„Diese Hunde!“

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Im Gespräch mit kulturstadt-hamburg.de verrät Fabienne Kakadé, was auf der CD enthalten ist, die sie der österreichischen Kulturministerin verkaufen will.

kulturstadt-hamburg.de: Frau Kakadé, Sie haben dem österreichischen BMUKK (Bundesmimnisterium für Unterricht, Kunst und Kultur) eine CD angeboten. Was ist da drauf?

Fabienne Kakadé: Die CD habe ich an meinem Heimcomputer erstellt. Mein Sohn hat mir bei dem technischen Vorgang zur Seite gestanden. Ich möchte mich an dieser Stelle bei ihm bedanken und bei allen, die mich in meinem perniziösen Unterfangen immer wieder bestätigt und unterstützt haben. Ich bin nun kürzlich von einer monatlangen Expedition zurückgekehrt, die mich durch das ganze Bundesgebiet geführt hat. Was ich herausgefunden habe, befindet sich auf dieser CD.

Können Sie das vielleicht ein wenig präzisieren?

Nein! Nur so viel: Die Ministerin wird bereit sein, einen großen Sack voll Zaster für diese Daten hinzublättern.

Frau Kakadé, was sind das für Daten?

Die CD enthält Namen und Adressen von Kulturflüchtlingen – Menschen, die sich in Deutschland unter Druck gesetzt fühlten, wenn in ihrem Umfeld über die gestrige Premiere im Schauspielhaus oder die neueste Hölszky-Oper gesprochen wird. Früher oder später kommt der Zeitpunkt, an dem sie sich outen müssen. Aber es gibt eine Alternative.

Nämlich?

Die Flucht! Am besten in ein Land, in dem die Kultur ausgestorben ist oder nie existiert hat – Dänemark oder Österreich zum Beispiel. Dort können sie dann in aller Ruhe „Deutschland sucht den Superstar“ schauen.

Irgendwie skurril.

Schon, aber vor allem skandalös! Diese Menschen bestehlen ihr Land.

Das müssen Sie erklären.

Das muss ich nicht erklären. Ich habe keinen Schimmer, wie es Ihnen geht, aber mir geht da die Hutschnur hoch! Kulturbanausen kann ich hier nicht gebrauchen!

Entschuldigung, aber ist es dann nicht gut, wenn diese Menschen ...

Nein! Wir müssen sie bestrafen, diese Leute! Ach was, Hunde! Diese ...

Frau Kakadé, wie stehen Sie eigentlich zum barbusigen Protest der jungen Ukraininnen bei der Präsidentenstichwahl?

Zehn, zwölf Jahre jünger und ich wär dabei gewesen. Aber jetzt mal im Ernst: Ich habe mit Berlusconi telefoniert, der findet das toll!

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Das Interview führte Branko Schmal, Redaktion kulturstadt-hamburg.de

15:26 12.02.2010
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Geschrieben von

leolli

Immer einen Schritt zu schnell, immer eine Zeile zu viel. Darüber hinaus zahlender Kunde der Leuphana Universität und trotzdem gar nicht elitär.
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