Berlin bleibt eine Baustelle: Nicht mit uns, liebe Frau Kahlfeldt!

Stadtplanung Grüne und Linke stellen sich gegen Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt und die SPD. Es geht um die Frage, in welchem Stil in Berlin künftig gebaut wird – und vor allem: Für wen?
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 47/2022
So malte Hans Baluschek 1929 den Molkenmarkt. Ist hübsch anzusehen, aber sind diese Fassaden – und was dahinter steckt – zeitgemäß?
So malte Hans Baluschek 1929 den Molkenmarkt. Ist hübsch anzusehen, aber sind diese Fassaden – und was dahinter steckt – zeitgemäß?

Abbildung: Märkisches Museum, Berlin/AKG-Images

Irgendwo muss man anfangen – warum nicht bei Octavio Paz? Der hat in einem Gedicht notiert: „Stadt / ein Haufen kaputter Worte.“ Seine Aufzählung von Eindrücken ist ein abgesonderter Blick des Surrealismus: Wind blättert in staubigen Ecken durch alte Zeitungen, die Stadt mischt Erinnerungen, Stimmen, Handwerkerpfeifen zu einem Blätterwald aus Tönen. Octavio Paz hat nicht über Stadtentwicklung in Berlin gedichtet, obschon – diese Pointe kommt zugegeben flach daher – Surrealismus da manchmal richtig wäre. Und kaputt gemacht wird gerade auch einiges.

Katalin Gennburg ist Abgeordnete der Linkspartei im Berliner Abgeordnetenhaus und Sprecherin für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Ihre Partei koaliert mit Grünen und SPD

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