Einverständnis einholen

einvernehmlicher Sex In Schweden wird die Einführung eines Einverständnis-Gesetzes für einvernehmliche Sexualität vorbereitet, das im Laufe des nächsten Jahres in Kraft treten soll.
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Bei diesem Gesetz geht es darum, dass die beteiligten Partner und Partnerinnen vor dem Geschlechtsverkehr einander explizit fragen müssen, ob alle Beteiligten den Geschlechtsakt auch tatsächlich vollziehen wollen. Der schwedische Ministerpräsident Löfven betont den Aspekt des gesellschaftlichen Wandels: "We want to change society's attitudes and values". Dabei kann die Einverständniserklärung mündlich, schriftlich oder durch deutliche Signale erfolgen. Das Gesetz gilt formal zwischen Personen aller Geschlechter und Gender. Da die schwedische Regierung sich dabei allerdings ausdrücklich auf die #MeToo-Bewegung bezieht, dürfte klar sein, welcher Seite die Befragungspflicht hauptsächlich zugedacht ist.

Läuft das Gesetz also im wesentlichen darauf hinaus, dass einem Mann gar nichts anderes übrig bleiben wird, als sich die Einwilligung vor jedem einzelnen Geschlechtsakt schriftlich bestätigen zu lassen, weil alles andere zu einem unkalkulierbaren Vabanque-Spiel gerät? Und was ist davon zu halten, dass ein Geschlechtsakt nunmehr praktisch zu einer vertraglich zu regelnden Angelegenheit gemacht wurde, bei der alle informellen und impliziten Absprachen Makulatur sind, weil letztlich, wenn es hart auf hart kommt, nur der explizite schriftliche Nachweis zählt?

18:26 19.12.2017
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Lethe

innen Distanz und außen Mimikry ...
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