Schwänzen für den Umweltschutz

Protest Wir sollten auf unsere Kinder hören und endlich handeln, wenn es um ihre Zukunft geht. #Fridaysforfuture
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Schwänzen für den Umweltschutz
Schülerdemonstration in Hamburg am 01. März

Foto: Adam Berry/Getty Images

Fast 4.000 Schüler versammelten sich am 1. März in Hamburg zu einer der bisher größten Schülerdemos für den Umweltschutz in Deutschland. Erstmals mit dabei bei einer Kundgebung in Deutschland: Greta Thunberg. Die junge Schwedin, die sich mit ihrem Mut den Respekt der Welt geholt hat. Sie sagt den Politikern klar ins Gesicht, dass sie viel zu wenig für Klimaschutz unternehmen. Der Klimawandel, die rasant fortschreitende Erderwärmung, werde weltweit von den Verantwortlichen nicht ernst genommen.

#fridaysforfuture ist der Hashtag der jungen Generation in Europa. Seit 2017 streikt die sechzehnjährige Greta Freitag für Freitag in ihrer schwedischen Heimat, um die Politiker auf ihre Gedanken- und Handlungslosigkeit zum Thema Umweltschutz aufmerksam zu machen. Mit ihrem Auftritt auf der UN-Klimakonferenz in Katowice 2018 erlangte Greta weltweitere Beachtung. Es folgten viele Shake-Hands mit Politikern aus aller Welt bis hin zum UNO-Generalsekretär. Beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos appelliert sie an das Gewissen der versammelten Elite: „Ich will, dass ihr in Panik geratet.“. Jean Claude Junker, den EU-Kommissionspräsidenten, bezeichnete sie jüngst bei einer Konferenz zur Zukunft Europas in Brüssel als einen „Schurken“, der nur redet und nichts tut. Die Schülerin aus Schweden traut sich. Sie weiß, dass sie nichts zu verlieren hat, außer eine saubere, lebenswerte Zukunft für sich, ihre Familie und Freunde und später für ihre Kinder.

Sie hat einen großen Schritt getan. Hat junge Menschen angestachelt, sich ihrem Weckruf an uns Erwachsene, an die von uns gewählten Politiker anzuschließen. Trotz aller Anfeindungen von Medien und Leugner des Klimawandels wird sie nicht leiser. Und ihr „Moin“ an diesem Freitag war in Hamburg nicht zu überhören. Auch wenn die 4000 Schülerinnen und Schüler nur zwei Prozent der gesamten Hamburger Schülerschaft ausmachten, so war es doch ein Anfang einer großartigen Jugendbewegung für den Umweltschutz in Deutschland.

Eines haben Gretas deutsche Anhänger bereits geschafft. Sie fanden Gehör bei den Politikern. Es waren zwar die falschen Gehörgänge. Aber die Unruhe, die dadurch erzeugt wurde, stimmte Greta bei ihrem Besuch in Deutschland optimistisch. Deutschen Politikern ist es wichtiger, darauf zu verweisen, dass ein „SKOLSTREJK FÖR KLIMATET“ (Schulstreik für das Klima) gegen die Schulpflicht verstößt und die Teilnehmer mit Konsequenzen rechnen müssten. Denn das ist die übliche Einschüchterungstaktik der Politiker, wenn sie in ihrer Untätigkeit ertappt wurden und keine passenden Antworten finden können. Es wird von den politisch Verantwortlichen suggeriert, dass Umweltschutz ein Freizeitvergnügen sei und dafür kein Unterricht geschwänzt werden dürfte. Aber, es wird kein Unterricht zukünftig mehr nötig sein, so verstehen sich die Mahnungen von Greta Thunberg und der engagierten Umweltbewegungen weltweit, wenn die Menschheit weiterhin den Klimawandel nicht in den Griff bekommt, die Erderwärmung stoppt, der Ressourcenverschwendung Einhalt gebietet, mit dem Raubbau an der Natur aufhört … Es bleibt nicht mehr viel Zeit. Eine Bestätigung dieser Einschätzung geben ihr Wissenschaftler aus aller Welt u.a. der 2018 verstorbene Stephen Hawking:

„Die Erde ist in so vieler Hinsicht bedroht, dass es mir schwerfällt, optimistisch zu sein. Die Bedrohungen sind gewaltig, und es sind zu viele.

… Die Erde wird viel zu klein für uns. Unsere Ressourcen wie beispielsweise die Bodenschätze erschöpfen sich mit rasanter Geschwindigkeit. Wir haben unserem Planeten das katastrophale Geschenk des Klimawandels beschert. Steigende Temperaturen, Rückgang der Polkappen, Waldsterben, Überbevölkerung, Krankheiten, Krieg, Hungersnot, Wassermangel und die Dezimierung der Tierarten – eigentlich alles lösbare Probleme, die aber sämtliche bis heute nicht gemeistert sind.

Wir alle verursachen die globale Erwärmung. Wir wollen Autos, Reisen, einen höheren Lebensstandard. Das Problem ist nur: Wenn die Menschen schließlich merken, was sie anrichten, ist es höchstwahrscheinlich schon zu spät.“

Stephen Hawking: Kurze Antworten auf große Fragen. Frage 7: Werden wir auf der Welt überleben? Klett-Cotta 2018, Seite 171

Weitere Texte: https://www.leuchtturmleuchten.de

20:14 02.03.2019
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