RE: „Die Lebenslüge: Nichts muss sich verändern“ | 03.11.2021 | 23:39

>>Profitgeber statt "Arbeitnehmer"

und

Profitnehmer für "Arbeitgeber"<<

Weiß jemand, wer die Begriffe erfunden hat? Unser GröFaZ hat die jedenfalls schon so gebraucht.

Nicht dass er es war?!

RE: „Die Lebenslüge: Nichts muss sich verändern“ | 03.11.2021 | 20:40

>>>>...so Begriffe wie Arbeitgeber und Arbeitnehmer...<<

Ich hatte ja schon öfter mal vorgeschlagen:

Profitgeber statt "Arbeitnehmer"

und

Profitnehmer für "Arbeitgeber"

das würde eher die Realität beschreiben. <<

Wie wäre es mit "Kapitalisten" und "Proletariern"? ;-)

Wenn diese Begriffe nicht so gut passen würden, müßte man nicht solche Kopfstände machen, un sie zu verdrehen, nich?

RE: „Die Lebenslüge: Nichts muss sich verändern“ | 02.11.2021 | 21:34

>>Na ja, das steckt in den Kommentaren von Schrat und mir ja schon drin: vor 700 Jahren war es noch kein Kapitalismus ;-)<<

Und Gelse, nicht zu vergessen.

Der entscheidende Punkt ist die Arbeitsproduktivität. Marx veröffentlichete den ersten Band des "Kapital" 1867, und sein Beispiel war immer, soweit ich mich erinnere, dass der Arbeiter die Hälfte seines Arbeistages damit zu bringt, seinen Lohn zu erwirtschaften. Nur der im Rest des Arbeitstages geschaffene Wert kann vom Kapitalisten als Mehrwehrt vereinnahmt werden. Deshalb ist der ja daran interessiert, entweder den Arbeitstag zu verlängern (auch heute noch, vielleicht mal nach dem Stichwort "unbezahlte Mehrarbeit" suchen) oder die Arbeit zu intensivieren, so dass der einzelne Arbeiter in gleicher Zeit mehr Wert oder gleichen Wert in kürzerer Zeit erwirtschaftet.

Es erhöht sich so der relative Mehrwert. Das Problem dabei, dass der Lohn des Arbeiters gleich bleibt, und der Kapitalist schon mal ein Problem hat, den höheren Wert zu realisieren, denn einer muß sein Zeug ja kaufen. Das macht er dann z.B. durch die Erschließung neuer Märkte, ergo -> Wachstum.

Wenn die Realisierung gelingt, wächst sein Kapital, was aber zunächst in Form von Verkaufserlös, also Geld, vorliegt. Geld wird aber erst zu Kapital, wenn es als solches "fungiert", also wieder so angelegt ist, dass es wieder Mehrwert erzeugt. Die dafür zur Verfügung stehende Summe ist nun höher als am Anfang des ersten "Durchganges", eine Ausweitung der Produktion steht an, ergo -> Wachstum. Der Kapitalist befindet sich ja im Wettbewerb, also muß er die Produktion nicht nur erweitern, sondern auch, z.B. mittels neuer Maschinerie, rationalisieren. Er muß das machen, denn die Konkurrenten machen es auch, und er will ja nicht ins Hinterrtreffen geraten. Ergo -> Wachstum.

Nun könnte man noch den Fall nehmen, dass der Kapitalist es so richtig wissen will. Vielleicht ist er auch gezwungen, z.B. wenn kleine Veränderungen nicht mehr ausreichen. Er brauch eine neue Maschinenhalle, und dazu reicht das nicht, was er auf der Naht hat. Er fährt also in die Stadt zum Banker und läßt sich einen Kredit geben. Nunmehr kann er die neue Halle bauen, hat aber gleichzeitig zu seinen eigenen Renditeansprüchen die des Bankers zu erfüllen. In jedem Fall -> Wachstum.

Usw. usw.

Solange Kapitalismus, so lange ist Wachstum nötig. Wenn der Bedarf eigentlich gestillt ist, muß man neuen erzeugen. Werbung ... und wenn da nix mehr geht, (was, siehe oben, auch an den Löhenen der Arbeitenden, sprich ihrem Anteil an dem von ihnen geschaffenen Wert, liegt), dann eben Masken, Testsets, Impfstoffe ... außerdem natürlich Waffen gegen die Feinde, die uns überall bedrohen. Also nächstes Fazit: Solange Kapitalismus, solange Krieg. Im Zweifelsfall gegen die eigene Bevölkerung. Muß ja nicht immer mit Gewehren sein.

Das waren nur Beispiele, es gibt auch harmloseres wie sinnlose Fernsehsendungen und Bunte Zeitschriften.

"Denkzone": DDR ist ein schlechtes Beispiel. Natürlich ging es da auch um Wachstum, aber eben unter der Bedingung, dass es keine Marktsättigung gab, und außerdem kein privates Eigentum an größeren Produktionsmitteln.

RE: Bröckelnde Neubauten | 31.10.2021 | 10:42

Da muß ich ihnen widersprechen.

Theoretische Klarheit braucht begriffliche Klarheit, und ohne theoretische Klarheit wird es im Westen und weltweit keine Bewegung geben, die die notwendigen Schritte gehen und evtl. die Katastrophe von verhindern kann.

Natürlich geht es nicht nur um den Namen, sondern auch z.B. um die Frage: Woher nimmt die KP ihre Macht, wenn die Unternehmen in privater Hand sind?

RE: Bröckelnde Neubauten | 30.10.2021 | 21:00

Sie sind doch der China-Auskenner hier: Können Sie mir sagen, was das da nun ist in China?

Sozialismus? Kommunismus? Oder "Staatskapitalismus", wie der Autor meint?

Und wenn letzteres zutrifft - wie rechtfertigt sich die Bezeichnung "Volksrepublik"?

Danke.

RE: Die Doppelmoral der Sieger der Geschichte | 04.11.2019 | 07:23

Wenn sich in dieser Diskussion nur die äußern würden, die die DDR aus eigenen Erleben kennen und nicht nur aus BLÖD und Spiegel, wäre schon viel gewonnen. "Meister der Angst" ... naja. Sie saßen auch mit uns in der Kneipe, jeder wußte es, und es wurde kein Mü weniger diskutiert.

.. dann erwähnen sie die Frau Honnecker. Könnten Sie da in punkto "Menschenrechtsverletzung" mal etwas konkreter werden?

Die Frau - ich mochte sie nicht - hat durchaus beigetragen, ein Bildungssystem zu schaffen, was den Namen "System" verdiente.

Aber noch zur Überschrift: Dass sie "Sieger der Geschichte" seien, dachten schon andere vorher. Die Entwicklung geht weiter.

RE: Was vom Tage übrig bleibt | 12.09.2019 | 19:40

Tja. Sieht ja fast so aus, als hätten die kleinen Kapitalisten es auch nicht ganz einfach. Was hilft da nur? Ein größerer Kapitalist werden? Oder besser ein ganz großer?

RE: Zwei Kapitäninnen kreuzen hart gegen den Wind | 18.07.2019 | 10:27

Ich fand den Artikel gut, und einen Lacher gab es obendrauf, wenn ausgerechnet jemand wie Sie die Autorin der Naivität zeiht. :-)

RE: Ich gegen VW | 03.06.2019 | 08:58

>>PS: Noch offene Fragen zum modernen Kapitalfaschismus und Bourgeoissozialismus deutsch-chinesischer Prägung im 21. Jahrhundert?<<

Die Frage ist, wie es kommen kann, dass Ihnen in Ihrem Kopf scheinbar so einiges durcheinanderrutscht.