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innen Distanz und außen Mimikry ...
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RE: Provinzler mit Raketen | 20.07.2019 | 09:52

Na ja, auch Philosophen und Schriftsteller denken jede Menge Blödsinn. Zeitgeistigen wie zeitlosigen. Und natürlich gibt es immer Leute, für die eine Befürchtung Selbstzweck ist und einen Wert an sich darstellt.

RE: Das Radikale siegt immer | 19.07.2019 | 22:27

das wird langsam unheimlich^^ aber es freut mich :-)

RE: Das Radikale siegt immer | 19.07.2019 | 22:26

na ja, Barrikadenturnen muss nicht sein^^ aber, sagen wir, Sartre und Beauvoir zeigten, dass man auch auf andere Weise nichtbürgerlich sein kann^^ außerdem meine ich meine Äußerung praktisch gar nicht als Vorwurf an Adorno, sondern an seine Idolisierung

Deutungshoheit ist immer nett^^

RE: Das Radikale siegt immer | 19.07.2019 | 17:34

||| Da sie keine Gefolgschaft in der ostdeutschen Arbeiterklasse hatten ... |||

Stimmt, das ist der einzige mögliche Grund, schließlich hat sie all die Jahrzehnte vorher, in Gegenwart russischer Kampftruppen und mit der Erfahrung der CSSR im Rücken, über diese Gefolgschaft verfügt ...

RE: Das Radikale siegt immer | 19.07.2019 | 17:29

||| Adorno, der im Unterschied zu Habermas nie das radikale linke Denken aufgegeben bzw verwässert hat. |||

Aber auch nie gelebt hat, sondern Zeit seines Lebens bei biederer Bürgerlichkeit verblieben ist. Nicht soooo berauschend für einen Propheten, wenn du mich fragst.

||| Die Linke steht anders als die Rechte vor dem Problem, daß sie für Frieden und Ausgleich steht, aber radikal dem Frieden der Mitte, dem Frieden von Ausbeutern und Ausgebeuteten, entgegentreten muß. |||

Sie steht vielleicht eher vor dem Problem, dass es außerhalb der Linken nicht so fürchterlich viele Menschen gibt, die diese linke Eigenwahrnehmung bestätigen würden. Aber dasVerhältnis von Fremd- zu Eigenwahrnehmung ist seit je eines der großen Rätsel der Menschheit^^

RE: Richtig austeilen | 19.07.2019 | 11:53

Das betrifft zusätzlich Fragen der Genzziehung und der Perspektive. Was ist tatsächlich "bösartig", was nicht? Mit der Papstkarikatur wurden die Gefühle von Millionen Katholiken beleidigt, die nicht das Geringste für ihre Hirten können. Zulässig oder nicht? Augsteins Argumentation lässt sich nur auf Grundlage einer Vorabverfügung auf die Kritik antimuslimischer Karikaturen begrenzen. Der Rest der Leute scheint ihm gleichgültig zu sein.

Aber letztlich ist es in jeglicher Hinsicht Unfug und eine contradictio in adjectu, von Satire die Einhaltung genehmer political correctness zu fordern. Genauso gut kann ich von einem Kreis fordern, rechteckig zu sein. Es ist nicht die Aufgabe von Satire, gerecht zu sein oder die Schwachen zu schützen oder wenigstens zu verschonen. Die Kultur der "vorauseilenden Empfindsamkeit" löst langsam aber sicher ohnehin jegliche Diskursfähigkeit auf.

RE: Das Radikale siegt immer | 19.07.2019 | 09:38

Gilt das nur für rechts? Hmm ... vielleicht, obwohl die Zerfaserung linker Ansichten in kleinste Nuancen von Theorien, die dann mit Erbitterung als einzige Wahrheiten verkauft werden, als Hinweis aufgefasst werden kann, dass die linke Seite ganz analog tickt.

Und auf der rechten Seite stellt sich die Frage, ob es nicht weniger das Radikale ist, das siegt, sondern das Faulige.

RE: Richtig austeilen | 19.07.2019 | 09:15

Wenn Satire so humorlos als reines Mittel zum Zweck (der Vermittlung von Moral) aufgefasst wird, mag es sich verhalten, wie Augstein darlegt. Satire ist aber immer mehr als das gewesen, Freude am Sprachspiel und am Sprachwitz, intellektueller Rausch, der Versuch, ernsthaft wehzutun, dergleichen. Und sie wurde zu jeder Zeit, in der es sie gab, von allen Seiten gegen alle Seiten eingesetzt. Vermutlich muss Hypermoral das anders sehen ... muss sie? Augstein erweckt zumindest den Anschein. Genauso wie er über mir unbekannte Informationsquellen zu verfügen scheint, die belegen, dass in der französischen (oder deutschen) Gesellschaft ein Konsens hinsichtlich der Charakterisierung und des geeigneten Umgangs mit den verschiedenen Erscheinungsformen islamischer Religiosität bestünde. Der Vorwurf des Rassismus, derart plakativ im Rundumschlag ausgeteilt, ist wohlfeil. Und wenn die NYT keine Karikaturen mehr veröffentlichen will, ist das ein großer Sieg. Für die Dummheit.

Aber es war schon immer eine beliebte kognitive Fehlleistung, anzunehmen, dass die Dinge, sofern sie nur unter der Sichtbarkeitsgrenze gehalten werden können, nicht mehr da sind.

RE: „Alles bedarf der Revision“ | 18.07.2019 | 10:21

||| was dann doch vielleicht pragmatischer, reformbereiter und im Ganzen weniger halsstarrig macht |||

Pragmatischer und weniger halsstarrig mag sein, aber reformbereiter? Vielleicht wenn man "Reform" in der entfremdeten Form auffasst, in der der Begriff heutzutage verwendet wird, wenn beispielsweise das Gesundheitssystem "reformiert" werden soll, tatsächlich aber nur eine Verschärfung gemeint ist.

Zustimmung zu den Bemerkunge über die "Verdinglichung" der Kritischen Theorie (und der Idolisierung ihrer Autoren)

RE: Liebe ist doch das Wichtigste | 18.07.2019 | 09:52

Seltsamerweise werden viele doch ganz vernünftige Erwachsene^^