Männer mit Fischen oder die Vermessung der Welt

Fundstücke Großwildjagd für Reiche, Angeln für die Mittelklasse: Der Bildband „Ein Mann, ein Fisch“ zeigt Angler, die ihren Fang präsentieren. Unser Autor fragt sich, was die Faszination solcher Bilder ausmacht
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 19/2023
Schnell zeigt sich: Es ist eine Mittelklasse-Gegenwelt zur Großwildjagd
Schnell zeigt sich: Es ist eine Mittelklasse-Gegenwelt zur Großwildjagd

Foto: Herman Seidl

Es gibt Themen, die sich fürs Feuilleton nicht direkt aufdrängen. Andererseits ist die Welt der Freizeit, all diese Dinge, die man ritualisiert neben Arbeit und Nahrungsaufnahme verrichtet, ein so wichtiges Feld, dass auch dessen Randbepflanzungen irgendwann in den Blick rücken. Gelegentlich erkennt man in ihnen matte Spiegelungen unserer Zeit. Willkommen in der Welt des Hobbyfischens, Sportangelns, Anglerglücks.

Der Fisch ist hier zwar noch immer Objekt der Begierde, die Jagd wird als Tradition weiterbetrieben, verbindet gewissermaßen noch immer Archaik mit Sport und Naturerlebnis. Häufiger denn je ist der Fisch heute fotografierte Trophäe. Der Wandel hat seine Rolle als selbst gefangene Nahrungsquelle geschwächt, jene als Zeichen in der Aufmerksamke