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innen Distanz und außen Mimikry ...
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RE: Rettet die Sozialdemokratie! | 26.09.2018 | 13:26

"Wenn plötzlich MLPD und/oder DKP deutlich über 5 % kämen ..."

Was rauchst du? Will ich auch haben^^

RE: Rettet die Sozialdemokratie! | 26.09.2018 | 13:20

"Und doch muss man ihr für die Entscheidung, die Verhandlungen neu aufzunehmen, Respekt zollen."

Nein. Sie wurde mehr oder weniger zur Neuverhandlung geprügelt, ich wüsste nicht, wofür da Respekt gezollt werden müsste.

RE: Lasst uns heute beginnen | 26.09.2018 | 10:07

Was machst du dann anders als ich, nur aus einer kulturoptimistischen Perspektive? Zeitvertreib, netter benannt^^

RE: Lasst uns heute beginnen | 25.09.2018 | 23:49

Nun, es gibt sehr einfache Möglichkeiten, mich zu widerlegen. Du bist bereit zu kämpfen, in aller Hoffnungslosigkeit? Nun, phantastisch, kämpfe, lass mich von deinen Taten in der Zeitung lesen, widerlege mich, indem du den Kapitalismus niederreißt. Bis dahin glaube ich, dass du die wenigsten Aussagen, die du hier gerade getroffen hast, tatsächlich so meinst. Oder vielleicht doch so meinst, aber ohne dieser Meinung gewachsen zu sein.

RE: Lasst uns heute beginnen | 25.09.2018 | 13:43

Es geht beim Kapitalismus aber nicht um ein Herrschaftssystem, sondern um die menschliche Grundkonstante "Gier", die sich in immer wieder wechselnden Formen unverwechselbaren Ausdruck verschafft.

RE: Lasst uns heute beginnen | 25.09.2018 | 13:30

Ja^^ irgendwann endet das Universum im Entropietod^^

RE: Ein wirklich netter Kerl, oder? | 25.09.2018 | 13:15

Anscheinend haben auch viele Frauen etwas gegen Lynchjustiz. Klar, dass #metoo-Apologetinnen gegen diese Frauen argumentieren müssen. Frau Mahdawi könnte gelegentlich die Frage beantworten, warum es nie zumutbar ist, dass eine Frau sich an Strafverfolgungsbehörden wendet, es aber immer möglich ist, sich an die Medien zu wenden.

RE: Lasst uns heute beginnen | 25.09.2018 | 12:08

"Ich denke , dass die Kritik an der Gewaltherrschaft der Partikularinteressen eine der treibenden Kräfte der Geschichte immer war und noch ist."

Ich denke, dass diese Kritik historisch eine relativ neue Geschichte ist^^ treibende Kraft DER Geschichte ist Gier. Und wenn mensch sich anschaut, zu welchen Phänomenen die "Kritik an der Gewaltherrschaft" historisch führte, scheint der Gedanke vom Teufel, mit dem der Beelzebub ausgetrieben werden soll, nicht sonderlich weit hergeholt

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"eine banale Tautologie : Erfolg rechtfertigt sich durch Erfolg"

Nein^^ ich spreche in keiner Weise von Rechtfertigung, sondern verweise darauf, dass Erfolg den Umstand bezeichnet, dass sich ein Sachverhalt gegen konkurrierende Sachverhalte durchgesetzt hat.

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"Wieso also ist der historisch gut dokumentierte Widerstand gegen diesen gewalttätigen Erfolg zu belächeln oder als wie auch immer abzutun, zu diskreditieren?"

Widerstand ist kein Selbstzweck, er sollte zu der Veränderung führen, um deren willen er geleistet wird, andernfalls ist er einfach nur weitere Gewalt. Das hat primär nichts mit belächeln zu tun. Das Lächeln kommt allerdings durch die Konfrontation zwischen den Möglichkeiten der einen Seite und den naiven Vorstellungen der anderen Seite zustande, Vorstellungen, die offenbar Hoffnung auf erfolgreichen Widerstand wecken sollten und dabei nur offenbaren, dass die Sache zumindest in der angesprochenen Weise aussichtslos ist.

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"in einer Situation, in der sich "all die offensichtlichen, massiven materiellen und ideellen Erfolge der Gegenseite" als Katastrophe in jeder Hinsicht und für alle, auch die "Erfolgreichen" erweist"

Eine idealtypische Formulierung linker Blindheit^^ Linke wollen anscheinend bestimmte Sachverhalte nicht zur Kenntnis nehmen, darunter den, dass es keine identischen, allgemein akzeptierten Bewertungsgrundlagen gibt. Die vollständige Zerstörung der Lebensgrundlagen kann sogar als großer Erfolg aufgefasst werden, solange ihr endgültiges Eintreten auf die Zeit nach dem Tod der Protagonisten ihres Herbeiführens verschoben werden kann und diese Protagonisten solange Nutznießer bleiben. ES.GIBT.KEINE.GEMEINSAMEN.BEWERTUNGSGRUNDLAGEN.

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"ich sehe nicht, warum der denkende Mensch nicht aus der Analyse eine Kritik legitimieren, daraus eine politische Intention formulieren und damit in den politischen Kampf ziehen sollte"

Solange es frommt, von mir aus gerne^^ ein hübsches Spiel zum Zeitvertreib bis zum Tode. Nur andern wird es nichts.

Du bist Moralist, zumindest moralisierst du des öfteren recht gerne, wie viele Linke. Dagegen ist nichts einzuwenden, aber ich finde es wünschenswert, Moral nicht mit Möglichkeiten zu verwechseln. Andernfalls sind endlose Enttäuschungen bei maximal aufgebauschter Hoffnung unvermeidbar.

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"Wo und wie ist denn so etwas ein Erfolg, die gewollte Miesere der Anderen eine Erfolg?"

Erfolg definiert sich über die Verwirklichung von Absichten, nicht über die Kompatibilität der für deren Verwirklichung eingesetzten Mittel mit irgendwelchen Metakriterien. Metakriterien, z.B. die Menschenrechte, reichen genausoweit, wie es ihrer Machtbasis gelingt, ihre reale Anwendung durchzusetzen. Im allgemeinen ist das nicht sonderlich weit.

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"War die Ermordung der emanzipatorischen Kräfte und der Kritiker unter der Naziherrschaft, unter dem Stalinismus unter den Terrorherrschaften Südamerikas etc. pp Erfolge? Ist die Enteignung und Zerstörung ganzer Kontinente und Kulturen ein Erfolg? "

Im Sinne der damit verfolgten Absichten: größtenteils.

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"Ich denke aus der heutigen Sicht ist das intellektuell nur noch schwer zu vertreten"

Du verwechselst anscheinend die Botschaft mit der Einstellung des Boten zu der Botschaft.

Ich habe immer öfter das Gefühl, dass viele Linke der Auffassung zu sein scheinen, ihre Empörung wäre schon Strategie aus sich selbst heraus. Das ist einer der schlimmsten Irrtümer, in dem mensch sich ergehen kann.

Empörung kann gelegentlich gewinnen, wenn sie auf einen Gegner trifft, der unvorbereitet ist. Aber gegen die Gegner, um die es Linken im Allgemeinen geht? Gegen "die Kapitalisten", gegen den "militärisch-industriellen Komplex"? Nicht der Hauch einer Chance. Nicht bei derart läppischen Strategien, wie sie Varoufakis (oder auch "Aufstehen") anbietet.

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"Der Kapitalismus ist instabil geworden."

Im Wald stehen eine Eiche und eine Tanne. Es ist Winter und Schnee fällt. Es ist ein harter Winter und extreme Mengen Schnee fallen. Die Eiche ist tapfer und stark, leistet Widerstand bis zum geht nicht mehr. Weil sie aber starr ist, brechen ihre Äste irgendwann unter Tonnen über Tonnen von Schnee, und die Eiche stirbt ab. Die Tanne ist "instabil". irgendwann biegen sich ihre Äste einfach nach unten durch, der Schnee fällt ab und die Äste schnellen wieder nach oben. Die Tanne ist unversehrt.

Die Instabilität des Kapitalismus ist von der Art der Tanne. Er passt seine Erscheinungsformen in unübertroffener Flexibilität den Notwendigkeiten seines Überlebens an, unter vollständiger Bewahrung seines Kerns. Manche Beobachter mögen das für Instabilität halten. Diese Beobachter verkennen aber, dass es dabei nicht um die Rettung der Welt geht, sondern nur um die Rettung von Privilegien und das Durchsetzen von Gier. Und wenn dafür Millionen und Milliarden Menschen sterben oder wenigstens verelenden müssen, ist das für jene, die die Fähigkeiten verfügen, ihre individual- oder gruppenegoistischen Absichten auch gegen Widerstand zu verwirklichen, allemal akzeptabel.

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"dass Du eher nicht annimmst der Kapitalismus sei am Ende"

in der Tat

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"Du wirst mir aber ohne eine weitere Tautologie nicht sagen können warum er nicht zu ende gehen wird."

Die Erscheinungen wandeln sich, der Geist bleibt. Der Name dieses spezifischen Geistes lautet "Gier". Wenn ich wetten müsste, würde ich immer darauf setzen, dass sie sich durchsetzt, auch gegen jede Vernunft. Rein phänomenologisch^^

Unter moralischen Aspekten betrachtet bin ich selbstverständlich empört^^