Lethe

innen Distanz und außen Mimikry ...
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RE: Sternstunde der Aufklärung | 16.02.2019 | 17:56

||| Wenn dann aber das Kind auf der Welt ist, dann ist es die Mutter, die gesellschaftlich als Hauptverpflichtete identifiziert wird. |||

tja, wir mussten ja unbedingt die Clans zerschlagen und zur Kleinfamilie wechseln und dann noch Gesellschaftformen entwickeln, in denen sozialer Zusammenhalt zu der Frage verkommen ist, wer bezahlt. Es gibt auch noch Gegenden in der Welt, es sind wenige geworden, zugegeben, in denen Kinderaufzucht und Hege Sache der gesamten Dorfgemeinschaft ist. Aber W.Endemann würde hier wohl darauf hinweisen, dass das alles nur Leute auf einer niedrigeren kulturellen Stufe und die Industrienationen so viel weiter sind^^

In unserer Gesellschaftsform wird es keine befriedigende Lösung der Problematik geben, mit der alle leben können.

RE: Sternstunde der Aufklärung | 16.02.2019 | 17:13

Ich bin in dieser Sache gewiss nicht missionarisch unterwegs, schon deswegen nicht, weil das Wollen einer Frau in dieser Situation für mich Vorrang hat. Ganz ohne Notwendigkeit der Begründung. Allerdings lasse ich mich nicht zu Bekenntnissen der Art überreden, dass bei einer Abtreibung von vornherein gar keine Tötung von Leben erfolgt. Selbstverständlich lebt ein Fötus, und dieses Leben wird ihm genommen. Das ist eine ganz andere Frage als die, ob dies - gegebenenfalls unter welchen Umständen - erlaubt oder - gegebenenfalls strafsanktioniert - verboten sein sollte oder ab wann der Schutz der Menschenrechte für den Fötus gelten soll.

RE: Sternstunde der Aufklärung | 16.02.2019 | 13:38

Nachdenklichkeit und Klugheit sind in praktisch jedem Kontext begrüßenswerte Eigenarten eines Menschen. Denen, die eine andere als die eigene Meinung vertreten, zu unterstellen, sie täten das nur, weil sie vorher weder nachgedacht hätten noch klug seien, ist weder nachdenklich noch klug, passt aber in eine Zeit und Kultur, in der unter "Diskurs" kaum noch mehr verstanden wird als die öffentliche Aufforderung, sich zur apriori feststehenden allein angemessenen Sichtweise zu bekennen.

Sie haben sicher den zahlreichen Kommentaren entnommen, wie umstritten Abtreibung selbst dann noch ist, wenn dabei nur die Frauenstimmen berücksichtigt werden. Es sind also nicht die Männer, die Uneinigkeit erzeugen würden, die Uneinigkeit der Sichtweise liegt in der Sache begründet. Von daher gibt es keinerlei Grund, weswegen Männer hier schweigen sollten, zumindest solange es in Nachdenklichkeit und mit Klugheit erfolgt. Vielleicht ergeben sich ja dann sogar irgendwann einmal Sachargumente, über die ein Diskurs sich lohnt, statt ständig nur das Gejammere (beider Seiten) über Besitzverhältnisse an Bäuchen zu repetieren.

RE: Träumen mit den Praktikern | 16.02.2019 | 11:49

||| Die Syrienflüchtlinge sind Opfer des menschenverachtenden Assad |||

zum geringsten Teil

RE: Im Kaff | 16.02.2019 | 11:47

Auf der einen Seite Müdigkeit, auf der anderen Seite Überhitzung. Im Gleichgewicht scheint nichts und niemand zu sein.

RE: Träumen mit den Praktikern | 15.02.2019 | 21:01

||| Ihnen aber das Schicksal der Syrienflüchtlinge made in Germany kein einziges Wort wert ist |||

Ich könnte nichts dazu sagen, was Sie nicht mit sehr viel mehr Verve ohnehin gesagt haben. Ich kann auch mein großes Bedauern ausdrücken, was den Flüchtlingen genau so viel hilft wie Ihre Proteste.

Aus meiner Perspektive geht es nur noch darum, irgendwie das Schlimmste zu verhindern, Machtoptionen für die AfD. Ob meine Gedanken zum Faschismus wirklich nur Fantasien sind ... ich wünsche sehr, Sie mögen damit Recht behalten, fürchte aber anderes.

RE: Sternstunde der Aufklärung | 15.02.2019 | 19:36

||| Eines der Themen, wo Männer sich zurückhalten sollten. |||

Nöö. Seit wann lassen wir nur noch Soldaten über Krieg reden?

RE: Träumen mit den Praktikern | 15.02.2019 | 19:29

Und welches ihrer Argumente hält jetzt einen Menschen, der deswegen, weil aus seiner Sicht zuviele, viel zu viele Flüchtlinge herkommen, davon ab, AfD zu wählen? Welchen Menschen, dessen einziges Argument in der Sache sein Empfinden ist und den ihre Sachargumente einen Scheiß interessieren? Die AfD liegt bei über 20%. Wieviel mehr darf es noch sein?

||| „Die Flüchtlingspolitik von 2015“ war der AfD geschuldet? |||

Wo lesen Sie das bei mir? Die damalige Politik hat die AfD erst so richtig groß gemacht, was gewiss nicht in Merkels Absicht lag, wohl aber in der bodenlosen Fehleinschätzung - seitens Merkel genauso wie von anderen politischen Kräften außer der AfD, die sie nutzte - hinsichtlich der Reaktionen erheblicher Teile der Bevölkerung. Was die Linke will - und offenbar auch Sie - ist gut gemeint, wird, sofern es umgesetzt würde, aber noch viel mehr Menschen in die Arme der AfD treiben und letztlich den Faschismus in Deutschland wieder zementieren.

Das ist die klitzekleine Gefahr hinter all dem Idealismus, die ein Linker offenbar tatsächlich nicht verstehen will.

RE: Träumen mit den Praktikern | 15.02.2019 | 12:59

Zwei Umstände können oder wollen viele Linke offenbar nicht verstehen: Zum einen, dass Leute nicht aus den Listen zugelassener WählerInnen gestrichen werden, wenn zu befürchten ist, dass sie AfD wählen könnten, zum anderen, dass die Politik der großen leuchtenden Augen und ausgebreiteten Arme zunehmend mehr WählerInnen in die Arme der AfD treibt.

Soll der Faschismus 2021 wirklich wieder eine Machtoption in Deutschland erhalten? Die Flüchtlingspolitik von 2015 war nicht per se ein Fehler, sie war nur ein Fehler vor dem faschistischen Bodensatz deutschen Bürgertums, dessen Anteil bei weitem unterschätzt wird. Auch wird der Umstand unterschätzt, dass jedes Quentchen Internet-Freiheit nicht nur die Freiheit der Linken ist, sondern genauso der Ultrarechten, weswegen dieser Bodensatz sich nicht einfach wieder unter die Sichtbarkeitsgrenze drücken lassen wird. Ja, die AfD müsste vermutlich verboten werden; wird sie aber nicht. Und ja, sie müsste vermutlich überwacht werden, aber selbst wenn, wird das niemanden, der die Gesinnung teilt, davon abhalten, sie zu wählen.

Die Maßnahmen, die von der CDU diskutiert werden, sind gewiss nicht das Gelbe vom Ei in Sachen Humanismus. Aber wenn sie nicht in einer Weise getroffen werden, die es gegenstandslos macht, AfD zu wählen, besteht die Machtoption für die AfD möglicherweise aus einer absoluten Mehrheit. Dann können alle weinen.

RE: Beten für Föten | 15.02.2019 | 09:37

||| Vom „ungeborenen Leben“ zu reden oder von Babys, die nur noch schlüpfen müssen, hat sich total durchgesetzt. |||

Na ja, was mag so ein Zellhaufen wohl sein, wenn nicht etwas, das lebt? Ein Stein ist es nicht, eine Pflanze ist es nicht, und da Menschen die Kunst, Leben aus der Retorte zu erzeugen, bislang nicht beherrschen, handelt es sich höchstwahrscheinlich auch nicht um eine Melange aus Rezeptzutaten.

Ein wesentliches Problem an der Abtreibungsdebatte sind die Nebelkerzen, die allerseits gezündet werden, auf Seiten der BefürworterInnen einer uneingeschränkten Freigabe z.B. dadurch, dass die Änderung einer Qualität postuliert wird, die sich in Wirklichkeit ab Zeugung zu keinem Zeitpunkt qualitativ ändert. Das ist wie wenn jemand einem Kind sagt "Du bist aber schon groß geworden", nur ist das Kind in keinem spezifischen Augenblick plötzlich groß geworden, es war immer nur in einem Zustand des Wachsens. Der Zellhaufen lebt von Zeugung an, er fängt nicht erst später plötzlich an zu leben, nachdem er vorher ein Stein, oder was immer mensch sich vorstellen mag, war.

Abtreibung ist eine Frage des Wollens, nicht mehr und nicht weniger. Nicht unbedingt des Wünschens oder dessen, wofür eine Frau sich entscheiden würde, wenn die Umstände anders wären. In gegebenen Umständen lässt eine Frau abtreiben, weil sie es aufrund dieser Umstände will. "Sich gezwungen fühlen zu" ändert nichts daran, dass das damit verbundene "Zulassen" sich mit den Konsequenzen der Entscheidung einverstanden zeigt, also auch des Wollens bedarf.

Für mich reicht Wollen als Grund völlig aus, ich befürworte die Entkriminalisierung und Freigabe von Abtreibung im Rahmen einer Fristenregelung, in der Beratung ein Angebot, aber keine Pflicht ist. Aber deswegen muss nicht die Wirklichkeit, in diesem Fall die des menschlichen Wollens, umgedeutet werden.

"Schlüpfende Babies", da hat wohl jemand die Spezies ein bisschen durcheinander gebracht.