln.

RE: Von Jakob Augstein und Erich Kästner | 09.12.2011 | 18:31

Ich würde widersprechen, dass Augsteins Triebfeder Konformismus ist. Im Zuge des medialen Tête-à-têtes von zu Lorenzo und di Guttenberg (kann auch umgekehrt gewesen sein) war es für mich gerade Augstein, der merklich und öffentlich wahrnehmbar den Chefredakteurs der ZEIT rügte. Sein Kollegenzwang ist wohl weniger ausgeprägt, als der bei vielen anderen seiner Zunft. Dass er immer so schrill klingt, liegt wohl am Brustton der Überzeugung oder am Lolli-Syndrom.

RE: Koscheres Essen | 28.11.2011 | 13:14

Lieber Herr Dell,
ihre Gründe, den Tatort zumindest nicht schlecht zu finden, leuchten mir allesamt ein. Mir scheint aber, sie überspannen den Bogen ein wenig. Ich habe gestern einen Tatort gesehen, der an seinen hohen Maßstäben, selbst angelegte natürlich, zugrunde ging. Das Thema ist heikel, klar, es hier und da aufblitzen zu lassen, reicht nicht. Und sich am Ende hinter einen Schuldunfähigen, zu verstecken, lässt die einen gut schlafen, bei den anderen produziert es Langeweile. Beiden ist gemein: abschalten und umschalten, nicht das Programm - das vielleicht auch -, wohl eher das Thema. Hilft das irgendjemandem?
LG, Elbschleicher
PS: Die Perle haben sie zum Glück gefunden ("Jeder hat sein Päckchen zu tragen."), ein Schatz ist es deswegen noch nicht.