irgendwie links

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Ich bin gegen alles, solange es nicht bis in die hundertmillionste Verästelung hinein genau so ist, wie ich es mir vorstelle, dass es sein solle. Wie ich mir wünsche, dass es bis in die hundertmillionste Verästelung hinein sein solle, weiß ich allerdings nicht so genau. Daher bin ich erst mal gegen alles, weil nichts so ist, wie ich es mir vorstelle. es soll nur irgendwie besser sein.

Das betrifft meine politschen Gegner - sowieso. Hm, habe ich politische Gegner? Ist eigentlich gleichgültig, Politik und Gesellschaft sind ohnehin nur endlose Permutationen des einen ewigen Themas, Partikularinteressen der Gesamtheit als Gemeinwohl aufzuzwingen. Natürlich, diese und jene Gruppe geht gar nicht. Zu schlechte PR. Oh Mist, das war jetzt ganz falsch. Ich wollte sagen, dass ich mich vollinhaltlich formal im Sinne des Gesetzes von deren Gedankengut distanziere. Hm, warum eigentlich? Das ist doch nie mein Gedankengut gewesen. Na, besser ist es, man weiß ja nie, wer dies her gelegentlich mal lesen wird.

Das betrifft aber beinahe noch mehr meine politischen Freunde. Hm, politische Freunde? Sagen wir, Leute, die sich in Diskussionen in ähnlicher Weise über Themen äußern, wie ich das tue oder täte. Aber die sind fast noch schlimmer als meine politischen Gegner. Wenn deren Permutationen so ähnlich klingen wie meine, aber nicht meinen Punkt treffen, ist das eine noch größere Infragestellung meiner Permutationen, die im Rauschen ähnlicher aber nicht meiner Ansichten unterzugehen drohen. Denn gläubig zu sein reicht nicht. Nein, es muss gläubig in meinem Sinne sein. Die haben gefälligst die Welt durch meine Augen zu sehen. Ja, deswegen besser, ich haue ihnen jedes falsche Wort um die Ohren; ich kann nicht zulassen, dass sich hier irgendjemand mit dem Gemeinten befasst.

Wenn ich nur so genau wüsste, wie meine Augen die Welt in meinem Sinne sehen. Irgendwie links wohl. Ich fühle mich so schrecklich überfordert mit mir und der Welt.

16:20 17.04.2012
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Geschrieben von

Lethe

innen Distanz und außen Mimikry ...
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