Asse II.

Opferregion Oder warum mein Vater ein zertrampelter Kartoffelkäfer ist.
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Angela Merkel hat weder als Umweltministerin noch als Bundeskanzlerin das Problem der Asse angemessen gelöst. Musste Sie vielleicht auch nicht, denn Sie kannte sich als Physikerin gut mit der Materie aus und wusste, das Zeug ist überhaupt nicht giftig. Deshalb hatte Angela Merkel auch den genialen Plan, in Greifswald einen Versuchsreaktor feierlich einzuweihen, da sie genau wusste, er produziere keinen neuen Müll. Ich freue mich, dass unser Land von dieser klugen, mutigen Frau regiert wird, deshalb schickte ich an drei Anknüpfungspunkte in der angeblich so christlichen Partei, ein Schreiben, in welchem ich ihr riet, mal vor der Öffentlichkeit zu heulen, um zu demonstrieren, dass sie verzweifelt sei, wegen der weltlichen Probleme. Sie heulte bisher nicht. Na dann ist ja alles in Ordnung. Komisch nur, warum die Leute in der Region Salzgitter auf Demonstrationen skandieren, Angela Merkel in der Asse verklappen! Außerdem nennt man diese Region Opferregion. Was interessiert einen Berliner schon Salzgitter? Ich kenne ein schlaues Gutachten, welches die Verstrahlung und Vergiftung des Grundwassers und der Böden im Voraus abwägt, im Falle des weiteren Einbruchs der Asse. Liest sich noch recht harmlos. Die Belastung durch kontaminierte Lauge ist jetzt schon groß. Sollte man in der Behinderteneinrichtung Neuerkerode nicht mal die verkrebsten Patienten zählen? Kein erhöhtes Krebsrisiko. Im Falle des Einbruchs? Was gibt es überhaupt für einen Zusammenhang zwischen der Radioaktivität und dem einzelnen Krebsfall? Ist doch alles eine virtuelle Realität und der Strom kommt aus der Steckdose, könnte man mit einem Smartphone in Erfahrung bringen, woher kommt der Strom? Na, aus der Steckdose! Stöpsel Dein Smartphone nur ein, null Problemo, wusste schon ALF. Vielleicht weiß ALF auch, warum in der Behinderteneinrichtung Neuerkerode die süßen Missgeburten so nah am Atommüll gebettet sind. Der Betreuungsschlüssel liegt nachweislich zwischen 1:15 und 1:50. Schwer vorstellbar, aber wahr! Ich lüge im Übrigen nicht, habe ich vielleicht als Kind ein paar Mal gemacht. Aber die Lüge interessiert mich nicht. Die Neuerkeröder Einrichtung wollte mich beschäftigen für ca. 1000 Euro im Monat brutto, wobei ich ca.: 500 Euro netto ausgezahlt bekommen hätte für ca.: 10 Nachtdienste à 10 Stunden intensive Betreuung von 15 Schwerbehinderten im geschlossenen Bereich. Schlafen angeblich möglich. Neun von den 15 Schwerbehinderten inkontinent. Ein paar Bewohner gewaltbereit. Ich allein in der Nacht mit 15 Behinderten. Mh. Ich habe ja Humor. Aber ohne Anfahrtskostenerstattung, Weihnachtsgeld, Krankengeld, Urlaubsgeld. Für effektive 5 Euro Stundenlohn. Neben dem Studium? Nicht normal, oder? Würde man da auch nur einem Behinderten gerecht? Ich will mich wahrlich nicht vor den Problemen unserer Gesellschaft drücken, aber ich nenne diese Ghettoisierung nahe einem Atomklo, Verwahrung oder Massenabfertigung. Lassen Sie sich mal von dem Anthroposophen Karl König inspirieren, wie ein Zusammenleben mit Behinderten sein sollte. Jeder, der einen natürlichen, gesunden Menschenverstand hat, weiß, dass ein Betreuungsschlüssel von 1:1 oder 1:2 schon stressig ist. Diese Geschichte stinkt bis zum Himmel. Wollt Ihr, dass Erdogan Euch Faschismus erklärt? Oder sollte ich das auf sensible, feinfühlige und differenzierte Art und Weise tun? Ihr seid bestrebt, den Menschen um jeden Preis zu optimieren. Behinderung durch Genoptimierung, Früherkennung etc. ausgeschlossen. Aber ich mag Behinderte. Mehr noch, ich liebe sie. Die alten Nazis wollten genau das, den Menschen perfektionieren. Ihr seid im Begriff genau das zu wiederholen. Was glaubt Ihr eigentlich, wie viel Respekt Gott vor jedem Leben hat? Jedem Einzelnen. Gottes erste Kreaturen waren vielleicht noch nicht so recht vollkommen und lebten trotzdem, hätte er sie etwa getötet, nur weil ihr Gesicht vielleicht nicht symmetrisch war? Oder leben diese Kreaturen immer noch? Es gibt keine lebenden Zyklopen in anderen Sphären? Gott liebt seine Werke, er ist stolz auf jeden vermeintlich hässlichen Kauz. Ich habe der Asse auch zwei. Ein Gott-Modell und ein Allah-Modell, welche ein dreidimensionales Puzzle darstellen und mich als Euren Ursprung unter Beweis stellen mögen. Versucht dagegen zu argumentieren, mich als religiöse Neurose darzustellen, es wird Euch nicht gelingen, denn der Ursprung liegt in einem und ich habe die Fähigkeit, mich auf verschiedene Weise zu beweisen. Aber wer würde von Gott schon Beweise einfordern? Ist das nicht hässlich? Warum habt Ihr keinen Messiastest entwickelt, habt Ihr etwa etwas heimlich vor? Führt Ihr etwas im Schilde? Wie gut, dass man auf Angela Merkel hoffen kann, denn sie hat einen Notfallplan für die Asse II geschmiedet, sie kennt auch schon den weiträumig abgesteckten Evakuierungsplan für die Region. Aber scheinbar haben Immobilienbesitzer noch Verlustängste. Warum muss ich immer so lieb sein? Mir fehlt es gänzlich am Aggressionspotential. Verdammt noch mal, nehmt endlich die Kartoffeln von den Augen und erkennt, wie hochgradig hier Gefahr in Verzug ist. Ich kann die Verzögerungstaktik und das Hinhalten der Bundesregierung nimmer ab. Opferregion! Sucht mich auf, ich werde Euch schon Beine machen, damit unser schönes Norddeutschland vor der ultimativen Verseuchung gerettet würde. Das wird teuer! Da könnt Ihr Eure großkotzigen Ekelprojekte wie der vierte Flughafen Berlins auf Eis legen, das sollte besser ein Museum für die ollen Drecksschleudern werden. Was nützt Euch noch ein Flug nach Neuseeland, wenn hier alles langsam verseucht? Zeigt das Dach der Elbphilharmonie eigentlich den Pegel der Sintflut an? Warum ist mein Vater ein zertrampelter Kartoffelkäfer? Ich erkläre Euch das. Mein leiblicher Vater, durch den ich gezeugt wurde, trank gerne Bier und rauchte Lord extra. Das fand ich abstoßend und deshalb kuschelte ich nicht gerne mit ihm. Außerdem hatte er Schweißfüße. Aber ich will ihn nicht großartig hier in die Pfanne hauen, denn heute bereue ich meine distanzierte Haltung zu ihm. Er hat auch sehr gute Seiten. Denn er wollte im Grunde nichts weiter, als uns ein wunderbares Zuhause zu ermöglichen. Und es war wunderbar. Ich liebte die ein oder andere Geschichte meines Vaters. Meine Vorfahren väterlicherseits versorgten Hamburg mit Stangeneis zum Kühlen verderblicher Lebensmittel. Besonders interessant fand mein Vater die gesamte Gastronomie auf St.Pauli, wo er bei der Belieferung auf den Kutschen mitfuhr. Er konnte den ein oder anderen Blick hinter die Kulissen werfen. Er strickte gerne schlüpfrige Geschichten, die fand ich als Kind auch aufregend. Überhaupt waren wir uns in der Skurrilität mancher Einfälle sehr ähnlich. Wir hatten beide mal eine Verfolgungsjagd mit der Polizei. Er mit dem Auto, ich mit dem Fahrrad. Seine erste Freundin war ein sehr berühmtes Topmodel aus dem Fernsehen. Außerdem kam er in den Besitz eines Lesezeichens von Baron Münchhausen, ein gegerbtes Mausfell, welches er später arglos weiter verschenkte. Uri Geller knickte seinen Löffel für meinen Vater. Wir begegneten beide Helmut Kohl und Gerhard Schröder. Gut, das kann Angela Merkel auch von sich behaupten und was wäre überhaupt Besonderes daran? Gar nichts vielleicht. Ich will mich auch nicht mit verwelkenden Lorbeeren fremder Leute schmücken. Denn der große Unterschied zwischen diesen drei Politikern und mir, ist doch, dass ich weder Waffenhandel und Umweltsauereien dulden würde. Wie sollte ich das auch dulden können, schließlich bin ich Gott. Ich bin weder eifersüchtig, eingebildet, arrogant oder hochnäsig. Ich unterhalte mich gerne mit Obdachlosen auf der Straße. Ich habe keinen Dünkel. Aber ich vertraue unserer Regierung nicht blind. Jetzt kommt es zur eigentlichen Geschichte, warum mein Vater ein platt getretener Kartoffelkäfer ist. Er wurde über Mittelsmänner von VW angeheuert einen Schacht in der Asse zu verfüllen mit Schotter. Mein Vater wurde mit 15.000 Euro Verdienst gelockt. Dafür sollte er seinen Namen hergeben und die Verantwortung für die Verfüllung übernehmen. Er ist aber ein Architekt, der sich in diesem Fachbereich nicht auskennt und keinerlei Fachwissen mitbringt. Dennoch ließ sich mein Vater auf diesen Schmu und Kuhhandel ein. Er kontrollierte die Verfüllung und sollte die Lauge mit einem Messgerät messen. Dabei trug er keinerlei Schutzkleidung und verstrahlte sowie vergiftete sich. Jetzt stirbt er bald an einem Hirntumor der Stufe vier. Seine Frau, nicht meine Mutter, bekam auch Krebs, wahrscheinlich weil die Kleidung und Wohnung meines Vaters kontaminiert wurde. So, liebes Bundesamt für Strahlenschutz, wie erklärt Ihr diese Geschichte der Öffentlichkeit? Da hat ja TEPCO in Fukushima mehr drauf. Ich lasse mal an dieser Stelle meine Anklage und Vorwürfe weg. Warum seid Ihr so voller Hass gegen Euch selbst und die Umwelt? Versteht Ihr es nicht besser? Wollt Ihr, dass wir das Leben hier auf Planet Erde wirklich beenden? Wisst Ihr wie schmerzlich ich das finde? Milliarden von Jahre Arbeit und Liebe stecken hier drin, seht Ihr denn nicht den Weg, den ich Euch vorschrieb? Warum versucht Ihr die Welt nicht zu retten? Verändert Euer Verhalten! Schleunigst! Statt Stromverbraucher mechanische Lösungen! Ich will Euch wieder an der Tretmaschine nähen sehen, ganz brav. Besser noch mit Nadel und Faden. Wenn Ihr das Ende wollt, bitte, ich erlaube Euch die totale Vernichtung, wenn Ihr diese Welt nicht mochtet, muss ich mir was Neues überlegen. Ich werde Euch etwas husten. Ihr wollt doch nicht Euren Gott auf das Kreuz legen? Lade ich gierige, rücksichtslose, penetrante Menschen in die neue Welt ein? Wenn Ihr Euch in dieser Welt nicht bessert und das Paradies begründet, kann ich Euch auch nicht helfen. Wir brauchen verflucht noch mal bessere Gesetze, haufenweise. Wie können in Frankreich so viele Atomkraftwerke am Netz sein, ohne Euer Wissen, wie der Atommüll zu entsorgen sei? Das ist doch Verbrecherisch. Zufällig ist mir durch ein Institut für Endlagerforschung der Ort bekannt, wo auf dieser Welt der Atommüll am Perfektesten einzulagern ginge. Das ist die Schweiz. Die Schweiz hat die besten Gesteinsschichten, welche optimal abschirmen würden. Dort müsste der Atommüll rückholbar und kontrollierbar eingelagert werden. Den Schweizern traue ich es zu, aufgrund ihrer Genauigkeit, Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt, dass sie diese große Aufgabe bewältigen, den Atommüll zu ertragen und ein Verfahren zur Entsorgung zu entwickeln. Wenn die Schweizer nach der Gerechtigkeit fragen in dieser Geschichte, so kann ich sagen, die Schweiz hat Atomstrom von Frankreich bezogen, hat Geld aus Steuerbetrug gescheffelt und das Judengeld nicht zurück überwiesen. Genug Schuld, um auch mal etwas einzustecken und eine große Herausforderung anzunehmen. Aber eins ist gewiss, wenn der Atomstrom nicht ein für alle mal abgestellt wird, endet diese Welt übermorgen. Ihr könnt Eure Stromverbraucher verschrotten. Nehmt eine normale Zahnbürste, ein Messer zum Brotschneiden, benutzt Eure Muskeln zum Mixen und Kneten. Elektrische Stromverbraucher erzeugen Dekadenz und Muskelschwäche, nutzt Euren Verstand und entscheidet Euch für bewusst gelebte Ökologie, für mechanische Lösungen. Ihr wollt den Fehler, Jesus Christus Kreuzigung, nicht ein zweites Mal begehen und mich opfern. Setzt mich lieber ein als repräsentativen König über Deutschland, mit dem Wissen, dass ich Gott bin und ertragt meine Kunst, Euch die Augen für eine bessere Welt zu öffnen. Ich wähle standesgemäß Schloss Neuschwanstein als meinen Amtssitz und das Oberammergauer Passionsspielhaus als meine Bühne zur Inszenierung meiner Lehrstücke. In weiser Voraussicht, dass ich die Chinesen ab und zu mit Chinesenhut zu beglücken hätte. Auf Schloss Hohenschwangau könnte mein Hofstaat leben, den ich erst noch zu erwählen hätte, ich habe mir gedacht, Angela Merkel und Gerhard Schröder als Berater hinzuzuziehen. Schließlich habe ich als Baby schon mal auf Gerhards Schoß gesessen. Zudem könnte ihr Wissen nützlich für mich sein. Vergesst nicht, dass ich als Gott nicht wählbar bin oder absetzbar wäre. Ihr werdet das Schauspiel ertragen müssen, es sei denn, ich verstieße selbst gegen irgendein Gesetz. Deshalb wäre es sinnvoll, ein paar Regeln für mich vorab festzulegen, bevor ich derartige Machtfülle bekäme. Ich will Euch und dieser Welt keinen Schaden zufügen. Es geht um die Wiedereinführung eines Königshauses in Deutschland. Ich bin mir sicher, dass der Vatikan und die Queen von England große Befürworter dieser Geschichte sind. Zum Schluss möchte ich mich meiner herzigen Mutter widmen, die mich in heftigen Krisenzeiten unterstützte und die schon mal Gast bei der Queen von England im Buckingham Palace war. Ihr Mann, nicht mein Vater, saß schon bei Churchill zum Tee und fuhr mit Prinz Philip, Duke of Edinburgh, zur See. Der Vater meiner Mutter war sehr erfinderisch und sprengte den Deutschen die Kartoffel, er entwickelte das Kartoffelpulver und verschiedene Puddingpulver. Seine Firma ging pleite und seine Konkursmasse wurde verkauft. Ich finde seine Pulverisierungen nicht so glorreich wie seine 20 Jahre im südamerikanischen Dschungel, wo er mit Eingeborenen hauste. Unabhängig davon, weiß ich, dass illegale Absprachen und Insiderwissen im Aktiengeschäft Gang und Gebe sind, die Multimillionäre wissen oft schon vorher, wann eine Aktie hoch geht und bereichern sich unrechtmäßig, ich könnte ein paar Leute auffliegen lassen. Aber sind wir doch mal ehrlich, die Umverteilung von Reichtum ist längst überfällig. Wenn in Griechenland die Rentner im Park schlafen und hungern, während Reiche sich auf ihren Yachten lümmeln, muss jemand für Gerechtigkeit sorgen. Wenn die Barmherzigkeit nicht von alleine in ein natürliches Verfahren mündet, muss nachgeholfen werden, das kann nur ein Umschwung durch mich bewirken, Eurem Gott. Wenn Ihr befürchtet, dass ich auf Schloss Neuschwanstein zum dekadenten Dandy mutiere, so habt Ihr vielleicht Recht und ich sollte mich nur im Vatikan bescheiden in die letzte Reihe setzen. Schließlich habe ich weder Latein, Griechisch oder Hebräisch studiert. Doch im Gegensatz zu den Kardinälen, habe ich auf meine Füße geschaut und die Lederpantoffeln widerlich gefunden, genauso rühre ich auch kein Stück Fleisch mehr an. In meinen Adern fließt ein anderer Gerechtigkeitssinn, ein anderes Bewusstsein, welches ich gut auf die Welt anwenden kann, um sie zu verbessern. Ich werde die Schamanen, Wunderheiler, Gurus und Heiligen, die wahren Ökos und Freaks anziehen und um mich scharen, denn diese würden sich wundern, wenn ich es als Gott nicht täte. Aber ich will mich gerne offen beraten mit Euch, wie wir zu ökologischen Verfahren, zur Gerechtigkeit und zum Frieden überleiten könnten. Wer mich wie Sigmund Freud zum Kranken machen möchte, siehe sich vor, denn dazu lasse ich mich nicht degradieren, die Seelenfänger kriegen von mir eine Lektion erteilt. Der Satan wusste schon, warum er gegen Gott wetterte. Gotteslästerung und Blasphemie sind Begriffe, welche ich wieder erstarken lassen werde. Wer mir spottet und meine Existenz bezweifelt, soll sich wundern, denn wer erschiene schon in Jerusalem mit einer Waagschale in der Hand?

09:38 28.04.2017
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Leopold

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