„Stumme Tränen der Verzweiflung“

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Die Society-Expertin Fabienne Kakadé spricht über Schnee, Tigerstreifen-Unterwäsche und den jüngsten Skandal bei „Bauer sucht Frau“

kulturstadt-hamburg.de: Frau Kakadé, wo bleibt der Schnee?

Fabienne Kakadé: Noch ist er in den Bergen, aber ich glaube fest daran, dass wir bis zum 24. auch in den norddeutschen Großstädten auf weiße Wiesen und Wipfel schauen.

Das Nachrichtenportal web.de berichtet, Rihanna, Beyoncé und Co. würden mit ihren lasziven Lack-Outfits beweisen, dass verruchte Kleidung durchaus gesellschaftsfähig sein kann. Tragen Sie an Weihnachten auch ein bisschen was Verrücktes?

Mein Mann freut sich durchaus, wenn ich beispielsweise meine Tigerstreifen-Unterwäsche anziehe. Aber Lackhosen brauche ich in meinem Alter nicht mehr. Das könnte mein Gatte gar nicht unterscheiden.

Beim Abschied des jovialen Jutebauern Josef von seiner Narumol wurde die ganze Nation von bitteren Tränen erschüttert. Ist die Sendung „Bauer sucht Frau“ sozio-emotional überhaupt noch tragbar?

Meine Söhne und ich saßen während der anschließenden Werbepause noch eine ganze Weile da und haben stumme Tränen der Verzweiflung geweint. Ich finde es tatsächlich nicht schön, dass unsere Gefühle kurz vor Weihnachten von einem seriösen Nachrichtensender so strapaziert werden. Ich denke, es wird noch lange diskutiert werden, ob es wirklich nötig war, diese Szenen zu zeigen.

Hätte man, auch um ein Zeichen zu setzen, vernünftigerweise abschalten müssen?

Der Publikumsethiker Clifford Glenn Christians hat mal gesagt: „Hinschauen – nicht wegsehen.“

Glauben Sie an das Gerücht, dass Sarkozy von seiner Carla ein Regierverbot für eine weitere Amtszeit bekommt?

Ich habe diesbezüglich Berlusconi angerufen, der war am Telefon kaum zu verstehen!

Frau Kakadé, die kulturstadt-Redaktion wünscht Ihnen eine geruhsame Weihnacht.

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Das Interview führte Oliver Wasse, Redaktion kulturstadt-hamburg.de

14:12 15.12.2009
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Geschrieben von

leolli

Immer einen Schritt zu schnell, immer eine Zeile zu viel. Darüber hinaus zahlender Kunde der Leuphana Universität und trotzdem gar nicht elitär.
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