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innen Distanz und außen Mimikry ...
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RE: Tanz den Schrotthändler | 13.10.2019 | 20:32

Dass Obdachlosen aufs Übelste mitgespielt wird, ist offensichtlich. Warum allerdings obdachlose Frauen unsichtbarer sein sollen als obdachlose Männer, erschließt sich mir nicht. Es ist Thema des Filmes, okay, legitim. Aber der entsprechende Film über Männer würde kaum anders ausfallen.

RE: So alt wie die Demokratie selbst | 13.10.2019 | 11:13

||| Durch eine Quotensystem soll sichergestellt werden, dass diese Bürger*innenräte in ihrer Zusammensetzung die Gesellschaft spiegeln. |||

Und natürlich wird sich infolge eines Wunders an dieser "Räte-Republik" niemals nie nicht wiederholen, was historisch mit Räterepubliken bekanntlich in schöner Konstanz passiert ist.

Apropos "Gesellschaft spiegeln": Müssen dann wirklich 60% der Räte Rechte sein, wobei etwa 35% auf Faschisten fallen? Oder auf welches weitere Wunder wird da gehofft?

Leute, eure Probleme sind für die überwältigende Mehrheit der Wähler völlig irrelevant.

RE: Neues vom alten Proust | 11.10.2019 | 11:20

Danke. Auch wenn ich die Psychologie seines Protagonisten in der "Suche" nicht immer - okay, meist nicht^^ - ernst nehmen kann, liebe ich Prousts Stil, Sprachbeherrschung und seine Unerschöpflichkeit. Mal schauen, ob mein Buchhändler an die Sachen ran kommt.

RE: Alles nur bumm, bumm, bumm | 11.10.2019 | 10:28

Ich bestehe nicht darauf, das Problem auf den Kontrast zwischen E und U zu reduzieren. Erfahrungsgemäß wird allerdings durch die Erwähnung dieser beiden Zweige sofort deutlich, um was es geht. Selbstverständlich gibt es in U ernstzunehmende Musik und ist in E längst nicht alles hochwertig. Aber um den Unterschied zu verdeutlichen, bzw. um überhaupt klar zu machen, dass ein Unterschied existiert und wahrgenommen wird, sind die beiden Begriffe immer noch Gold wert. Dass damit "ein bisschen" provoziert wird, who cares. Die Unterstellung von Hass ist auch nur Provokation, und wer austeilt, tut gut daran, auch einstecken zu können.

RE: „Nie wieder“ – ein Lippenbekenntnis | 11.10.2019 | 09:12

Wenn der Begriff der "gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit" irgendwo einen Sinn hat, dann im Kontext derartiger Verbrechen, wobei es gleichgültig ist, welcher Gruppe die spezifische Feindlichkeit gilt.

Ob es eine Politik gibt, die nicht von irgendjemanden als Einladung zum (terroristischen) Handeln aufgefasst werden kann, darf bezweifelt werden (-> Breivik). Mit Gewalt lässt sich alles missverstehen, und Grenzen für die menschliche Kunst der Rechtfertigung dessen, was man zu tun beschlossen hat, müssen erst noch gefunden werden.

Insofern ist das Abwägen und Aufrechnen zwischen jüdischen oder muslimischen oder säkularen Opfern und möglichen Motiven für die Auswahl der einen oder anderen völliger Blödsinn. Menschen werden vorsätzlich getötet; das zu verhindern ist Aufgabe eines Staates, völlig ideologie- und zugehörigkeitsneutral.

Selbstverständlich muss das über gesellschaftliche und politische Faktizität gefaltet werden. Wenn es aber an der Stelle hapert, hat der Staat und haben dessen BürgerInnen ohnehin ein sehr viel umfassenderes Problem.

RE: Für Veränderung bereit | 11.10.2019 | 08:57

na fantastisch, dann steht die friedliche, nachhaltige, lustvolle und selbstermächtigte Weltrevolution ja unmittelbar bevor, endlich^^

RE: Alles nur bumm, bumm, bumm | 10.10.2019 | 12:13

und da dachte ich immer, die Hetze gegen die langhaarigen Affen sei im Osten nur deswegen nicht betrieben worden, weil die gleich im Knast landeten^^

Was immer Sie mir diesbezüglich unterstellen wollen, verwechseln Sie bitte nicht Ihre Projektionen mit meinen Überzeugungen. Ich habe in Kunstdingen einen ästhetischen Anspruch, spricht etwas dagegen? Ein ästhetischer Anspruch ist im Wesentlichen ein Anspruch an die Form, nicht an den Inhalt, wobei ich gerne bereit bin zuzugeben, dass es auch Inhalte gibt, die durch keinerlei Form gerettet werden können. Der Anspruch ist über die Jahre gewachsen, die Sicht hat sich geschärft, und die allermeisten musikalischen Produktionen aus dem U Sektor sind dem Anspruch nicht gewachsen. Das ist diesbezüglich schon mein ganzer Punkt, den ich auch nur deswegen derart expliziere, weil im Blogtext Dinge unterstellt werden (Hass auf neue Musik), die sachlich nicht stimmen. Ich stehe ästhetischer Minderwertigkeit gleichgültig gegenüber, ja, und vielleicht ist heutzutage die Differenzierung zwischen Hass und Gleichgültigkeit nicht mehr zumutbar. Heute gilt ja alles als Hass, was als Kritik gemeint ist.

Dass "Wertigkeit" nichts mit "Werten" zu tun hat, geschenkt^^ Sie wissen selbst, wie schwach Ihre diesbezügliche Bemerkung ist. Aber das Bildung vielen Menschen und anscheinend auch Ihnen - oder verstehe ich Sie da völlig falsch? - nichts mehr zu gelten scheint, das wird sich auf Dauer gesamtgesellschaftlich bitter rächen. Selbst bei egalitären Formen von Popularkultur kann unterbleibende Geschmacksentwicklung nur in Indifferenz und Langeweile münden.

RE: Wo der Spaß aufhört | 10.10.2019 | 08:54

Hört sich nach Pflichtbesuch im Kino an^^

RE: Alles nur bumm, bumm, bumm | 09.10.2019 | 21:46

Ja.

Wobei, eigentlich kenne ich kaum ältere Leute, die Popmusik wirklich hassen. Vielen ist sie einfach gleichgültig, oder eben schlicht zu flach. Andererseits ist Volksmusik natürlich eine ebenso schlichte Alternative^^ also vermutlich hängt es an Bildung, was die Leute hören, gleich welchen Alters.